Bewerbung & Interview

Das Anschreiben

Anschreiben, Quelle: unsplash/pixabay.com
Geschrieben von Niklas

Der erste Schritt zu einer erfolgreichen Bewerbung

In der Regel gehört zu jeder Bewerbung ein Anschreiben. Es soll dem Personaler eine erste Vorstellung vom Bewerber ermöglichen und ihm erläutern, warum grade diese Person sich bei genau diesem Unternehmen beworben hat. Vielen Bewerbern fällt es jedoch schwer, ein gutes Anschreiben zu verfassen, da sie sich über dessen Inhalte unsicher sind. Den meisten Personalern hingegen fehlt die Zeit, sich lange mit den Bewerbungsschreiben zu beschäftigen. Es gilt also, alle wichtigen Informationen möglichst pointiert im Text unterzubringen, ohne dabei einen arroganten oder kalten Eindruck zu vermitteln. Im Folgenden wollen wir dir dabei helfen, ein ansprechendes Anschreiben zu verfassen, damit die nächste Bewerbung ein voller Erfolg wird.

Der Einstieg

Der erste Satz ist für die meisten Bewerber der schwierigste. Gleichzeitig ist er aber auch einer der wichtigsten Sätze, da der Leser von Beginn an neugierig auf die Person hinter dem Anschreiben gemacht werden soll. Dies klingt zunächst erstmal wie eine schwer lösbare Aufgabe, doch die ersten Hürden können bereits mit kleinen Schritten gemeistert werden. So gehört, bevor der eigentliche Text beginnt, erstmal die eigene Adresse aufs (virtuelle) Papier. Entweder als Block oder etwas eleganter als Kopfzeile können Vor- und Zuname, die Adresse sowie die Kontaktdaten, also Telefonnummer und Mail-Adresse, angegeben werden.  Auch eine vorhandene Webseite, das XING-Profil und unter Umständen sogar das, natürlich zu diesem Zweck aufbereitete, Facebook-Profil, können ergänzt werden. Die meisten Personaler googlen die Bewerber heutzutage sowieso, also warum das Ganze nicht für sich nutzen? 😉

Darunter folgt die Adresse des Unternehmens. Hier, wie auch in der Anrede zu Beginn des Textes, empfiehlt es sich sehr, eine konkrete (zuständige) Kontaktperson ausfindig zu machen, da der Personaler sich dann direkt angesprochen fühlt. Dabei sollte man sich auch vor einem Anruf beim Unternehmen nicht scheuen. Unter dem, meist rechtsbündig angeordneten, Datum (bestenfalls Tag der Versendung) folgt die Betreffzeile. Hier wird die Stelle genannt, auf die sich der Bewerber bewerben möchte. Sollte eine Referenznummer in der Stellenausschreibung vorhanden sein, ist dies der richtige Platz sie anzugeben. Vor einiger Zeit war es außerdem üblich, in der Betreffzeile zu vermerken, wo und wann die Ausschreibung veröffentlicht wurde. Das würden wir heute nicht überbewerten. Das „Wo“ ist interessant für die Unternehmensstatistik, aber wenn ihr es nicht angebt, ist das kein Beinbruch.

Das „Ich-Sie-Wir-Prinzip“

Anschließend folgt der eigentliche Text. Hier bietet sich eine Dreiteilung nach dem „Ich-Sie-Wir-Prinzip“ an. So stellt sich der Bewerber im ersten Abschnitt kurz vor und kann einen Überblick über seine Fähigkeiten geben. Dabei sollte er darauf achten, seine Fähigkeiten auf die Anforderungen des Stellenprofils abzustimmen, statt allgemein (ab)genutzte Phrasen zu verwenden. Als Einleitungssatz sollte, nachdem die Kontaktperson/der Personaler selbstverständlich mit Namen angesprochen wurde, an einen vorangegangenen Kontakt angeknüpft werden.  Der Gesprächspartner wird dabei natürlich namentlich erwähnt. Gab es noch keinen Kontakt, kann der Bewerber Bezug auf den Fundort der Stellenanzeige nehmen oder, bei einer Initiativbewerbung, den Grund für die Bewerbung bei diesem Unternehmen kurz beschreiben. Auch, ab wann die Stelle angetreten werden kann, kann hier erwähnt werden.

Im zweiten Abschnitt sollte der Bewerber kurz darstellen, warum er sich gerade für dieses Unternehmen interessiert und dabei signalisieren, dass er sich bereits mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hat.

