Bewerbung & Interview

Man wächst mit seinen Erfahrungen – auch im Bewerbungsgespräch

Nach einer langen Phase des Wartens (auch auf Reaktionen überhaupt) und den ersten Absagen ist es ein wunderbares Gefühl, wenn die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch kommt. Der Fuß ist sicher noch nicht drin, aber die Tür ist zumindest schon mal auf. Zwar kann diese Phase der Bewerbung  immer noch mit Enttäuschungen verbunden sein, aber eine Hürde ist schon mal genommen.

Nach der Einladung und auf die damit verbundene Freude folgt die Vorbereitung. Viele Stunden verbringt man nun vor dem PC, lernt Unternehmensstruktur und -leistungen auswendig (naja fast :)) und informiert sich vielleicht auch über aktuelle Themen der Branche. Was nicht zu Letzt noch dazu kommt, ist die Aufregung. Viele bekommen sicher schon beim Gedanken an ein Bewerbungsgespräch schwitzige Hände und Übelkeit. Man selbst möchte sich ja am Tag X von seiner besten Seite zeigen – pünktlich, gut vorbereitet, sympathisch und einstellungswürdig.

Leider ist dies bei der Gegenseite nicht immer der Fall. Da wird der Bewerber beispielsweise mal eben 20 Minuten oder gleich eine ganze Stunde versetzt oder das Gespräch abrupt wegen eines vor der Tür stehenden, privaten Termins beendet. Nett ist auch, wenn der Gesprächsführer sich als überhaupt nicht informiert herausstellt, das fehlende Wissen noch fix und natürlich mit Kommentaren zum Lebenslauf in Gegenwart des Bewerbers nachholt. Besonders „professionell“ ist das Ganze dann, wenn das vor Ort beschriebene Profil der Stelle sich nicht mit der Ausschreibung deckt, Arbeitsort und Aufgabenbereich schon etwas stärker abweichen als dargestellt.

Zugegeben, das sind Extrembeispiele. Aber was tut man, wenn der 1. Eindruck irgendwie komisch oder sogar unangenehm ist? In Erfahrungsberichten habe ich alles von Abgebrochen über Ausgehalten bis hin zu „auf dem falschen Fuß erwischt“ gehört. Sicherlich ist es von der jeweiligen Situation und Einschätzung abhängig, was man dann (auch im Falle einer Zusage) tut. Auch klar ist, dass Arbeit Arbeit ist und es darum geht, Geld zu verdienen. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass es im Arbeitsalltag nicht komplett konträr sein wird, wenn der anfängliche Eindruck negativ war.

Letztlich ist jedes Gespräch eine Erfahrung. Je öfter man die Chance dafür hat, desto besser. Komplett sicher sein wird man nie, das Herangehen wird aber gelassener. Außerdem wird mir jedes Mal bewusst (egal ob positiv oder negativ), meine Gegenüber sind auch nur Menschen. Menschen, die, wenn sie ehrlich sind, ebenfalls aufgeregt vor ihren Bewerbungsgesprächen waren – auch vor dem, welches sie in ihre aktuelle Position gebracht hat. Und dieses Wissen wirkt doch schon mal etwas beruhigend auf Hände und Übelkeit, oder nicht?

Über den Autor

Anna

Anna, unsere „Frau fürs Schöne“, war bis November 2016 verantwortlich für alles rund ums Personalmarketing. Als studierte Kommunikationswissenschaftlerin mit Nebenfach Psychologie kam sie 2013 zu uns ins Team. Seitdem berichtete sie über den Weg vom Berufsanfänger zum "Experten" und schrieb mit Einfühlungsvermögen über die Höhen und Tiefen bei der Jobsuche und im Arbeitsalltag. Im Büro versorgte Hobbyköchin Anna uns mit den neusten Rezepten, flotten Sprüchen und viel guter Laune.

Hinterlassen Sie einen Kommentar