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Wohnen in Jena

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Geschrieben von Marie

Schon seit einigen Jahren wird Jena, die ostthüringische Stadt an der Saale, als das „München des Ostens“ bezeichnet. Der Begriff hat sich vor allem durch die verhältnismäßig hohen Mietpreise und die schwierige Situation am Wohnungsmarkt herausgebildet. Doch warum hat ausgerechnet Jena diesen Titel erhalten und wie sieht die aktuelle Wohnraumlage der Universitätsstadt aus?

Sinkende Abwanderung

Kurz nach der Jahrhundertwende hatte Jena noch mit Abwanderung und Wohnungsleerstand zu kämpfen. Bis 1998 war das vor allem durch einen negativen Wanderungssaldo bedingt. Das bedeutet, dass mehr Menschen abwandern als neue dazukommen. Die Abwanderung erfolgte vor allem in die benachbarten Landkreise meist aufgrund der hohen Grundstückspreise in der Stadt und der geringen Bautätigkeit zu der Zeit. Dieser Trend hat sich jedoch in den folgenden Jahren kontinuierlich umgekehrt, sodass ab 2006 ein positiver Abwanderungssaldo verzeichnet werden konnte.

Steigende Bevölkerungszahlen

Die wachsenden Bevölkerungszahlen haben diese Entwicklung mit begünstigt. Neben Dresden, Leipzig und Potsdam ist Jena eine der wenigen Städte in Ostdeutschland mit kontinuierlich wachsenden Bevölkerungszahlen. Seit 2006 sind diese bis auf ca. 110.000 (Stand 12/2015) angestiegen. Seit 2003 ist die Zahl der Haushalte um 10% gestiegen, ebenso wie die Zahl der Studierenden. Sie hat sich seit 1992 verdreifacht. Seit 10 Jahren verzeichnet Jena außerdem eine höhere Zahl an Geburten als an Sterbefällen. All diese Faktoren begünstigen das Bevölkerungswachstum, was einerseits die Attraktivität der Stadt verdeutlicht, was aber andererseits auch neue Herausforderungen an den Wohnungsmarkt stellt.

Mietpreise in Jena

Die steigende Wohnungsnachfrage hat zur Folge, dass das Preisniveau höher und der Wohnungsmarkt viel angespannter ist, als in anderen ostdeutschen Städten. Diese Gründe erklären, warum Jena den Beinamen „München des Ostens“ erhalten hat. Insgesamt ist der Wohnungsmarkt sehr differenziert und die Mietpreisspanne weit. Der Mietpreis ist abhängig von der Lage, dem Gebäudetyp (Baujahr), dem Sanierungsgrad und auch der Ausstattung. Die durchschnittlichen Kaltmieten (Netto) beim industriellen Wohnungsbau (Baujahr 1960-1990) liegen bei 5,04€/ m². Die teuersten Durchschnittsmieten werden für Neubauten ab 1991 verlangt: 7,92€/m². Der durchschnittliche jährliche Preisanstieg seit 2010 liegt bei Neuverträgen bei ca. 2%, bei Bestandverträgen sogar 2,5%. Weniger preisintensive Wohnungen lassen sich zum Teil bei den ansässigen Wohnungsbaugenossenschaften finden.

 

Anlaufstellen bei der Wohnungssuche

Die Anlaufstellen bei der Wohnungssuche sind ganz von der Zielgruppe abhängig. Zum einen gibt es das Studierendenwerk Thüringen, der Anlaufstelle für Studenten. Dann gibt es private Vermieter, deren Wohnungen man über die bekannten Immobilienportale im Internet finden kann, sie sind sowohl Anlaufstelle für Studenten als auch für Nicht-Studenten. Und zuletzt gibt es auch viele Wohnungsunternehmen/ -genossenschaften, die hauptsächlich Anlaufstelle für Nicht-Studenten sind.

