Bewerbung & Interview

Lebenslauf kreativ – macht das Sinn?

Eines möchte ich gleich vorwegnehmen, es macht überhaupt nur Sinn einen kreativ gestalteten Lebenslauf zu versenden, wenn er auch gut gemacht ist. Schief gefaltete, prospektartige „Lappen“ (ja, sowas hatten wir letztens in der Post) kommen nie, NIE gut an. Der Lebenslauf ist und bleibt das Herzstück jeder Bewerbung. Hier steht, was ihr gemacht habt und somit das, was ihr könnt/können solltet. So kann etwas Kreativität nicht schaden, um aus der Menge an Bewerbungen im Unternehmen herauszustechen und doch ist sie nicht immer bestes Mittel zum Zweck bzw. sollte nicht zu sehr ausgereizt werden.

Webseite als Lebenslauf

Im Zeitalter des Internets ist diese wohl die klassische Variante, um Kreativität in den Lebenslauf einfließen zu lassen. Wer über das entsprechende Fachwissen verfügt oder jemanden kennt ;), kann seiner Gestaltungswut theoretisch freien Lauf lassen, Texte, Bilder, Animationen in den Lebenslauf einbinden. Ein nettes Beispiel für einen in einer Webseite verpackten Lebenslauf findet ihr hier.

Social Media-Lebenslauf

Man kann zu den sozialen Netzwerken stehen wie man will, sie sind so beliebt, dass mancher auch hier den Lebenslauf verpacken möchte. Bei Facebook in Form der Chronik oder als Fotoalbum, bei Pinterest als aufwendig gestalteten Beitrag mit Bildern, Grafiken o.ä. Da hier letztlich nur das Dateiformat und die -größe zum Hochladen stimmen müssen, ist der Kreativität unter Anwendung von Gestaltungsprogrammen auch hier keine Grenzen gesetzt. Dem einen oder anderen Personaler kommt die Nutzung eines sozialen Netzwerkes vielleicht sogar entgegen, da die Inspektion verschiedener Profile im Web 2.0 eines Bewerbers heute sowieso zum Prozess hinzugezogen werden.

Sonstige

QR-Codes können ein weiteres Mittel zur Steigerung der Aufmerksamkeit auf die eigenen Bewerbungsunterlagen sein. Eingebunden auf der Visitenkarte oder in den Unterlagen sind sie eine gute Möglichkeit, Online-Elemente einzubinden. Die Aufforderung zu Aktivität (schließlich müssen der Code gescannt und die finale Seite auch angeschaut werden) kann sicherlich zur Erhöhung des Erinnerungswertes einer Bewerbung beitragen. Gleiches gilt für Lebensläufe in Bewegtform, weshalb auch Bewerbungsvideos sich mittlerweile einer Beliebtheit erfreuen.

Nix online

Man mag es kaum glauben, aber Kreativität ist auch offline möglich. Ich erinnere mich da an ein Beispiel aus dem privaten Bereich. Eine Bewerbung in Form einer Zeitung – jede Seite für sich mit Informationen gefüllt und als ganzes aufgeklappt ein Plakat. Die Verwendung von kleinen Grafiken oder Diagrammen zur Visualisierung von Stärken und Interessen kann ebenso ein einfaches und dennoch wirkungsvolles Mittel sein, welches ohne online Aktivitäten auskommt.

Wie viel Kreativität ist erlaubt?

Manchmal gar keine. In konservativen Unternehmen, Ämtern etc., im juristischen oder buchhalterischen Bereich sollte man lieber keine Risiken eingehen. So wie hier teilweise noch die postalische Bewerbung Pflicht ist, kommen Abweichungen in der Form meist weniger gut an. Bewirbt man sich bei einer Agentur, im Bereich Design oder als Entwickler ist der Spielraum schon größer – am besten unter Anwendung der Technik oder Fähigkeit, die man auch zur Ausübung der Stelle benötigt (z.B. Programmiersprache). Die grundlegenden Informationen: Persönliches, Ausbildung, berufliche Erfahrung, Interessen müssen trotz aller Kreativität erkennbar bleiben. Bei uns sind ferner schon Bewerbungen eingegangen, die neben dem Verweis auf ein online Format alle Daten auch in standardisierter Form enthielten. Eine Vorgehensweise, die immer in Betracht gezogen werden kann. Die Tatsache, dass „normale“ Lebensläufe in der Regel zwischen 1 – 3 Seiten lang sind, gilt es ebenfalls zu berücksichtigen. Heißt, das Wichtigste sollte deutlich und schnell erkennbar sein. Der Faktor Zeit des Personalers/Chefs ist nicht zu unterschätzen, auf zu viel Schnickschnack und/oder unnötige Klicks solltet ihr verzichten.

Seid ihr euch unsicher bei der Einbindung von Kreativität, dann lasst sie lieber weg. Denn wie schon anfangs gesagt, lieber gar nicht, als gewollt und nicht gekonnt. Letztlich ist es außerdem immer noch der Inhalt, der am meisten zählt.

Über den Autor

Anna

Anna, unsere „Frau fürs Schöne“, war bis November 2016 verantwortlich für alles rund ums Personalmarketing. Als studierte Kommunikationswissenschaftlerin mit Nebenfach Psychologie kam sie 2013 zu uns ins Team. Seitdem berichtete sie über den Weg vom Berufsanfänger zum "Experten" und schrieb mit Einfühlungsvermögen über die Höhen und Tiefen bei der Jobsuche und im Arbeitsalltag. Im Büro versorgte Hobbyköchin Anna uns mit den neusten Rezepten, flotten Sprüchen und viel guter Laune.

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