(Neue) Arbeitswelt

Chef, ich hab da mal ´ne Frage… – dreiste Anfragen von Arbeitnehmern

Jeder Arbeitnehmer ist einzigartig. Es gibt die ganz braven fleißigen Bienchen, die sich alles gefallen lassen und sich scheuen, selbst bei einer anstehenden Gehaltsverhandlung in den Termin zu gehen, weil sie Angst haben, das Wort „Geld“ überhaupt in den Mund zu nehmen. Das andere Extrem sind Menschen, die meinen, aus Allem und Jedem den eigenen Vorteil ziehen zu müssen. Um diese letztgenannte Spezies soll es heute gehen.

Seit ein paar Tagen muss ich über eine Geschichte schmunzeln, die mir zu Ohren gekommen ist. Zum Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens  sei ein Mitarbeiter gekommen mit der Bitte um Freizeitausgleich; schließlich habe er keine Zeit an der Firmenweihnachtsfeier teilzunehmen…. Alle Achtung dachte ich mir, auf diesen Gedanken muss man erst mal kommen! Kennt Ihr auch ähnlich groteske Anfragen von Mitarbeitern?

Schön finde ich auch die Story von einem Angestellten, der sich die Differenz zwischen Espresso und Kräutertee auszahlen lassen wollte; schließlich trinke er ja nur Kräutertee, der viel günstiger sei als der von Anderen täglich in Anspruch genommene Espresso. Wohlbemerkt werden den Mitarbeitern in diesem Unternehmen beide Getränke  kostenfrei ausgegeben.

Nicht ganz so drastisch ist der folgende Fall: Mitarbeiter, die nur halbtags arbeiten, aber an einem ganztägigen Seminar oder Weiterbildung teilnehmen – hier ist der Arbeitgeber verpflichtet, dem Angestellten auf dessen Bitte hin einen Freizeitausgleich zu gewähren. Aber allein schon die Frage danach, finde ich irgendwie peinlich.

Fakt ist, dass sich Angestellte selbst ins „Aus“ schießen mit derartig abstrusen Anliegen. Welcher Chef möchte denn mit solchen Leuten tatsächlich ernsthafte Themen behandeln, wenn sich schon bei Alltagsdingen solch geistige Verwirrungen zeigen?

Eigentlich zeigt das doch auch auf, wie verwöhnt wir als Einzelperson und als Gesellschaft mittlerweile sind. Als Arbeitnehmer stellen wir unsere Arbeitskraft zur Verfügung, bekommen dafür ein Gehalt, Urlaub, Entgeltfortzahlung bei längerer Krankheit, sind auf Arbeitswegen gegen Unfall versichert und dann passiert sowas… Irgendwie lustig, aber irgendwie auch ein bißchen traurig, oder?

Über den Autor

Angelika

Ist der Projekt-Profi unter uns und kümmert sich seit 2010 um die Vermittlung von Freiberuflern. IT- und Optikprojekte stattet sie schnell, unkompliziert und professionell mit den passenden Fachleuten aus - ein Anruf und das Projekt ist gerettet. Angelika hat Betriebswirtschaft studiert und ist zudem ausgebildete Heilpraktikern. Im Büro sorgt sie für unser medizinisches Wohl und außerdem, dank ihres wunderbaren Humors, oft für gute Laune.

1 Kommentar

  • Schon irgendwie spannende Stories.

    Grundsätzlich bin ich ja der Meinung, dass der Wandel weg vom allein Chef-hörigen Mitarbeiter zum gleichberechtigen Partner als Mitarbeiter bereits seit langem notwendig war. Warum sollte ein Mitarbeiter auch Angst haben, nach einer Gehaltserhöhung zu fragen? Natürlich vorausgesetzt, man deutet die Zeichen der Zeit richtig. Seinen Chef nach mehr Gehalt zu fragen, obwohl man selbst weiss, dass die aktuelle Auftragslage gerade alles andere als rosig ist, halte ich schon für schwerwiegend.

    Leider dreht sich das Verhalten einer Mitarbeiter in den letzten Jahren dann wie von Ihnen beschrieben manchmal sogar in das Gegenteil. Ich habe auch schon Mitarbeiter kennen gelernt, die sich tatsächlich darüber beschweren konnten, dass sie trotz Ihrer Position kein freien Entscheidungsmöglichkeiten bei ihren eigenen Arbeitszeiten hatten.

    Aber wie so oft im Leben, es gibt solche und solche. Aber beide brauchen wir glaube ich in Unternehmen auch.

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