Bewerbung & Interview

Hilfe, meine Daten werden rumgereicht!

Personalagentur, Datenschutz, Quelle: pexels.com
Geschrieben von Anna

Vorurteile Personalagentur 2

Datenschutz ist eh schon eine Sache für sich. Bewerbungsunterlagen jedoch sind eine besonders sensible Angelegenheit. Man gibt als Bewerber viel, fast alles, von sich Preis. Neben Stammdaten z.B. auch, warum man ein Studium abgebrochen hat und/oder den Arbeitgeber wechseln möchte. Muss sich manchmal auch ein Scheitern eingestehen. Diese Daten noch einer zwischengestellten Instanz anvertrauen? Einer Personalagentur die Bewerbung schicken, die die Unterlagen dann an alle Kunden weiterleitet? Das muss doch nicht sein!?

Datenschutz

Wie ich unlängst im ersten Teil des Artikels zu Vorurteilen gegenüber Personalagenturen geschrieben habe, kann man die Arbeit dieser nicht einfach auf das Thema Zeitarbeit runterbrechen. Ähnlich verhält es sich mit dem Thema Datenschutz. Das Wichtigste gleich vorneweg: Nein, auch eine Personalagentur leitet die Bewerbungen nicht einfach so weiter – zumindest darf sie es nicht und wir, als konkretes Beispiel, tun es auch wirklich nicht. Wie im Bundesdatenschutzgesetzt verankert, geschieht dies nur mit dem Einverständnis des Bewerbers.

Nach Eingang der Bewerbungen wird zunächst geprüft, welche Kandidaten die „harten Faktoren“ erfüllen – Berufserfahrung, Berufsausbildung, Sprachkenntnisse etc. – und im Rennen bleiben. Diese werden dann angerufen, um einen detaillierten Eindruck von ihnen zu bekommen. Wir rufen auch Bewerber an, deren „harte Faktoren“ nicht zu 100% passen, um herauszufinden, ob wir Fehlendes noch herauskitzeln können. Wie werden ggf. auftretende Lücken begründet? Wie schätzt der Bewerber seine Kenntnisse selbst ein? Diese und weitere Fragen stellen wir und andere Personaler im Telefoninterview. Ein solches abschließen wird (sollte!) die Frage, ob die zusätzlichen Informationen und die eingereichten Unterlagen weitergeleitet werden dürfen. Eine professionelle Agentur wird dir immer auch gleich das Unternehmen sagen, an welches es deine Unterlagen schickt bzw. sich dein Einverständnis dafür einholen und alle Schritte noch einmal im Detail besprechen. Die Zustimmung muss übrigens nicht schriftlich sein, eine mündliche Zusage reicht aus rechtlicher Sicht, damit deine Daten an ein Kundenunternehmen geleitet werden können.

Die anonymisierte Bewerbung

Ein Schlupfloch gibt es aus Sicht einer Personalagentur, die Weiterleitung eines anonymisierten Profils. Hier wir eine Art Zusammenfassung an das Kundenunternehmen geschickt, jedoch Namen und weitere Stammdaten, die auf den Bewerber schließen lassen. Diese Form der Weiterleitung kann dazu dienen, die Bedarfe des Kunden erst einmal abzuklopfen ohne einem Bewerber unnötig Hoffnung zu machen. Sobald das Unternehmen Interesse signalisiert, muss eine Zustimmung zur Weiterleitung der Bewerbung beim Kandidaten eingeholt werden.

Also doch alles daten-sicher?

Natürlich ist man vor schwarzen Schafen nie gefeit und im Zeitalter der Digitalisierung bzw. der Online Bewerbung ist die Speicherung und Weitergabe von Daten natürlich sehr einfach. Aus rechtlicher Sicht dürfen deine Daten nicht einfach weitergeleitet werden, von niemandem. Ein Verstoß gegen das Datenschutzgesetz kann für eine Personalagentur außerdem ziemlich teuer sein.

Du möchtest dich über eine Agentur bewerben? Achte darauf, was für einen Eindruck diese macht. Wie ist der Internetauftritt, die Präsens in Sozialen Medien etc. Was sagt dein Bauchgefühl, dubios oder vertrauensvoll? Gibt es Datenschutzrichtlinien auf der Webseite? Sollte es auf jeden Fall. Keine professionelle Agentur wird deine Unterlagen ohne dein Wissen weiterleiten bzw. ohne mit dir die einzelnen Schritte genau zu besprechen. Mit der ausdrücklichen Aufforderung im Anschreiben, dass deine Daten nur mit deiner Zustimmung weitergegeben werden dürfen, schärfst du auf jeden Fall noch einmal die Sensibilität des Lesers.

Über den Autor

Anna

Anna, unsere „Frau fürs Schöne“, war bis November 2016 verantwortlich für alles rund ums Personalmarketing. Als studierte Kommunikationswissenschaftlerin mit Nebenfach Psychologie kam sie 2013 zu uns ins Team. Seitdem berichtete sie über den Weg vom Berufsanfänger zum "Experten" und schrieb mit Einfühlungsvermögen über die Höhen und Tiefen bei der Jobsuche und im Arbeitsalltag. Im Büro versorgte Hobbyköchin Anna uns mit den neusten Rezepten, flotten Sprüchen und viel guter Laune.

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