Körper, Geist & Job

Nicht verzagen, Blog-Doc fragen

Blog Doc, Stress, Quelle: Andreas Hermsdorf/pixelio.de
Geschrieben von Blog Doc

Heute im Wartezimmer: Stress

Willkommen im Team - Frau Blog-Doc

Willkommen im Team, Blog-Doc

Dürfen wir vorstellen, Frau Doc, Blog-Doc. Unsere neue kompetente Mitarbeiterin, wenn es um Fragen zum Thema Gesundheit und Medizin im Arbeitsalltag geht. Mit ihrer Berufserfahrung am Arbeitsplatz mit Schreibtisch und der Spezialisierung auf medizinische Sachverhalte schreibt sie künftig Blogartikel für den Bewerberblog. Im Fokus soll immer die Frage eines Lesers stehen, zu der sie uns und euch Auskunft gibt. Natürlich wird sie immer auch eine Hand voll Tipps im Gepäck haben, die uns allen den Arbeitsalltag erleichtern und/oder künftig besser mit gesundheitlichen Problemen umgehen lassen. Ihr habt selbst Fragen oder könnt aus eurer eigenen Erfahrung berichten? Schreibt Frau Blog-Doc gern einen Kommentar!

Jetzt wollen wir sie auch gleich selbst zu Wort kommen lassen, heute zum Thema Stress…

Lieber Blog-Doc,

Wenn ich derzeit in meinen Kalender schaue, dann ist dieser täglich nach Feierabend mit wichtigen Terminen gefüllt und das für 2 ½ Wochen im Voraus. Eigentlich hätte ich erst kurz vor Weihnachten damit gerechnet, aber bereits an dieser Stelle im Jahr habe ich das „Hamster-im-Laufrad-Gefühl“. Ich merke, dass ich zu flach atme und ich habe das Gefühl, dass nicht ich die Dinge im Griff habe, sondern sie mich. Was kann ich tun, um dem entgegen zu wirken und mich kurzfristig besser zu fühlen?

Danke für deine Antwort,

Antonia (Toni) Q.

Liebe Toni,

Zuerst einmal: Stress ist individuell. Was den einen belastet, muss für den anderen noch überhaupt keine Anstrengung mit sich bringen. Demzufolge gibt es auch keine Patentrezepte zur Stressbewältigung.

Was du beschreibst, kennen viele von uns; insbesondere bei Frauen führen Mehrfachbelastungen wie Beruf und Kinder, Hausbau, kranke Familienangehörige etc. zu dem Gefühl, den täglichen Anforderungen auf einmal nicht mehr gerecht werden zu können. Dann heißt es: einen Gang oder, wenn möglich gleich zwei Gänge zurückschalten und für den Moment die Dinge außen vorlassen, die nicht wichtig oder dringend sind. Hierzu müssen wir jedoch zuerst erkennen, dass wir überlastet sind und zweitens Prioritäten setzen und auch lernen, Einladungen auszuschlagen oder Termine abzusagen. Hilfe annehmen lernen ist ein weiterer, sehr wichtiger Schritt!

Männer übrigens sind insbesondere bei ungenügender Beförderung und unqualifizierter Tätigkeit gestresst. Auslöser für Stress ist häufig Konkurrenzverhalten, Zeitdruck und Karrierestreben. Männer reagieren oft aggressiv auf Stressoren oder fliehen bei aussichtsloser Lage. Da du, Toni, eine Frau bist, dies nur zur Info, womit man bei gestressten Männern rechnen muss… 😉

Bei Stress wird das Nerven- und Hormonsystem aktiviert, Cortisol, Noradrenalin und Adrenalin werden ausgeschüttet, Puls-, Blutdruck und Atemfrequenz steigen, der Magen-Darm-Bereich stellt seine Verdauungsarbeit ein. Bei Stress werden die Energiereserven mobilisiert, der Blutdruck und Puls gehen hoch, die Atmung wird beschleunigt. Andere Funktionen wie Immunabwehr, Verdauung und Sexualfunktionen, sowie die Fähigkeit zur Regeneration werden heruntergefahren. Stress ist also nicht nur ein Gefühl, sondern beeinflusst uns zudem körperlich in höchstem Maße.

Ergebnisse der Stressforschung zeigen, wie Fähigkeiten, Erwartungen und Motivationen eines Menschen das Ausmaß der negativen Auswirkungen von Stress sehr beeinflussen. Wer bei Situationen das Gefühl der Kontrolle hat, fühlt sich also weniger gestresst. Stressverschärfende Gedanken aus den Kategorien Ungeduld, Perfektionismus, Kontrolle, Einzelkämpfertum und Selbstüberforderung machen aus Stress noch mehr Stress.

Daher solltest auch du prüfen, ob und inwieweit diese zuletzt genannten Kategorien auf dich zutreffen und evtl. daran arbeiten, die von dir an dich gestellten Erwartungen herunterzuschrauben.

Ein chinesisches Sprichwort lautet: „Wenn du es eilig hast, gehe langsam“. Übertragen betrachtet heißt das auch, kleine Auszeiten für sich zu nehmen, insgesamt weniger planen, zu versuchen, Dinge aus anderen Perspektiven anzusehen, sich aus stressigen Situationen bewusst herauszunehmen.

Viel Freude beim Langsam-Gehen,

Dein/euer Blog-Doc

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