Bewerbung & Interview

Wie formuliere ich mein Anschreiben?

Klappe, die Erste!

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bewerbe mich hiermit bei Ihnen um die ausgeschriebene Stelle als Einzelhandelskaufrau. …

Sehr vielen Bewerbern erscheint der Eingangssatz des Anschreibens am banalsten. Dementsprechend lieblos ist er auch oft gestaltet. Doch bricht wohl nichts im Anschreiben mehr Bewerbern das Karriere-Genick, denn ein Personaler liest ein solches Anschreiben, bleibt schon an der Anrede hängen und wirft die Bewerbung ohne großes Federlesen in den Papierkorb. Was genau kann man denn nun mit diesen wenigen Worten schon falsch machen?

Zunächst: Herr Maier-Schmidt, der Personaler des Unternehmnens XY hat sich die Mühe gemacht, seinen Namen im Stellenangebot zu hinterlassen. Und er freut sich über jeden, der das Angebot liest und den Job gern haben will. Wer den Namen dann übersieht und das Anschreiben unpersönlich an die sehr geehrten Damen und Herren sendet, macht nicht den interessiertesten Eindruck.  Wer sich nicht die Mühe macht, den konkreten Ansprechpartner zu nennen, der hat entweder das Jobangebot nicht aufmerksam genug gelesen und er ist deshalb nicht mehr in der Liste relevanter Bewerber, oder aber es dem Bewerber egal und er ist deshalb nicht mehr in der Liste relevanter Bewerber. Denn auch wenn der Name nicht genannt ist: Meist wird erwartet, dass man sich als Bewerber via Internet oder Telefon erkundigt und das Anschreiben entsprechend persönlich gestaltet.

Das konkrete Jobangebot sollte ebenfalls benannt werden und zwar mit Fundstelle des Angebots, Referenznummer und genauer Jobbezeichnung, denn Stellenangebote werden meist großflächig ausgeschrieben. Es interessiert die meisten Personaler, wo genau man die Stellenausschreibung gefunden hat, immerhin können so einzelne Stellenbörsen, Print-Medien usw. in ihrer Tauglichkeit evaluiert werden. Sind mehrer Stellen ausgeschrieben, ist es unabdingbar, anhand der Referenznummer nach zu vollziehen, um welche Stelle genau sich jemand bewirbt.

Wer eher Anschreiben kreativer Natur bevorzugt und den ersten Satz nicht mit Formalien vollstopfen will, der sollte diese Angaben in den Betreff setzen. In der Regel ist es immer ratsam von der Norm abzuweichen, gerade wenn man dazu animieren will, das eigene Anschreiben über den ersten Satz hinaus zu lesen. Mit etwas ausgefalleneren, persönlicheren oder sogar leicht humoristisch angehauchten Formulierungen kann man seine Persönlichkeit bereits von Beginn an unterstreichen, Neugierde wecken und bleibt im Gedächtnis. Das insgesamt erhöht die Chancen, im Auswahlverfahren zumindest eine Stufe weiter zu kommen.

Über den Autor

Gastautor

Um unsere Inhalte etwas abwechslungsreicher zu gestalten, lassen wir gern auch andere Autoren zu Wort kommen. Interesse? Einfach Mail mit Themenvorschlag an: presse@towerconsult.de.

2 Kommentare

  • Interessanterweise sehen das nicht alle Personaler so, daß sie gerne persönlich angesprochen werden wollen – bin jetzt in kurzer Zeit schon über die zweite Stellenausschreibung gestolpert, wo weder ein Ansprechpartner noch eine Telefonnumer genannt wird (und ich hab gesucht und mich geärgert). Nur „bewerbung@“ als email bzw. Link zum elektronischen System und Postanschrift (auch ohne Namen).
    Also keine Chance eine persönliche Anrede zu setzen. Es sei denn man will über die Telefonzentrale hinterherrecherchieren. 8-(
    Ach ja, und eines der Unternehmen hatte >10000 Angestellte. Von wegen nur Klitschen.

    An die „Telefonnummer für Rückfragen angegeben ohne Kontaktnamen“ Ausschreibungen hingegen hab ich mich fast schon gewöhnt. Die telefonieren und beantworten halt gerne Alibifragen zur Ausschreibung. 8-;

    Die „Faux-Pas“ beschränken sich offenkundig nicht nur auf die Bewerberseite….

    P.S.: Ein Kollege von mir hat auch schon mal ein Bewerbungsgespräch in ner Hotellobby erlebt. Und ja, die wollten seriös wirken. 8-;

Hinterlassen Sie einen Kommentar