Bewerbung & Interview

Kraftausdrücke im Vorstellungsgespräch?

Ein Vorstellungsgespräch ist ja immer eine aufreibende und außergewöhnliche Sache. Und jeder, der zu einem eingeladen wird, wird sich sicher auf seine Weise darauf vorbereiten. Da surft man im Internet, durchsucht die Seiten des Unternehmens, versucht so viel wie möglich über den potentiellen neuen Arbeitgeber herauszufinden. Da kann es auch mal nicht schaden, sich nochmal in seinen Fachbereich einzulesen. Ich denke da besonders an Hochschulabsolventen, die sich für eine Stelle als Informatiker beworben haben. Da denkt man eigentlich, dass das theoretische Wissen noch frisch ist, aber lieber nochmal aufpoliert und dann nicht gebraucht, als vor eine Aufgabe gestellt werden, die man nicht lösen kann. So viel zur Theorie.

Man kann, wenn man noch keine große Erfahrung in Sachen Vorstellungsgespräch hat, Ratgeber lesen oder unser Bewerberblog oder einfach Bekannte und Freunde fragen. Überall wird einem mit Sicherheit geraten werden, man selbst zu sein, denn niemand wird glücklich, wenn man aufgrund des Verstellens der eigenen Art genommen wird, denn das hält man im Alltag nicht lang aufrecht. Aber: Ein gewisses Maß an Zurückhaltung muss dennoch drin sein.

Ein Vorstellungsgepräch ist, egal wie locker oder freundlich einem das Gegenüber ist, eine professionelle Situation und sollte als solche auch betrachtet werden. Hier kann man auch mal den einen oder anderen Spaß machen, das lockert auf und zeigt, dass man sich als Bewerber auch in schwierigen und aufregenden Situationen gut „verkaufen“ kann. Aber versteht man als Bewerber den Ernst der Lage nicht, flachst herum und wird auch nach mehrmaligem Hinweisen nicht ruhiger und angemessener, dann ist die schlechte Stimmung schon fast vorprogrammiert und die Absage nicht weit. Ich schreibe das, weil ich neulich mit einem Kandidaten zusammen saß, der genau diese Dinge einfach ignoriert hat und dennoch auf seine merkwürdige Art von oben herab über andere geredet hat, dass es zum schlechten Feedback des Firmenchefs kommen musste. Das ging so weit, bis der Bewerber über einen ehemaligen Projektmitarbeiter als „faule Sau“ sprach.

Ich habe dann das Gespräch beendet und der anwesende Geschäftsführer hat dem Kandidaten noch einmal sein persönliches Feedback gegeben, was alles andere als rosig ausfiel und dem ihm mit Sicherheit (zumindest hoffe ich das für weitere Gespräche) zum Nachdenken über sein Auftreten gebracht. Schade insgesamt, denn inhaltlich war er ganz gut. Und nun musste er noch über 2 Stunden mit diesem blöden Gefühl des Versagt habens nach Hause fahren.

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2 Kommentare

  • Hmm, glaubst Du wirklich, dass ein Bewerber, der so respektlos über Kollegen und Chefs im Vorstellungsgespräch daherredet, danach irgend welche Skrupel ob seines eigenen Verhaltens entwickelt? Da wäre ich pessimistisch, was im Umkehrschluss bedeutet, dass man sich nicht gar so viele Gedanken darüber machen muss, wie die eigene Botschaft, das Feedback verkraftet worden sein könnte. Es gibt eben Menschen, für die ist im Zweifel immer der Gegenüber an allem schuld, auch an der ureigenen Misere.

  • Ich schließe mich Michas Meinung an. Es gibt Menschen, die sich wenig oder schlecht in andere Menschen hineinversetzen können und die Welt durch ihre ureigene Brille sehen. Selbst nach negativem Feedback wundern sie sich über alle anderen statt ihr eigenes Verhalten zu hinterfragen. Ich erlebe dies auch sehr häufig bei unseren BewerberInnen, die bei einem Vorstellungsgespräch dem gesamten Team negativ auffallen aber dennoch trotz Qualifikation sprachlich recht dummdreist agieren. Bietet man Ihnen Hilfen, werden diese gar nicht als solche erkannt. Entscheidet man sich trotzdem für sie, sind Probleme meist programmiert.

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