(Neue) Arbeitswelt

Mitarbeiter anleiten – nicht nur Chefsache

Mitarbeiterführung ist Chefsache. Keine Frage. Gerade in kleineren Unternehmen oder wenn Praktikanten zur Unterstützung ins Team kommen, müssen sich Mitarbeiter teilweise aber auch gegenseitig anleiten, Wissen und Arbeitsschritte beibringen. Eine Person für eine bestimmte Zeit „anzuleiten“ und zu begleiten, ist sicher nur ansatzweise mit der Führung eines ganzen Teams oder Unternehmens zu vergleichen. Dennoch bedarf es auch hierfür bestimmter Eigenschaften.

Ich persönlich kenne beide Seiten. Die Rolle der „Neuen“, die zwar schon einen Netzwerkzugang hat aber sonst nur weiß, wo die Toilette ist und die Rolle der „Spezialistin“, die einem Praktikanten was beibringen soll. Natürlich ist das etwas überspitzt, aber unabhängig von der eigenen Ausbildung und dem Grad der Berufserfahrung, hat jedes Unternehmen seine Besonderheiten, die man erst durchdringen muss. Hierbei Unterstützung zu bekommen, beschleunigt und erleichtert den Prozess. Unterstützung zu geben, sozial und fachlich, will jedoch erst gelernt sein.

Eine Frage der Zeit

Eine Person anzuleiten und in die eigene Arbeit zu integrieren, kostet Zeit. Als ich meinen ersten Praktikanten bekam, saß ich 10 Stunden und mehr im Büro, um nach seinem Tag meine Aufgaben erledigen zu können. So sollte es nicht sein. Zwei Dinge habe ich hierbei gelernt. Das erste ist: manches kann bis zum nächsten Tag liegen bleiben und dann erledigt werden. Das zweite: gerade Praktikanten kommen ja, um etwas zu lernen. Es ist also natürlich, Aufgaben von Anfang an zu delegieren. So lernt der Praktikant gleich etwas und freut sich nicht zu Letzt auch über die übertragene Verantwortung. Einem neuen festen Mitarbeiter geht es nicht anders.

Geduld – ja, ist eine Tugend

Nun ja, die Lerngeschwindigkeit variiert von Person zu Person. Auch Stärken und Schwächen sind unterschiedlich gesät. Gerade wenn man zu Ehrgeiz und Perfektion neigt, gesteht man anderen manchmal zu wenig Zeit zum Lernen bzw. Einarbeiten zu. Wichtig für eine gute Zusammenarbeit ist, auch das habe ich gelernt, geduldig zu bleiben. Der „Neue“ dankt es einem und lernt ohne Druck mit unter auch etwas schneller.

Ähm, kann ich überhaupt was?!

Das ist eine Frage, die ich mir jedes Mal stelle, wenn ein Praktikant zu uns kommt. Ich hoffe immer so sehr, dass ein solcher auch was in seiner Zeit bei uns lernt. Wenn ich mir dann Gedanken über meine Aufgaben mache, kommt mir alles auf einmal sehr simpel vor. Einen Überraschungsmoment habe ich dann immer, wenn ich feststelle, dass die von mir angedachte Aufgabe mehr Zeit in Anspruch nimmt als geplant oder mir das Resultat nicht 100%ig gefällt (trotzdem muss natürlich keiner Angst vor mir haben :)). Offensichtlich (Überraschung) bedürfen auch meine Aufgaben etwas Zeit und Wissen, was in der Praxis erprobt werden muss. Bewusst ist mir letzteres noch einmal geworden, als mein besagter Praktikant mir neulich sein Aufgabenfeld fürs Praktikumszeugnis vorstellte. Der hat ja was gelernt und das auch noch von mir. 😀

Über den Autor

Anna

Anna, unsere „Frau fürs Schöne“, war bis November 2016 verantwortlich für alles rund ums Personalmarketing. Als studierte Kommunikationswissenschaftlerin mit Nebenfach Psychologie kam sie 2013 zu uns ins Team. Seitdem berichtete sie über den Weg vom Berufsanfänger zum "Experten" und schrieb mit Einfühlungsvermögen über die Höhen und Tiefen bei der Jobsuche und im Arbeitsalltag. Im Büro versorgte Hobbyköchin Anna uns mit den neusten Rezepten, flotten Sprüchen und viel guter Laune.

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