Im dritten Teil werden schließlich die ersten beiden Absätze miteinander verbunden. Hier kann der Bewerber davon überzeugen, warum er die richtige Wahl sowohl für das Unternehmen als auch die ausgeschriebene Stelle ist. Bei Initiativbewerbungen kann hier der Leser außerdem davon überzeugt werden, dass die anvisierte Position dem Unternehmen noch fehlt und unbedingt (vom Bewerber selbst) besetzt werden muss.

Abgeschlossen werden kann das Schreiben bspw. mit „freundlichen“, aber auch „vielen“ Grüßen. Ersteres wirkt formaler, letzteres strahlt etwas mehr Sympathie aus. Darunter folgt die Unterschrift des Bewerbers. Optimalerweise ist der Name leserlich geschrieben, so dass auf die maschinelle Angabe des Namens unter der Unterschrift verzichtet werden kann. Ganz unten auf dem Schreiben wird auf die beigefügte Anlagen hingewiesen. Statt einer einfachen Aufzählung kann auch ein Postskriptum (PS) mit einem kleinen Textzusatz genutzt werden.

Das perfekte Anschreiben existiert nicht

Ein Bewerber sollte bei der Erstellung einer Bewerbung immer daran denken, dass keine Vorlage jedem Unternehmen gerecht wird. Je nach Unternehmen kann auch ein lockerer Sprachstil erfolgsversprechender sein als ein (langweilig-)formales Schreiben. Darüber hinaus erfreuen sich auch kreative Bewerbungen wachsender Beliebtheit.

Allgemein gilt jedoch, dass der Bewerber selbstbewusst und dynamisch schreiben, dabei aber nicht überheblich oder arrogant rüberkommen sollte. Niemand mag Bewerber, die sich für unschlagbar halten, ohne dafür stichhaltige Argumente geliefert zu haben. Aus diesem Grund bietet sich außerdem an, statt allgemeiner Floskeln die eigenen Fähigkeiten mittels tatsächlicher Tätigkeiten anzuführen. Warum nicht die eigene Flexibilität an das Auslandspraktikum knüpfen?

Ist das Schreiben fertig, sollte es nochmal gründlich auf Rechtschreibfehler, Inhalt und Vollständigkeit geprüft werden. Grade wenn mehrere Unternehmen angeschrieben werden sollen, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass keine Angaben durcheinander gebracht wurden. Es wäre sehr ärgerlich, wenn der Personaler mit dem Namen des Verantwortlichen aus dem Konkurrenzunternehmen angesprochen wird. 😉

Zu guter Letzt gilt, alle Unterlagen einheitlich zu gestalten. Es gibt verschiedene Schriftarten, mit und ohne Serifen, die sich eignen, auf besonders verspielte oder schlecht lesbare sollte jedoch verzichtet werden. Die Schriftfarbe ist klassisch schwarz und die Schriftgröße weder zu groß noch zu klein. Mehr als drei Schriftgrößen für Text und Überschriften wirken chaotisch.

Alle Schritte zur Erstellung eines guten Anschreibens haben auch noch einmal in einem Video zusammengefasst:

 

Wenn all die Tipps berücksichtigt werden, sind die Chancen auf Erfolg bereits sehr hoch. Sollte es nicht gleich mit der ersten Bewerbung klappen, nicht den Mut verlieren und weiter versuchen. Wenn alles nichts hilft, bleibt immer noch die Guerilla-Bewerbung… 😉

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Über den Autor

Niklas

Niklas ist unser Neuer im Team. Er studiert Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Marketing und wird uns im Rahmen seines Pflichtpraktikums für 3 Monate vor allem im Bereich Personalmarketing unterstützen. Zum Glück bringt er ein technisches Verständnis mit, damit wir künftig auch die Rubrik IT & Technik mit interessanten Artikeln füllen können... ;)

1 Kommentar

  • Anschreiben sind ja immer Geschmacksache.
    Als Personaler regt es mich aber immer wieder auf, wenn Bewerber anrufen, nur um den Namen eines Ansprechpartners herauszufinden. Mich schreckt es überhaupt nicht ab, wenn mein Name nicht genannt wird, zumal ich denke, dass der Abteilungsleiter derjenige ist, der hauptsächlich erreicht werden muss. Die stört ein fehlender Name aber auch nicht, viel wichtiger sind die Inhalte des Anschreibens bei denen es klicken muss.

    Telefonate, die sich nur um Ansprechpartner drehen, empfinde ich jedenfalls als Zeitverschwendung. Wenn man sich bei uns bewirbt (Online-Tool), kann man davon, dass die Bewerbung (Workflow) auch ohne persönliche Anrede in die richtigen Hände gerät.

    Also: Wenn schon vorher angerufen wird, dann bitte mit echten inhaltlichen Fragen.

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