Bewerbung & Interview

Jobwechsel nach der Elternzeit

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Geschrieben von Susan

Neulich äußerte eine Kandidatin ihre Bedenken zum Jobwechsel nach der Elternzeit. Sie hielt es für quasi unmöglich nach der Elternzeit einen neuen Arbeitgeber zu finden. Grund genug diese Thematik hier im Bewerberblog aufzunehmen und etwas näher zu beleuchten.

Für mich persönlich stellte der Jobwechsel nach der Elternzeit kein Problem dar. In meinen Augen ist ein Jobwechsel nach der Elternzeit nicht nur machbar, sondern bietet sogar einige Vorteile:

Kinderplanung und Jobwechsel – Wann ist der beste Zeitpunkt zu wechseln?

Steht der Kinderwunsch im Raum und besteht gleichzeitig das Bedürfnis den Job zu wechseln, stellt sich die Frage, wann der beste Zeitpunkt sowohl für das eine als auch das andere ist.

Sicher ist, dass die wenigsten Arbeitgeber erfreut darüber sind, wenn ein neuer Arbeitnehmer kurz nach Beginn der Tätigkeit für einen längeren Zeitraum seine Rolle im Unternehmen nicht mehr ausführen kann. Dies kann unter Umständen das Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber beeinflussen und sich auf das Arbeitsklima auswirken.

Ein weiterer Aspekt, welcher für einen Jobwechsel nach der Elternzeit (und nicht davor!) spricht, ist der Sicherheitsaspekt. Sicherheit spielt für viele Arbeitnehmer eine tragende Rolle beim Treffen ihrer Entscheidungen. Ist der aktuelle Arbeitsvertrag unbefristet, bestünde neben dem Recht darauf ebenfalls die Möglichkeit des Wiedereinstiegs. Sollte die Jobsuche nicht von Erfolg gekrönt sein und länger andauern, könnte man zurück auf seinen Platz und würde somit weich fallen.

Sich die Elternzeit als entspannten Weg der Neuorientierung zunutze machen

Der Wunsch den Arbeitgeber zu wechseln kommt nicht aus heiterem Himmel. Er formiert und verstärkt sich meist mit der Zeit. Die Ursachen sind so vielfältig wie individuell. Auch der neue Umstand an sich und der damit verbundene Wunsch nach Teilzeit oder weniger Reisetätigkeit kann Ursache für den gewünschten Jobwechsel sein.

Was auch immer die Beweggründe sind, wichtig ist es, sie zu analysieren und zu kennen.

Mit der zunehmenden Selbstständigkeit der Kleinen, eröffnen sich auch wieder Freiräume für die Eltern. Einigen fällt mit der Zeit die Decke auf den Kopf. Dies kann der ideale Zeitpunkt sein, zu reflektieren und sich neu zu orientieren. Die Elternzeit bietet Gelegenheit sich über die Gründe, die Notwendigkeit und Alternativen eines Wechsels Gedanken zu machen. Dabei kann der Abstand zum alltäglichen Arbeiten äußerst hilfreich sein.

Nicht immer ist ein Arbeitgeberwechsel zwingend notwendig, vielleicht reicht bereits ein Wechsel in eine andere Abteilung. Wenn möglich, sollte das Gespräch mit dem Arbeitgeber gesucht und auch der Kontakt zu den Kollegen während der Elternzeit gehalten werden. Somit ebnet man den Weg für einen eventuellen Abschied und erleichtert sich im Falle eines Falles seinen Wiedereinstieg.

Zeit zur Vorbereitung

Das Schreiben von Bewerbungen, das Sichten der Jobausschreibungen und das Auseinandersetzen mit potenziellen Arbeitgebern nimmt viel Zeit in Anspruch. Die Elternzeit kann hier in jedem Fall für einen Zeitvorsprung in Sachen Neuorientierung sorgen. Mit der Beobachtung des Arbeitsmarktes, dem Recherchieren von Informationen rund um den Arbeitgeber und der Erstellung der Bewerbungsunterlagen, kann ein Haken an die Zeitfresser gesetzt werden. Branchen- oder positionstypische Stellenausschreibungen können Hinweise darauf geben, welche Qualifizierungen einen gewinnbringend vorantreiben können.

 

Elternzeit nutzen um die Möglichkeiten zu erweitern

Wichtig ist zu wissen was man will und wo man hin möchte. Bringt man die nötigen Voraussetzungen bereits mit oder fehlt noch was, um sein Ziel zu erreichen?

Viele Mütter und Väter nutzen die Elternzeit, um ihre Kenntnisse im Eigenstudium zu erweitern.

Auch gibt es etwaige lokale oder Online-Kursangebote, welche zur weiteren Qualifizierung genutzt werden können. Gerade in der IT-Branche, bieten kompakte Zertifizierungskurse oder das Erlernen einer weiteren Programmiersprache bereits neue Wege für einen Neustart. Mitunter ergeben sich so auch völlig neue Jobmöglichkeiten.

Beim Jobwechsel Zweifel der Unternehmen ausräumen

Gerade ein Jobwechsel zum Ende der Elternzeit sollte gut geplant und vorbereitet sein. Bewerber müssen sich und ihr Können im Bewerbungsgespräch bestmöglich verkaufen. Dazu zählt auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Im Vorstellungsgespräch sollte die Chance genutzt werden, um Zweifel des Unternehmens auszuräumen. Ab wann und in welchem Umfang ist eine Kinderbetreuung abgesichert? Kann sich in dringenden Fällen bei Krankheit des Kindes auch jemand um den Nachwuchs kümmern? Teilen sich beide Eltern die Kinderbetreuung?

Jobwechsel nach der Elternzeit – Fristen beachten

Ist die Entscheidung für den Jobwechsel getroffen und wurde ein neuer Arbeitgeber gefunden, gilt es die entsprechenden Kündigungsfristen zu beachten. Zum Ende der Elternzeit gilt eine Frist von drei Monaten ansonsten greift die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist.

Eventuell ist es förderlich eine längere als die eigentlich geplante Elternzeit zu beantragen, um sich so mehr Flexibilität zu schaffen. Längere Bewerbungsphasen können eventuell mit Teilzeit überbrückt werden. Dies sollte bereits bei der Beantragung entsprechend besprochen und geplant werden.

Ein Jobwechsel ist immer eine Herausforderung und mit einem gewissen Risiko behaftet. Die Elternzeit kann einen sicheren Rahmen bieten, diesen Schritt zumindest zu versuchen, denn:

„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“

Über den Autor

Susan

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