Körper, Geist & Job

Grün, Rot oder Blau – die Mischung macht’s!
Die Biostruktur-Analyse

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Geschrieben von Angelina

Im Recruiting dreht sich vieles darum, die „richtigen“ Paare zu finden. Man sucht den passenden Bewerber für eine ausgeschriebene Stelle, einen neuen Mitarbeiter, der in ein bestehendes Team passt, oder ein geeignetes Unternehmen für einen vielversprechenden Kandidaten. Man spricht täglich mit den unterschiedlichsten Menschen: Bewerber mit den verschiedensten Hintergründen und Lebensläufen, Unternehmen mit diversen Vorstellungen und Arbeitsweisen.

Alles dreht sich darum, festzustellen was für ein Mensch da gerade vor einem sitzt oder am anderen Ende des Telefons spricht. Um möglichst zielführend zu arbeiten, ist es notwendig, schon im Vorfeld zu prüfen, ob ein Kandidat und ein Unternehmen zusammenpassen. Natürlich spielt hier die fachliche Qualifikation eine große Rolle. Es gilt zu klären, ob die Fähigkeiten und Techniken des Bewerbers und die Ausstattung und Arbeitsweise des Unternehmens zusammenpassen. Hierfür prüft man den Lebenslauf, Zeugnisse und Zertifikate oder holt gegebenenfalls Arbeitsproben ein. Auf der anderen Seite erfragt man die Schwerpunkte und Techniken der Unternehmen.
Schwieriger wird die Frage, ob ein Kandidat ins Team passt. Hier wird der Recruiting-Prozess schon komplizierter. Zum einen ist ein Bewerbungsgespräch ja immer eine besondere Situation, in der man sich als Bewerber möglichst gut präsentieren möchte. Ob dabei der wirkliche Charakter zum Vorschein kommt, ist fraglich. Meist sind die Kandidaten bei einem Vorstellungsgespräch aufgeregt. Der eine wird dadurch unruhig, der andere versucht es durch Monologe über sich und seine Fähigkeiten zu kompensieren und der nächste wirkt besonders schüchtern. Liegt das an der Situation oder verhält sich diese Person immer nach diesem Muster? Wie kann man jetzt feststellen, wie der Kandidat wirklich tickt? Es gibt zahlreiche Methoden, um die Persönlichkeit einer Person zu analysieren. Eine Variante ist die Biostruktur-Analyse. Diese wurde in den 60er Jahren von Rolf W. Schirm entwickelt.

Was ist die Biostruktur-Analyse?

Es handelt sich bei dieser Methode um eine wertfreie Analyse. Es geht nicht darum zu zeigen, dass ein bestimmter Charakterzug besser ist als andere, sondern vielmehr darum, einen Einblick in das Verhalten zu geben. Wenn man nachvollziehen kann, warum sich ein Mensch auf diese Weise verhält, kann man besser darauf reagieren.

Bei der Biostruktur-Analyse werden drei Komponenten beziehungsweise Charakterzüge unterschieden. Die Komponenten werden dabei durch die Farben Grün, Rot und Blau symbolisiert. Der Charakter jedes Menschen setzt sich aus allen drei Optionen zusammen und ist dabei abhängig von den mengenmäßigen Anteilen der einzelnen Farben beziehungsweise Eigenschaften:

Grün – Bedürfnis nach Kontakt

Je stärker die grüne Komponente ausgeprägt ist, desto größer ist die Orientierung an zwischenmenschlichen Kontakten. Das Interesse gilt anderen Menschen, ihren Lebensumständen und Schicksalen. Selbst mit bisher unbekannten Menschen kommt man schnell in Kontakt. Menschen mit einer stark ausgeprägten grünen Komponente haben die Fähigkeit sich die Erfahrungen der Vergangenheit besonders gut nutzbar zu machen. Dies geschieht zwar meist unterbewusst, sorgt aber für ein treffsicheres Bauchgefühl und Instinktsicherheit.

