(Neue) Arbeitswelt

Ist dein Job der beste der Welt?

Freelancer, Quelle: PublicDomainPictures/pixabay.com
Geschrieben von Anna M

Wenn eine Stellenbeschreibung mit dem Satz „Der beste Job der Welt“ anfangen würde, wie viele Menschen würden sich darauf wohl bewerben? Ist es eigentlich wichtig, wie die Jobbezeichnung ist? Macht uns der Titel glücklich und den Job zum besten Job der Welt? Ist es nicht wichtiger, wie man seine Arbeit sieht und wie man sich damit identifiziert? Machen wir nur unseren Job, Karriere oder haben eine Berufung?

Natürlich braucht jeder Geld zum Leben. Rechnungen müssen bezahlt werden, man braucht ein Dach über dem Kopf, was zu essen, man will sich amüsieren, in Urlaub fahren und vielleicht auch etwas zur Seite legen. Dafür braucht man also einen Job und manchmal ist man auch in der Situation, dass es einem völlig egal ist, was es für ein Job ist, ob er Spaß macht, ob man glücklich ist und ob man sich damit identifizieren kann un ob man die Welt damit verbessert. Job ist Job und nach dem Feierabend beginnt täglich das wirkliche Leben. Die Menschen, die ihre Arbeit nur als Notwendigkeit sehen, sind selten zufrieden und glücklich damit.

Diejenigen, die eine Karriere machen, haben andere Sorgen. Für sie zählt der persönliche und berufliche Erfolg im Job am allermeisten und dafür geben sie andere Sachen auf. Prestige und Macht sind die wichtigsten Faktoren für das Vorankommen auf der Karriereleiter. Von purer Zufriedenheit kann man hier nicht wirklich reden, sagen viele. Die höchste Stufe der Zufriedenheit bei seiner Arbeit erfahren diejenigen, die ihren Job als Berufung sehen. Für sie ist weder der finanzielle Nutzen noch die Aufstiegsmöglichkeiten essenziell, sondern die persönliche Verwirklichung. Arbeit bedeutet also, dass die Menschen den Wert dieser in ihr selbst sehen und sie ihnen nicht als Zweck für etwas anderes dient – Arbeit als Selbstzweck. Bei diesen Menschen fällt vor allem auf, dass ihnen nach einigen Tagen ohne ihre Arbeit etwas fehlt. Der Titel ist also nicht ausschlaggebend. So gibt es in allen Bereichen alle drei Arten von Arbeitseinstellungen. Auch wenn man das nicht glauben mag, sehen einige Ärzte oder Krankenschwester ihren Job nicht als Berufung, sondern lediglich als einen Job. Für jemanden, der „bloß nur“ Hausmeister ist, kann sein Job die absolute Erfüllung sein und somit als der bester Job der Welt für ihn persönlich bezeichnet werden.

Ein Psychologieprofessor hat drei Wege aufgezeigt, die jeden Job zum Besten der Welt machen. Man sollte positive Gefühle seinem Job gegenüber zulassen und festigen. Ein Hausmeister im Krankenhaus beispielsweise, der große Befriedigung beim Ausführen seiner täglichen Arbeit verspürt, sieht sich nicht nur bloß als Reiniger, sondern auch als Heiler – er fühlt sich dafür verantwortlich, dass Menschen schneller gesund werden, da das Krankenhaus sauber ist. Dann muss man auch den Sinn und Zweck in seinem Beruf finden und verinnerlichen. Jeder Job ist für irgendwas gut und enorm wichtig – man muss den tieferen Sinn erkennen. Der dritte Schritt auf dem Weg zum besten Job der Welt ist die Verbindung der eigenen Stärken, Werte und vor allem Passion zum Job.

Mit dieser Taktik soll angeblich die Zufriedenheit und der Erfolg im Job ansteigen. Ich glaube nicht, dass man bei jeder Arbeit diese Taktik anwenden kann. Nicht jede Arbeit ist dafür prädestiniert, die Welt zu verbessern. Ich glaube, dass es viele Menschen gibt, die gern einen anderen Job hätten, da sie ihrer unglücklich macht, unterfordert oder nicht erfüllt, doch sie haben keine andere Wahl. Jeder kann sich glücklich schätzen, der seine Arbeit als sinnvoll, befriedigend und trotzdem auch gewinnbringend bezeichnen kann. Den alleine von absoluter Erfüllung kann sich keiner was zu essen kaufen.

Bei der Recherche für diesen Artikel bin auch auf das Foto oben gestoßen und damit den besten Job der Welt für meine Kollegin Lisa gefunden, die ein großer Pandabärfan ist. Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr euren Traumjob gefunden?

 

Über den Autor

Anna M

Anna war von März 2013 bis Ende 2014 im Bereich Recruiting bei uns tätig. Nach ihrem Magisterstudium in Slawistik, Romanistik und Auslandsgermanistik war sie zunächst als Vertrieblerin tätig. Am liebsten berichtete Anna über den Perspektivwechsel vom Bewerber zum Personaler und ihre oft amüsanten Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag.

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