(Neue) Arbeitswelt

Hotel- und Tourismusbranche: Chancen für Ausbildung und Beruf

Quelle: Susanne Schmich/pixelio.de
Geschrieben von Gastautor

Urlaub und Freizeit bildet nach wie vor ein interessantes Geschäftsmodell, das für Ausbildung und Beschäftigung vielfältige Perspektiven eröffnet. Nach Angaben des DEHOGA Bundesverbandes – DEHOGA steht für Deutsches Hotel- und Gaststättengewerbe – gibt es aktuell rund 1,8 Millionen Beschäftigte in diesem Bereich. Gut 63.000 junge Menschen befinden sich derzeit in der Ausbildung.

Viele offene Ausbildungsplätze

Aktuell hat die Branche sogar Schwierigkeiten, alle Ausbildungsplätze zu besetzen. Das hat in beliebten Ferienregionen schon zu ernsten Engpässen geführt. In Schleswig-Holstein zum Beispiel fehlen für das laufende Lehrjahr noch rund 1.000 Bewerber bei einem Angebot von 2.500 bis 2.800 Plätzen. In anderen Ferien- und Urlausregionen sieht es ähnlich aus. Die Misere hat verschiedene Ursachen. Zum einen macht sich der demografische Wandel zunehmend bemerkbar, die Zahl der Schulabgänger ist rückläufig. Gleichzeitig gibt es starke Konkurrenz durch das häufig als attraktiver wahrgenommene Studium. Gerade das Hotel- und Gaststättengewerbe hat außerdem traditionell mit besonderen Vorbehalten zu kämpfen. Viele scheuen die Arbeitszeiten am Wochenende, in den Ferien und überhaupt dann, wenn andere Menschen Freizeit haben. Und nicht jedem liegt die geforderte ausgesprochene Service- und Kundenorientierung.

Interessante Aufstiegschancen

Wer sich mit diesen Rahmenbedingungen und Anforderungen anfreunden kann, dem bietet die Hotel- und Tourismusbranche ein vielfältiges Ausbildungsspektrum mit zahlreichen Chancen für Aufstiegsfort- und Weiterbildung. Sogar der Weg zum eigenen Hotel oder Restaurant lässt sich damit beschreiten. Im Hotel- und Gaststättengewerbe gibt es sechs anerkannte Ausbildungsberufe, die dual – das heißt als Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule – durchgeführt werden:

– Koch/Köchin;
– Restaurantfachmann/-frau;
– Hotelfachmann/-frau;
– Hotelkaufmann/-frau;
– Fachmann/-frau für Systemgastronomie;
– Fachkraft im Gastgewerbe.

Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel drei Jahre. Die – je nach Bundesland unterschiedlichen – Ausbildungsvergütungen liegen im ersten Lehrjahr in der Größenordnung von 500 Euro/Monat, im dritten Lehrjahr bei etwas über 600 Euro im Monat. In den neuen Bundesländern gelten niedrigere Sätze. Vorausgesetzt wird in allen Ausbildungsgängen ein Hauptschulabschluss, bevorzugt wird aber mittlere Reife oder Abitur. Weitere Anforderungen hängen vom jeweiligen Berufsbild ab, bei Köchen wird beispielsweise Kreativität und handwerkliches Geschick verlangt, bei Hotelfachleuten angenehmes Auftreten und Kommunikationsfähigkeit.

Weitere Ausbildungsberufe

Über die genannten Ausbildungsgänge hinaus besteht im Tourismusbereich die Möglichkeit einer Ausbildung zum/zur Tourismuskaufmann/-frau. Viele touristische Einrichtungen, Hotels, Reisebüros oder Reiseveranstalter bilden außerdem in weiteren Berufen aus, zum Beispiel Bürokaufleute oder IT-Systemkaufleute. Es gibt also durchaus Möglichkeiten, je nach Neigung und Fähigkeiten etwas Passendes zu finden.

So kann es weitergehen

Wer seinen Ausbildungsabschluss erfolgreich absolviert hat, dem bieten sich zahlreiche Aufstiegschancen. Hotelkaufleute können zum Beispiel nach dem Abschluss der Ausbildung weitere Qualifikationen – Ausbildung zum Hotelmeister, Fachwirt im Gastgewerbe (IHK), zum staatlich geprüften Gastronom oder Betriebswirt – erwerben. Innerhalb einer Hotelorganisation bieten sich dann Aufstiegsmöglichkeiten im Bereich des Rechnungswesens und der Personalwirtschaft. Der Weg kann hier vom Personalsachbearbeiter, Buchhalter/Controller oder F&B-Assistenten bis hin zum Personalleiter, Buchhaltungsleiter oder F&B Manager führen. Fernperspektiven sind Positionen als Hoteldirektor oder selbständiger Hotelier. In den anderen Ausbildungsberufen gibt es ähnliche Aufstiegswege.

Die Welt steht offen

Der besondere Reiz einer Tätigkeit in der Hotel- und Tourismusbranche ist oft der Arbeitsort. Denn schließlich arbeitet man dort, wo andere Urlaub machen. Da auch Hotels und Tourismuseinrichtungen im Ausland Fachkräfte suchen, steht die Welt buchstäblich offen. Dies gilt auch im übertragenen Sinn. Denn mit einer qualifizierten Ausbildung in diesem Bereich ist der Quereinstieg in vielen anderen Branchen möglich. Und auch für ein späteres Studium bietet die Ausbildung gute Voraussetzungen.

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