Rot – Bedürfnis nach Dominanz

Menschen mit einer stark ausgeprägten roten Komponente lieben die Herausforderung. Sie messen sich gerne mit anderen. Im Unterbewusstsein gliedern sie ihre Umwelt in einer Art Rangfolge. Sie sind direkt und durchsetzungsstark und verfügen über eine natürliche Autorität. Sie sind die klassischen Anführer. Die Orientierung der roten Komponente bezieht sich auf die Gegenwart. Sie erkennen die Möglichkeiten des Augenblicks und wissen sie zu nutzen.

Blau – Bedürfnis nach Distanz/Logik

Menschen mit einer stark ausgeprägten blauen Komponente brauchen einen größeren Sicherheitsabstand Menschen und Situationen gegenüber. Dieser Abstand ermöglicht es ihnen, die Dinge nüchterner und kritischer zu hinterfragen und zu analysieren. Menschen mit einer starken Ausprägung dieser Komponenten besitzen die Fähigkeit, schnell wesentliche Strukturen und logische Zusammenhänge zu erkennen. Die Orientierung richtet sich auf die Zukunft. Dies zeigt sich in konsequenter Planung und gutem Zeitmanagement.

 

Die Kombination macht den Unterschied

Zur Darstellung des Verhältnisses der Komponenten dient das Struktogramm, ein Kreisdiagramm bestehend aus den drei Farben. Dieses Diagramm besteht aus insgesamt 36 Punkten, welche sich auf die drei Farben verteilen. Bei einer Gleichverteilung fallen folglich jeder Farbe 12 Punkte zu. Menschen mit diesem Muster können sich sehr gut den Situationen und andere Personen anpassen und in Abhängigkeit von den Umständen sehr unterschiedlich auftreten. Ein solches Muster ist allerdings eher selten, in der Regel dominiert eine Farbe.

Die stärkste Komponente gibt hierbei die Grundorientierung an. Diese Komponente stellt den wesentlichen Teil des Charakters dar und zeigt die hervorstechenden Eigenschaften. Die zweit-stärkste Komponente ergänzt die dominante und zeigt damit die weiteren Möglichkeiten auf. Diese beiden Komponenten sollte in Abhängigkeit der Stärke der Ausprägung in der Kombination betrachtet werden. Die dritte und damit am schwächsten ausgeprägte Komponente zeigt die Begrenzungen. Um ein Vorhaben erfolgreich umzusetzen, sollte man den Fokus nicht auf diese Komponente legen.

Die Biostruktur-Analyse in der Praxis

Der Fokus dieser Methode liegt hauptsächlich auf der Selbstreflektion. Man sollte sich kritisch mit sich selbst auseinandersetzen und wissen wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen. Je besser man sich selbst kennt, desto besser kann man mit anderen Menschen umgehen. Im Vorfeld einer Bewerbung um einen neuen Job, kann es hilfreich sein, sich genau mit sich selbst zu beschäftigen. Wenn man weiß, wer man ist, kann man sich besser verkaufen. Man kennt die eigenen Stärken und Schwächen, kann diese ausbauen oder gezielter daran arbeiten.

Wenn man sich ein wenig mit dem Thema beschäftigt hat, erkennt man an vielen Punkten auch Muster im Verhalten anderer Personen. Durch das Beobachten, oder ein paar gezielte Fragen, kann man schon eine gute Tendenz erkennen, in welchem Bereich die Dominanz eines Menschen liegt. Im Recruiting-Prozess bietet diese Methode eine Möglichkeit Personen einzuschätzen und dadurch besser mit diesen zu interagieren. Man kann gezielter auf Bewerber oder Kunden eingehen und diese zum Beispiel zu einer Zusammenarbeit motivieren.

Natürlich gibt es noch eine Vielzahl weiterer Methoden zur Einschätzung des Charakters. Die Biostruktur-Analyse ist nur eine von vielen Möglichkeiten, kann aber durchaus viele Vorteile mit sich bringen.

Über den Autor

Angelina

Angelina ist seit Juni 2017 unsere neue Mitarbeiterin im Recruiting. Sie hat Biologie in Kombination mit BWL studiert und bringt mit ihrem naturwissenschaftlichen Hintergrund frischen Wind ins Bewerberblog-Team.

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