Bewerbung & Interview

Guerilla Recruiting – Jobangebot mit der Pizzabestellung

Quelle: Tanja Ritter/pixelio.de
Geschrieben von Gastautor

Guerilla Marketing ist bereits in aller Munde, aber was ist Guerilla Recruiting und welche erfolgreichen Beispiele findet man dazu im Netz? Im heutigen Gastartikel gibt uns Andrea Kaczmarek aus Lübeck einen Einblick, wie man in Zeiten von „Bewerberknappheit“ kreativ neue Fachkräfte anwirbt...

Um aus der Masse an Bewerbungen heraus zu stechen und den heiß ersehnten Traumjob zu ergattern, entwickeln manche Bewerber äußerst kreative Ideen. Allerdings gilt dieses mitunter auch anders herum. Auch für Unternehmen gibt es heute neben den Klassikern Printanzeigen, Online Jobbörsen und Co. vielfältige Möglichkeiten, um auf sich aufmerksam zu machen und neue Mitarbeiter für sich zu gewinnen.
Eine besondere Option möchte ich heute vorstellen, das Guerilla Recruiting.

Worum geht es beim Guerilla Recruiting?

Taktiken des Guerilla Marketings nutzen den Überraschungsmoment. Mit ausgefallenen Aktionen soll möglichst viel Aufmerksamkeit bei der Zielgruppe erregt werden. Der Begriff Guerilla geht dabei zurück auf eine spezielle Art der Kriegsführung, bei der unkonventionelle Taktiken im Hinterland des Gegners angewendet werden. Dabei verspricht das Guerilla Marketing mit einem vergleichsweise geringen Budget einen hohen Effekt zu erzielen.

Diese Methode eignet sich auch, um neue Mitarbeiter zu gewinnen und so habe ich mich im Netz mal nach ein paar Beispielen umgesehen:

Über eine Pizzabestellung zum nächsten Job
Die Agentur Scholz & Friends schuf die „Pizza Digitale“, um potenzielle Kandidaten zu einem Jobwechsel zu bewegen. Diese lieferte ein Hamburger Bestelldienst vier Wochen lang jedes Mal, wenn bei einer Konkurrenzagentur Pizza bestellt wurde, kostenlos mit. Auf der Pizza war ein QR Code aus Tomatensauce. Wurde dieser Code eingescannt, landete man auf einer Website, in der Scholz & Friends dazu aufriefen, sich bei ihnen zu bewerben.

Programm downloaden – Stellenangebot erhalten
Auf der Suche nach neuen Webdesignern baute die Firma Ogilvy auf die illegale Programmpiraterie. Sie stellten auf verschiedenen Filesharing-Seiten eine „Adobe Photoshop“ Datei ein. Wer diese Datei runterlud und das Programm installierte, hatte plötzlich eine Stellenanzeige auf seinem Bildschirm vor sich, in der unter anderem auch damit geworben wurde, dass bei Ogilvy alle notwendigen Designprogramme kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Daraus entstand ebenfalls ein kurzer Clip, den man sich auf Youtube anschauen kann.

Rätselspaß
Pixabit Interactive entwickelte eine kleine Schnitzeljagd, um Webentwickler für sich zu gewinnen. Dafür verteilten Mitarbeiter Pfefferminzbonbons und Flyer mit einem Zahlenrätsel auf der Straße, in Kneipen und Universitäten. Die Lösung des Rätsels ergab die Adresse einer Website, die zu einer Bewerbungsmaske führte. Wer diese ausfüllte wurde von Pixabit Interactive für ein Bewerbungsgespräch eingeladen.

Weitere Aktionen gibt es zum Beispiel von IKEA oder Google. Auch die Wollmilchsau Blogger berichten immer mal wieder über besonders kreative und witzige Recruitingstrategien.

Guerilla Recruiting mag für Großunternehmen vielleicht nur eine Strategie unter vielen sein. Ich persönlich finde aber, dass es gerade für kleinere (unbekannte) Unternehmen oder Mittelständler eine spannende Option sein kann, das eigene Unternehmen vorzustellen und Leute zu erreichen, die noch gar nicht aktiv über einen Jobwechsel nachdenken.

Was haltet ihr von solchen außergewöhnlichen Aktionen? Kennt ihr noch andere unkonventionelle Beispiele oder seid ihr vielleicht selber über einen solchen Weg auf eure Traumstelle gestoßen?

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