Bewerbung & Interview

Wonder Woman und Superman gesucht!

Über Stellenausschreibungen für Superhelden

Du bist Anfang 20, hast ein sehr gut abgeschlossenes Hochschulstudium (vorzugsweise Master oder Diplom), besitzt Auslands- und 3-4 Jahre Berufserfahrung, sprichst 4 Fremdsprachen fließend, bist reisebereit, ausgeglichen und sozial kompetent? Dann bewirb dich doch bei uns!
Zugegeben, ein bisschen übertrieben ist das schon, aber hattet ihr nicht auch schon mal beim Lesen von Stellenausschreibungen das Gefühl, dass viele Unternehmen Übermenschen suchen?

Die richtigen Worte finden

Die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen, fällt vielen Menschen schwer. Gerade bei der Jobsuche sind viele unsicher, ob sie die Anforderungsprofile, die ihnen so begegnen, erfüllen können. Deshalb ist es auch nicht ganz einfach, eine Stellenausschreibung zu formulieren. Wie immer ist es der Mittelweg, der gefunden werden muss. Möglichst viele Bewerber zu einer Bewerbung bewegen, aber doch nur die, die auch wirklich qualifiziert sind, ansprechen. Und dabei versuchen, alles „schön“ zu formulieren – glaubt mir, auf der Suche nach Synonymen für die Worte Kenntnisse und Erfahrungen bin ich schon fast verzweifelt. 🙂 Was mich aber bei der Suche nach den richtigen Worten von Jobsuchenden unterscheidet, ich kann auf die Ausschreibung des Unternehmens und auf detaillierte Informationen eines Verantwortlichen zurückgreifen, um letztlich das gewünschte Profil zu formulieren. Fehlt dieser Einblick, schrecken manche Ausschreibungen schnell ab.

Die wichtigen Worte erkennen

Eine Entscheidung, ob man sich bewirbt oder nicht, sollte erst nach genauer Analyse der Ausschreibung erfolgen. Anders gesagt: nicht gleich den Mut verlieren, ggf. versuchen aus Substantiven Verben zu bilden. Dann lesen sich manche Voraussetzungen schon erfüllbarer.

Formulierungen wie „ein abgeschlossenes Studium im Bereich…“ oder „Berufserfahrungen im Umgang mit Programm xy“ sind so gemeint, wie man sie liest. Wer hier keinen Nachweis hat, hat schlechte Karten im Bewerbungsprozess eine Runde vorzurücken. Reflektiert aber dennoch, ob ihr nicht z.B. einen artverwandten Studiengang belegt habt und (andere) relevante praktische Erfahrungen nachweisen könnt – manche „Defizite“ kann man auch ausgleichen.

Etwas offener ist es im Bereich der Zusatzqualifikationen. Eigenschaften, die Pluspunkte bringen, aber nicht zwingend sind, erkennt man an Worten wie „wünschenswert“ oder „von Vorteil“. Erfüllt ihr nur diese nicht, müsst ihr euch nicht gleich Sorgen machen.
Am Ende vieler Stellenausschreibungen liest man häufig gewünschte Soft Skills, wie Teamfähigkeit oder Eigenmotivation. Manche würden nun sagen, das sind Floskeln. Andere, dass man hieran wichtige Details der Stelle und des Unternehmens erkennt. Ich sage, bewertet diese nicht über. Solche Begriffe sind dehnbar und können unterschiedlich bewertet werden. Könnt ihr hierzu etwas schreiben, z.B. weil ihr schon projektbezogen im Team gearbeitet habt, macht dies ruhig. Übers Knie gebrochene Dinge fliegen früher oder später auf.

Die motivierenden Worte zum Schluss 😉

Letztlich entscheidet über eine Einstellung oft, ob man „menschlich“ in ein Team passt. Wenn dies nicht funktioniert, kann die Stellenausschreibung noch so realistisch formuliert sein und die Fähigkeiten eines Bewerbers noch so großartig. Um euch besser durch das Formulierungswirrwarr zu finden und eure Chancen fürs Weiterkommen etwas zu steigern, beachtet folgende Punkte:

  • lest Anzeigen gründlich
  • streicht Füllwörter und versucht Substantive in Verben umzuformulieren, wenn ihr euch unsicher seid
  • identifiziert die Muss- und Kann-Kriterien
  • nennt und belegt in euren Unterlagen die Schlagworte, die ihr herausfiltern konntet
  • vergesst keine eurer Qualifikationen zu nennen/beschreiben

Auch ohne Superkräfte findet ihr so ein Unternehmen und werdet zu einem „Helden“ in einem Team.

Über den Autor

Anna

Anna, unsere „Frau fürs Schöne“, war bis November 2016 verantwortlich für alles rund ums Personalmarketing. Als studierte Kommunikationswissenschaftlerin mit Nebenfach Psychologie kam sie 2013 zu uns ins Team. Seitdem berichtete sie über den Weg vom Berufsanfänger zum "Experten" und schrieb mit Einfühlungsvermögen über die Höhen und Tiefen bei der Jobsuche und im Arbeitsalltag. Im Büro versorgte Hobbyköchin Anna uns mit den neusten Rezepten, flotten Sprüchen und viel guter Laune.

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