Körper, Geist & Job

Stress im Job – Welche Formen gibt es?

Spiegel Online berichtet heute, dass immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland über Stress im Job klagen. Spiegel meinte damit im wesentlichen Stress durch Termin- und Leistungsdruck. Ich gehe heute mal noch ein bisschen weiter und stelle die Frage: Welche Formen von Stress im Job gibt es noch?

Stress durch Termin- und Leistungsdruck

Zunächst noch mal zurück zu SpiegelOnline: In dem Artikel wird geschildert, dass viele Arbeitnehmer immer häufiger auf Pausen verzichten, um ihre Arbeit zu schaffen oder sogar an den Wochenenden arbeiten. Gesund kann das nicht sein. Jemand, der Überstunden macht und sogar seine Pause streicht, kann nicht auf Dauer produktiv sein und sein persönliches Leistungsniveau halten. Schließlich sind wir ja keine Duracell-Häschen oder gar Perpetuum Mobiles. Wir brauchen Pausen, Erholung und Urlaub von der Arbeit, um wieder voll durchstarten zu können.

Stress durch Erwartungsdruck

Diese Art von Stress betrifft vor allem Mitarbeiter-Vorgesetzten-Verhältnis. In der Regel hat der Vorgesetzte gewisse Erwartungen an seine Mitarbeiter: Wie sollen welche Aufgaben von wem bearbeitet werden? Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewältigung der Aufgaben sind, dass die Aufgaben richtig kommuniziert werden und dass der Mitarbeiter in der Lage ist, diese Aufgabe auch lösen zu können. Wenn einer der beiden Faktoren nicht erfüllt wird, entsteht Stress beim Mitarbeiter, weil dieser nicht weiß, wie und ob er die ihm gestellte Aufgabe erfüllen kann.

Stress durch Mobbing und Ungerechtigkeit

Mobbing und Ungerechtigkeiten am Arbeitsplatz sind häufige Gründe, dass Mitarbeiter sich psychischem Stress ausgeliefert sehen. Wenn Vorgesetzte oder Kollegen einen Mitarbeiter schlecht behandeln, geht das ganz schön an die Substanz. Viele fühlen sich in ihrer Persönlichkeit angegriffen und können sich nur schwer auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren.

Stress durch Unsicherheit

Unsicherheit im Job führt ebenfalls dazu, dass sich Mitarbeiter gestresst fühlen können. Wenn der Arbeitsplatz gefährdet ist, weil das Unternehmen wirtschaftlich angeschlagen ist, sind Mitarbeiter verunsichert, wie es für sie persönlich weiter geht. Gibt es personelle Einschnitte, droht die Kündigung? All diese Fragen beschäftigen einen und lenken so von den eigentlichen Aufgaben ab

Doch wie geht man im Unternehmen mit Stress um? Stress sollte in erster Linie eine Ausnahmesituation und von kurzfristiger Dauer sein – zum Beispiel bei Projektabschlüssen, Auftragsspitzen oder kurzzeitigen Engpässen. Um Stresssituationen zu bewältigen, braucht es eine offene Unternehmenskommunikation. Mitarbeiter und Vorgesetzte müssen sich direkt über die Stress auslösende Ursache unterhalten können, um nach einer effizienten Lösung zu suchen.

Wie äußert sich denn Stress im Job bei Euch? Und welche Lösungen habt ihr parat?

Bildquelle: Barbara Eckholdt / pixelio.de

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4 Kommentare

  • Stress durch die eigenen hohen Erwartungen könnte man noch ergänzen. Manchmal stresst man sich selbst mehr als es andere tun.

  • Zwei weitere Arten fallen mir noch ein:
    Positiver Stress (ich mag das Wort Eustress nicht), darunter fällt für mich, das die Zeit wie im Flug vergeht und ich zwar am Abend „geschafft“ von der Arbeit bin, das aber nicht als Belastung empfinde, das Gefühl habe auch wirklich etwas geschafft zu haben und auch noch genug Energie für den Rest des Tages habe. Am Schwierigsten daran finde ich, diesen Zustand über einen längeren Zeitraum zu erhalten.

    Stress durch Langeweile:
    Für mich ein katastrophaler Zustand, neudeutsch Bore-Out. Der ganze Tag ist verschwendet, nichts oder wenig wurde erreicht, weil alle Aufgaben keine Herausforderung waren. Es muss auch mal ruhige Tage geben und Entspannung muss auch sein. Aber wenn das über Wochen anhält…

  • Abschaltet ist für mich immer noch das beste Mittel gegen Stress – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Das bedeutet eben vor allem am Wochenende einfach Handy und PC abgeschaltet zu lassen. Denn man überlistet sich andernfalls ja gerne selbst – schnell mal E-Mails gelesen oder im Internet auf jobrelevanten Seiten vorbeigesurft – und schon beschäftigt man sich im Kopf wieder mit der Arbeit.

  • Der Stress fängt ja in unserer harten Arbeitswelt schon dort an, wo der Arbeitnehmer Angst hat, überhaupt zu erkranken. Und das schon bei einer einfachen Grippe, die einen vielleicht maximal eine Woche arbeitsunfähig macht. Ganz zu schwegen von schwereren Erkrankungen. Wir haben darüber berichtet, auf was bei Krankmeldungen zu achten ist: http://www.recht-freundlich.de/krankmeldung-abgeben-was-beachten

    Denn beispielsweise muss sich ein Arbeitnehmer keine detaillierten Fragen zu seinem Gesundheitszustand gefallen lassen. So kann Druck aus der Situation genommen werden. Allerdings sollte, soweit man erkrankt ist, seinen arbeitsrechtlichen Pflichten auch nachgekommen werden, d.h. unverzüglich anzuzeigen, dass man arbeitsunfähig ist (Attest kann später nachgereicht werden).

    Es kann jedenfalls nicht sein, dass man Urlaub nimmt, um eine Krankheit auszukurieren – und das geschieht häufiger, als gedacht!

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