Bewerbung & Interview

Was tun, wenn auf die Bewerbung keine Antwort kommt?

Sanduhr Lupo/pixelio.de
Geschrieben von Anna

Bewerbung: Deckblatt? Check. Anschreiben und Lebenslauf? Check. Zeugnisse? Check. Versenden. Klick. Herzrasen. Und dann? NICHTS.

Worauf ich hinaus will? Das es immer noch Gang und Gebe zu sein scheint, dass Unternehmen Bewerbern keine Rückmeldung geben. Gestern hat sich eine Bewerberin bei mir bedankt, dass ich ihr eine Absage am Telefon übermittelt habe. Mir ist das Herz in die Hose gerutscht, weil ich keine guten Nachrichten hatte und sie sagt danke. Irgendwie wurmt mich das. Weil ich diese Situation selbst durchlebt habe und weil ich es niemandem gönne, so in der Luft zu hängen und sich wieder und wieder zu fragen, ob die Bewerbung auch wirklich im Unternehmen eingegangen ist. Was kann man tun, wenn man trotz ständiger Optimierung seiner Unterlagen auf keine Bewerbung eine Antwort bekommt?

Geduld muss sein

Es ist nicht die Regel, auch wir versuchen immer schneller zu sein, aber 3 – 4 Wochen können schon mal vergehen, bis man eine Rückmeldung bekommt. Ein bisschen Zeit solltet ihr also schon zugestehen, es sollen ja alle Bewerbungen (einschließlich eurer) gewissenhaft eingesehen werden. Leider versenden nicht alle Unternehmen eine Eingangsbestätigung. So schön das für einen Bewerber ist, es kostet eben auch Zeit. Manche Unternehmen setzen auch eine Frist, bis wann man seine Bewerbung einsenden kann. Wenn dann erst nach Ablauf der Frist alles gesichtet wird, kann das etwas Zeit in Anspruch nehmen. Also erstmal, keine Panik!
Nach 4 Wochen kann man dann aber schon mal ruhigen Gewissens nachhaken. Der Ton macht hier natürlich die Musik. Manchmal kann man so sogar Pluspunkte sammeln, wenn der Personaler schon mal eine Stimme zu den Unterlagen hat.

Nach einem Bewerbungsgespräch ist der Griff zum Telefon übrigens schon nach zwei Wochen angebracht.

Nachfrage zur Bewerbung am Telefon

Es ist euer gutes Recht, eine Reaktion auf eure Bewerbung einzufordern. Am besten und einfachsten ist ein Telefongespräch – Anfragen über Social Media Plattformen sind ein No-Go! Da sich viele Bewerber unsicher sind, ob und wie sie auf ein Unternehmen zugehen, hier ein paar Hinweise zur Vorbereitung und Durchführung eines „Nachfragetelefongespräches“.

Vorbereitung

Vor dem Telefonat solltet ihr euch Schreibzeug, eure Bewerbung, eine aktuelle Telefonnummer und euren Terminkalender bereit legen. So könnt ihr euch den Namen des Angerufenen notieren, Termine für spätere Anrufe oder Gespräche koordinieren und kommt bei Fragen nach Versanddatum, Telefonnummer etc. nicht ins Schwitzen.

Formulierung und Tonfall

Ja, es ist nicht ganz leicht und man ist aufgeregt. ABER nehmt euch die Zeit und denkt kurz über das Gespräch nach. Mit der Tür ins Haus zu fallen ist genauso unangebracht, wie aggressiv zu sein. „Ich wollte mal wissen, ob meine Bewerbung angekommen ist.“ klingt irgendwie plump und die Technik ist soweit, dass wir von einer 99%igen Eingangschance ausgehen können. Sätze wie „Ich bin sehr an der Stelle interessiert, weiß natürlich, dass Sie etwas Zeit zur Sichtung brauchen, würde mich aber über eine kurze Aussage zu meinen Chancen freuen.“ ziehen da schon eher. Verwendet positive Formulierungen, bringt eure Motivation in die Frage ein und äußert keine Vorwürfe. Ihr sollt euch nicht als Bittsteller fühlen, aber die Person am anderen Ende kennt euch nicht und hat möglicherweise viel zu tun. Gebt ihr also erst gar nicht die Möglichkeit, euch aufdringlich oder unsympathisch zu finden. Arroganz ist auch nicht angebracht. Sätze wie „Ich brauche die Antwort, denn ich habe noch 3 andere Angebote offen und nehme sonst eines dieser an.“ sind nicht zu empfehlen, denn ihr wollt ja was von dem Unternehmen.

Ablauf des Telefonates

Nach der Begrüßung solltet ihr euch kurz vorstellen. Dazu gehört natürlich auch, die Stelle zu nennen, auf die ihr euch beworben habt. Danach formuliert ihr eure Frage nach dem Stand und solltet eigentlich auch eine Antwort oder wenigstens einen Ansprechpartner erhalten. Bedankt euch auf jeden Fall für die Informationen und das Telefonat. Ich habe mal gelesen, es empfiehlt sich, den Namen des Gegenübers zu nennen, zur Begrüßung und zum Abschied. Angeblich, weil manche Menschen gern ihren Namen hören. Entscheidet das nach eurem Bauchgefühl. Hierdurch plump rüber zu kommen, sehe ich als Gefahr. Auf „Bitte“ und „Danke“ kommt es an.

Sich selbst zum Telefonat zu überwinden, ist natürlich nicht so leicht, wie es hier vielleicht klingen mag. Traut euch, kann ich nur sagen. Ich finde, es ist ein Unding, Bewerber so in der Luft hängen zu lassen. Ein Unternehmen, dass euch eure Nachfrage als Minuspunkt anrechnet, obwohl ihr gewartet habt und höflich seid, bei dem wollt ihr gar nicht arbeiten.

Über den Autor

Anna

Anna ist unsere „Frau fürs Schöne“ und war bis November 2016 verantwortlich für alles rund ums Personalmarketing. Als studierte Kommunikationswissenschaftlerin mit Nebenfach Psychologie kam sie 2013 zu uns ins Team. Seitdem berichtete sie über den Weg vom Berufsanfänger zum "Experten" und schrieb mit Einfühlungsvermögen über die Höhen und Tiefen bei der Jobsuche und im Arbeitsalltag. Im Büro versorgte Hobbyköchin Anna uns mit den neusten Rezepten, flotten Sprüchen und viel guter Laune.

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