(Neue) Arbeitswelt

Wie wird man eigentlich Manager?

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Geschrieben von Gastautor

Ob VW-Chef Martin Winterkorn, Spotify-Aufsitzratsvorsitzender René Obermann oder Microsoft Deutschland-Finanzchefin Anja Krusel – für viele angehende Studenten sind Deutschlands Topmanager große Vorbilder. Zahlreiche junge Menschen wählen jedes Jahr ein BWL Studium, um ebenfalls den Weg in die Führungsebene einzuschlagen. Die Lebensläufe der ganz Großen zeigen allerding: Ein Betriebswirtschaftslehre (BWL) Studium ist nicht immer Pflicht, um ins Top-Management aufzusteigen. Doch welcher Weg führt dann zum Traumberuf des Managers?

Akademiker haben die besten Chancen auf den Chefsessel

Die aktuelle Studie der RolandBerger Stragey Consultans zeigt sehr deutlich, dass man in Deutschland auf dem Weg ins Management in der Regel nicht um ein Studium herum kommt. Demnach haben 89 % der 181 untersuchten Vorstandsmitglieder verschiedener DAX-Unternehmen ein akademisches Studium absolviert. Fast die Hälfte besitzt zudem einen Doktor-Grad.

Schaut man sich die Studienfächer der deutschen Top-Manager etwas genauer an, zeigt sich ebenfalls ein einheitliches Bild. Da finden sich in den Vorständen der DAX-Konzerne vor allem Wirtschaftswissenschaftler und Juristen. Zwar stellen diese Gruppen in den Vorständen noch immer den größten Teil, aber auch Naturwissenschaftler und Ingenieure gehören zu den Führungskräften. Geistes- oder Sozialwissenschaftler finden sich hingegen kaum in den Führungsebenen.

Im Ausland sieht das ganz anders aus, wo zum Beispiel Historiker wie Martha Lane Fox, Mitbegründerin von lastminutereisen.com, glänzende Karrieren im Management hinlegen. Doch auch in Deutschland setzt sich bei der Einstellung neuer Bewerber mittlerweile die Einsicht durch, dass Geisteswissenschaftler dank ihrer interdisziplinären Ausbildung eine Bereicherung für das Management darstellen können. Immer öfter sprechen Stellenausschreibungen daher nicht mehr nur die klassischen BWLer und Juristen an, sondern fordern auch Geistes- oder Sozialwissenschaftler zur Bewerbung auf. Ein solches Studium schließt den Weg ins Top-Management also nicht kategorisch aus.

Dass eine Karriere im Top-Management allerdings auch ganz ohne Studium möglich ist, beweisen zum Beispiel die Biographien von Ralph Labonte oder Georg Dascher. Labonte schaffte es als KFZ-Mechaniker in den Vorstand von ThyssenKrupp, Daschner vom Versicherungskaufmann zum Vorstandsmitglied der Munich Re. Der Sprung ins Management ohne akademischen Abschluss ist also grundsätzlich möglich. Allerdings sind solche Karrieren eher Einzelfälle, denn es gehören auch immer ausgeprägte persönliche Eigenschaften wie Fleiß und Ehrgeiz sowie ein Quäntchen Glück dazu.

MBA oder Master?

Wer den Beruf des Managers anstrebt, hat nicht nur verschiedene Möglichkeiten bei der Fächerwahl, sonders es gibt auch unterschiedliche Abschlüsse, die angehende Manager erwerben können.

Der klassische Weg führt über ein Bachelor und ein anschließendes Master Studium in Rechtswissenschaften oder Wirtschaftswissenschaften. Infrage kommen zum Beispiel Studiengänge wie BWL, Volkswirtschaftslehre (VWL), Wirtschaftsrecht, Rechtswissenschaft oder Finanzmanagement. Eine Promotion ist keine Grundvoraussetzung für den Traumberuf Manager. Nur 20 % der Vorstandschef erwarten, dass Bewerber einen Doktor-Grad mitbringen.

Gerade für Absolventen eines nicht-wirtschaftswissenschaftlichen Studiums ist der Master of Business Administration (MBA) ein guter Weg, um sich für das Management zu qualifizieren. Denn das MBA Studium vermittelt Managementkenntnisse, betriebswirtschaftliches Fachwissen und schult die persönlichen Führungskompetenzen. Es eignet sich daher für alle, die zunächst ein Fachstudium, etwa in den Geistes- oder Naturwissenschaften, absolviert haben und sich anschließend im Bereich Management weiterbilden wollen. In der Regel setzt ein MBA Studium allerdings erste Berufserfahrung und praktische Kenntnisse voraus. Direkt nach dem Bachelor Studium einen MBA zu absolvieren, um so ins Management zu starten, geht also nicht.

Das Studium allein ist nicht entscheidend

Neben einem Hochschulabschluss ist besonders ein Faktor für angehende Manager entscheidend: die Praxiserfahrung. Wer einen Einserabschluss in BWL vorweisen kann, aber nie praktisch gearbeitet hat, wird es schwer haben, im Management unterzukommen. 80 % der deutschen Top-Manager legen laut der RolandBerger Studie bei der Einstellung neuer Mitarbeiter besonderen Wert auf die beruflichen Erfahrungen des Bewerbers. 97 % erwarten sogar, dass die Bewerber Auslandserfahrung mitbringen.

In der Regel durchlaufen Manager ohnehin mehrere berufliche Stationen, bevor sie einen Posten in der Führungsetage bekleiden können. Der Weg vom Junior Manager, über eine Stelle als Team- und Abteilungsleiter kann auf dem beruflichen Weg nach ganz oben auch schon mal bis zu 20 Jahre dauern.

Manager zu werden, ist also nicht ganz einfach. die Anforderungen an zukünftige Führungskräfte sind hoch. Mit Fleiß und Ehrgeiz sowie einem Master oder MBA Studium ist der Weg in die Führungsetagen großer Unternehmen aber durchaus möglich.

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