Bewerbung & Interview

Bild reicht…

Klappe, die 247. So könnte man das wirklich sagen. Da wir aber dieses Jahr noch nicht darüber berichtet haben, mache ich heute den Anfang und freue mich schon jetzt auf die Lawine, die ich höchstwahrscheinlich damit wieder lostreten werde.

Dani hat ja schon einmal begonnen und über unnützes Wissen im Lebenslauf geschrieben. Was mich aber zusätzlich noch beschäftigt, sind scheinbar sinnlose Fragen am Telefon, unnötige Hinweise in E-Mails oder die hundertste Antwort mittels eines einfachen „ja“. Doch zurück zum Anfang. Neulich erhielt ich eine Bewerbung, habe mich gefreut und dann folgenden Text lesen müssen:

Bezugnehmend auf die Stellenanzeige auf Ihrer Homepage, finden Sie im Anhang meine Kurzbewerbung. Ich habe Referenzen und Zeugnisse. Diese sende ich Ihnen zu, sollten Sie Bedarf haben.

Na super. Diesen Satz hätte sich der Bewerber wirklich sparen und stattdessen gleich alle Unterlagen anhängen können. Wie in der Stellenausschreibung und auf unserer Homepage eben gefordert. Das spart unnötigen E-Mail-Verkehr und demzufolge einen Haufen Zeit. Klar gibt es Unternehmen, die wollen erst einmal nicht ein riesen Pamphlet an Unterlagen, aber wenns doch in der Anzeige steht, dann macht es einfach so.

Das nächste, und ich merke, wie ich mich ganz leicht in Rage reden und schreiben kann, ist die Frage: Welche Unterlagen soll ich Ihnen denn schicken? AHHHH, na alle, die für die Stelle relevant sind. Nach dem 10. Anruf gleicher Art möchte man manchmal sehr gern einfach sagen: Ach wissen Sie, ein Foto reicht.

Das ist natürlich Spaß und wir würden das so auch nie machen. Das entspricht genau dem Gegenteil unserer Firmen- und Persönlichkeitsphilosophie und natürlich verstößt so eine Antwort auch gegen das AGG. Aber es ist immer sinnvoll, die Anzeige richtig sorgfältig zu lesen und nur im Falle eines echten Unverständnisses anzurufen. Ich persönlich telefoniere sehr gern, freue mich auch immer, wenn ein Bewerber (vor allem bei Praktikanten) anruft und sich erkundigt, aber viele Dinge muss man nicht am Telefon klären, weil die schlichtweg in der Anzeige oder auf der jeweiligen Homepage stehen.

Also: Nutzt die Zeit, lest die Anzeige und schickt uns vollständige Unterlagen, wenn sie gefordert sind. Dankeschön 🙂

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3 Kommentare

  • Hey Claudi,

    „Welche Unterlagen soll ich Ihnen denn schicken? AHHHH, na alle, die für die Stelle relevant sind.“

    Ach; wie schön, dass Personaler immer mir immer wieder Gelegenheit geben, mich über sie aufzuregen:

    1. stört der Tonfall, mit dem Personaler, die meinen der Welt ihre Sicht der Dinge mitteilen zu müssen, ihre Weisheiten darlegen
    2. in Bezug auf die zitierte Stelle, mag ich nur eine Sache anfügen. Das Bestimmen der Unterlagen, die für die Stelle relevant sind, erweist sich in der Tat als recht subjektiv. Daher versetzt euch auch einmal in die Lage der Bewerber, bevor ihr wie von oben herab redet.
    3. ach ja, und ich glaube, ihr werdet dafür bezahlt. Also entspannt euch mal ein wenig. Wenn ich mich immer gleich über alles aufregen würde, was die Leute in meiner Umgeben falsch machen, obwohl es doch sooo logisch ist (Informationstechnologie), dann käme ich nie zum Arbeiten.

    Im realen Leben habe ich bisher nur nette Personaler kennen gelernt. Nur, wenn ich mal das Web durchstöbere und mir die Meinung von ihnen in Foren, Blog etc. anhöre, dann schwingt da immer so ein Zynismus mit, der mich irgendwie bös aufstößt. Was ich damit sagen will, ich kann doch wohl eine respektvolle und professionelle Sprache erwarten. Mir kommt es immer so vor, als müssten sich Personaler im Web auskotzen, weil ihr Psychiater sie nicht mehr gebacken bekommt.

