Bewerbung & Interview

Nabelschau oder „Nennen Sie uns doch mal einige Ihrer Schwächen!“

„..Sacchertorte, Gummibärchen und manchmal eine Zigarette…!“ Mit dieser Antwort schließt Dich der Personaler oder der potentielle Chef im Vorstellungsgespräch sofort ins Herz, oder du merkst am Augenrollen, dass Du mit der Antwort richtig daneben liegst. Eigentlich will das Gegenüber mehr über Dich als Persönlichkeit erfahren, wobei es weniger um bestimmte Gelüste geht sondern viel mehr um Ecken und Kanten deiner Person, die aber erfolgsrelevant für den Job sein können. Gut beraten ist der, der sich auch gut kennt. Der tägliche Blick in den Spiegel verrät schon einiges, doch die wirklich spannenden Fragen sind doch, Was macht meine Persönlichkeit aus? Was sagen Freunde, Verwandte und Kollegen über mich? Welche Eigenschaften finde ich an mir klasse, welche bereiteten mir hier und da auch schon mal Probleme? Finde Beispiele, um das anschaulich darzulegen und erzähl weiter, wie Du gelernt hast damit umzugehen und welche Hilfe du gern annimmst.

Keine Sorge, niemand möchte in solchen Gesprächen die rote Couch hinstellen, doch spannend wird es für die Zuhörer, wenn da Eigenschaften aufblitzen, die für den Erfolg im Job entscheidend sind. Ist z. B. jemand schüchtern und hat Hemmungen ein Gespräch zu eröffnen, ist eine Arbeit im Kundenzentrum eher nicht zu empfehlen. Will jemand perfekte Arbeit abliefern und kann ganz schwer mit halbfertigen Sachen leben, empfiehlt man sich eher für die Buchhaltung oder die Juristerei.

Es macht keinen Sinn vermeintliche Schwächen in Stärken zu wandeln, die Tricks sind allzu bekannt. z. B. die berühmte „Ungeduld“. Bei uns im Büro brach auch gleich eine Diskussion über echte und unechte Schwächen aus. Wer bestimmt eigentlich, was eine Schwäche ist und was nicht. Hier befinden wir uns auf der Erscheinungsebene und öffnen mal für Euch die Schleusen für philosophische Gedankengänge…

 

„ Eine gute Schwäche ist besser als eine schlechte Stärke“ Charles Aznavour

 

 

Über den Autor

Ina

Ina ist Personalerin mit Leib und Seele und war von Juni 2012 bis Mai 2015 unsere Frau an der “Front”. Sie hat bereits in der Personalentwicklung, als Headhunter und als Personalleiterin gearbeitet. Heute ist sie auch in Sachen systemische Beratung unterwegs, coacht und begleitet Fach- und Führungskräfte. Ina hat viel erlebt, was im Personalwesen passieren kann und ist gespannt auf das, was sie noch nicht erlebt hat. Über ihre Erfahrungen berichtete sie auch hier auf dem Bewerberblog.

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