Wohnungsbaugenossenschaften in Jena

Die bekannten Wohnungsbaugenossenschaften sind die folgenden: Die Heimstätten-Genossenschaft Jena eG (HGJ), die Örtliche Wohnungsgenossenschaft eG (ÖWG), die Wohnungsgenossenschaft „Carl Zeiss“ eG (WG CZ), die jenawohnen GmbH und die Jenaer Baugenossenschaft eG (JBG). Die Tabelle gibt euch einen kurzen Überblick:

HGJÖWG WG CZjenawohnen JBG
1911 gegründet1957 gegründet1954 gegründet1958 gegründet1897 gegründet
ca. 1.140 Wohnungenca. 730 Wohnungenca. 6.500 Wohnungenca. 14.300 Wohnungenca. 1.100 Wohnungen
·    Süd-viertel

·    Zwätzen

·    Ziegen-hainer Tal

·    Lobeda

·    Nord

·    Ost

·    Winzerla

·    Lobeda

·    Stadt-zentrum

·    Ost

·    Nord/ Zwätzen

·    Winzerla

·    Lobeda

·    Stadt-zentrum

·    Nord

·    Ost

·    West

·    Lobeda

·    Winzerla

·    Nord

·    Süd-viertel

·    Wenigen-jena

·    West

Um Wohnungen bei den Wohnungsgenossenschaften anmieten zu können, müssen Genossenschaftsanteile erworben werden. Die Servicecenter sind bei der Wohnungssuche behilflich, sodass eine passende Wohnung für die jeweiligen Bedürfnisse gefunden wird.

Studentisches Wohnen in Jena

Durch die Friedrich-Schiller-Universität und die Ernst-Abbe-Fachhochschule ist Jena auch als Studienort sehr attraktiv. Das merkt man vor allem an den Studentenzahlen, die in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen sind – jeder vierte Bürger ist Student. Der Geburtenknick der Jahre nach der Wende macht sich aber auch hier bemerkbar. Seit dem Wintersemester 2006/2007 hat sich die Zahl der aus Thüringen stammenden Studenten deutlich reduziert. Keine Studiengebühren, relativ niedrige Lebenshaltungskosten (im Vergleich zu Westdeutschland), die zentrale Lage und gute Verkehrsanbindung sorgen dafür, dass  Jena auch für Studenten aus den alten Bundesländern attraktiv bleibt.

Wohnungen beim Studierendenwerk Thüringen

Insgesamt gibt es in Jena im Moment 29 Studentenwohnheime mit Einzelappartements oder Einzelzimmern in 2er bis 6er WGs, abhängig je nach Lage und Budget. Teilweise sind diese sogar behindertenfreundlich ausgestattet. Der Bewerbungsbeginn startet jeweils ein halbes Jahr vor Studienanfang. Die Vergabe erfolgt dann in der Reihenfolge des zeitlichen Eingangs und frühestens 6 Wochen vor Semesterbeginn.

Private Vermittlungen

Für die Studenten, die beim Studierendenwerk kein Glück haben oder lieber privat in eine WG ziehen möchten, bietet das Studierendenwerk Thüringen eine private Vermittlungsplattform.
Hier besteht die Möglichkeit Ansprechpartner für Zimmer in 2er, 3er oder 4er WGs zu erhalten. Weiterhin ist diese Plattform auch eine gute Möglichkeit Zwischen- oder Nachmieter für die eigene WG/ Wohnung zu finden. Mietpreis und Wohnfläche sind natürlich ganz vom Vermieter abhängig.
Die letzten alternativen Anlaufstellen sind die herkömmlichen Immobilien- oder WG-Plattformen. Wer auch dann nicht fündig wird, ist selber Schuld 😉

Über den Autor

Marie

Marie ist seit November 2016 im Team und kümmert sich um alle Themen, die für das Personalmarketing von Interesse sind. Während ihres internationalen BWL-Studiums lebte sie in China und Großbritannien, wo sie auch ein Praktikum absolvierte. Im Blog wird sie uns daher u.a. die Arbeitswelt anderer Länder vorstellen. Außerhalb des Büroalltags backt sie gern Kuchen und ist ein Fan der internationalen Küche.

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