    Das Problem, was aus dem unprofessionellen Umgang mit den Fehlern der Bewerber entsteht, ist, dass eine nicht einheitliche Vorstellung von der perfekten Bewerbung entsteht. Jeder Personaler gibt seine persönlichen Neigungen und Macken als das Must-Have der Bewerbungsunterlagen an. (Im Falle dieses Blog ist das natürlich nicht so, aber es gibt genügen Baustellen bei Bewerbungen). Und das kritisiere ich scharf.

    Kurz noch zum eigentlichen Thema: des Lesens mächtig sollte man schon sein. Dem stimme ich zu. Aber auch das Schreiben entsprechend gearteter Anzeigen ist eine Kunst. Also bitte keinen Interpretationsspielraum lassen. (bestes Beispiel: „eine aussagekräftige Bewerbung“ <= was zum Kuckuck soll das denn heißen? Ich verschicke ständig Bewerbungen, in denen ich einfach nur mal "Hallo" sagen will. Sorry, das war wieder ein unprofessioneller Ausrutscher 😉 Aber das ist ja nur ein Kommentar. 😀 )

    Das war's von meiner Seite.
    Sven

    PS: Cooler und hilfreicher Blog; weiter so. Das einzige, was ich vermisse ist eine Zitierfunktion. Oder habe ich sie übersehen?

  • @Sven: erst einmal ein großes Dankeschön an Dich für Deinen Kommentar. Ich wollte natürlich auch provozieren mit meinem Beitrag heute. Wir wollen in erster Linie unsere Leser aufklären, was im Personaleralltag so passiert und vor allen Dingen, was für Bewerbungen und in Hinblick auf Vorstellungsgespräche wichtig ist. Vor allem wollen wir mit einigen Fakten, die in den ach so tollen Bewerbungsratgebern angeraten werden, aufräumen. Als Beispiel dient hier wieder der Anruf bei Firma XY. Hier sagen die Ratgeber, dass man doch anrufen soll. Unser Anliegen hierbei ist es, die Leser zu sensibilisieren, dass sie doch vorher nachdenken, warum sie anrufen könnten, nicht es einfach zu tun (bspw. mit der Frage, kann ich mich bei Ihnen bewerben?)
    Auch muss ich Dir Recht geben: Aussagen in Stellenanzeigen wie: aussagekräftige Unterlagen, sind natürlich wirklich Mist und helfen niemandem weiter.
    Und ja, wir werden für unsere Arbeit bezahlt und machen die natürlich auch gern. Ich freue mich, wenn ich angerufen werde und ich bin auch sonst echt nett 🙂 Ich wollte mich aber auch einfach mal etwas sarkastisch äußern und Euch daran teil haben lassen…

    Ich freue mich aber, dass ich Dich nicht total abgeschreckt habe und Du unser Blog trotzdem gerne liest.

  • Danke Claudi, für Deine Antwort. 🙂

    „Vor allem wollen wir mit einigen Fakten, die in den ach so tollen Bewerbungsratgebern angeraten werden, aufräumen.“
    Das finde ich sehr gut. Das ist auch ein Grund für meine Aufregung. Wenn man sich als unerfahrener Absolvent bewerben soll, dann hört man tausend widersprüchliche Meinungen. Jeder hätte dann gerne seine Lieblingsfarbe und Lieblingsschriftart in des Bewerbers Bewerbung verewigt. Daher ist es das Beste, sich einfach mal in die Lage des anderen zu versetzen. So halte ich es auch beim Verfassen meiner Bewerbungen.

    „Ich freue mich, wenn ich angerufen werde und ich bin auch sonst echt nett :)“
    Ach so? Na, lass mal machen. 😀

    „Ich freue mich aber, dass ich Dich nicht total abgeschreckt habe und Du unser Blog trotzdem gerne liest.“
    Ich finde das, was ihr macht, sehr sinnvoll. Von eurem Blog habe ich durch den Gerhard erfahren. Kann man nur weiter empfehlen.

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