Bewerbung & Interview

Royal Flush oder doch nur eine 7 und 2?

Pokern ist ein spannendes Spiel und jeder, der es schon mal probiert hat, weiß wie schwierig es ist, tatsächlich gut darin zu sein. Wie trickse ich so, dass mir das Gegenüber glaubt? Pass auf, lass Dir ein gutes Blatt nicht anmerken. Immer einen kühlen Kopf bewahren. Das ist doch schon eine Herausforderung. Ähnlich läuft das bei der Jobsuche beziehungsweise bei den Verhandlungen bezüglich einer bestimmten Position.

Man bewirbt sich für eine neue Stelle und ist in die zweite Runde gekommen. Das erste Gespräch verlief sehr gut, man hat ein angenehmes Gefühl und nun geht es ans Eingemachte: An die Rahmenbedingungen und das Gehalt. Und spätestens dann kann es problematisch werden. Nämlich genau dann, wenn die Vorstellungen von Firma und potentiellem Mitarbeiter in unterschiedlichen Sphären schweben. Ich würde mal kühn behaupten, dass es bei 1000€ im Jahresschnitt am Ende nicht so dramatisch wird, handelt es sich aber um 5000€ oder mehr, sieht das schon ganz anders aus.

Verzwickt wird die ganze Sache dann, wenn der Kandidat beispielsweise in der Bewerbung oder im ersten Gespräch eine ganz andere Summe angegeben hat, als dann zu den eigentlichen Verhandlungen. Sicherlich kann man pokern und versuchen das bestmögliche herauszuschlagen, dennoch sollte das glaubhaft bleiben. Ich hatte neulich beispielsweise einen Bewerber, der eine Hausnummer angegeben hat, die durchaus für den Kunden akzeptabel war. Als es im Gespräch dann zum Thema wurde, erklärte er seine Situation noch einmal neu und auch seine Recherche des Mietspiegels in Jena und sagte dann: Das alles zusammen genommen bedeutet für mich, dass ich um ein paar tausend Euro im Jahr hochgehen muss, sonst ist ein Wechsel in eine andere Stadt schlichtweg nicht möglich. In diesem Fall verstand ich das Vorgehen und auch den Gedankengang. Der Kandidat hatte sich einfach die Wohnungssituation sowie die Umzugsgegebenheiten anders gedacht und war am Ende überrascht.

Ein zweites Beispiel allerdings passierte Daniela, die in einem Gespräch und einer enorm langen Gehaltsverhandlungsphase einen sehr geeigneten Kandidaten hatte, der ohnehin schon ein unglaublich gutes Angebot bekam, welches er zwischen 1. und 2. Gespräch noch weiter verhandelte. Nach dem zweiten Termin kam am Ende die Absage des Bewerbers mit einer durchaus fadenscheinigen Begründung, dessen Entkräftigung bereits im Gespräch stattgefunden hatte. Das war dann leider etwas zuviel des Guten. Denn wo wird einem (nur als Beispiel für die Zugeständnisse des Arbeitgebers) nach 3 Monaten Probezeit bereits eine Gehaltserhöhung zugesichert?

Pokern kann und muss sein beim Gehalt und den Bedingungen für einen Job, aber man sollte das Maß kennen, sonst steht man am Ende womöglich ohne Job da.

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1 Kommentar

  • tja, wenn der Bewerber trotzdem abgesagt hat Stand er bestimmt nicht ohne Job da. hat eben jeder eine andere Vorstellung von „eem haufn schodder“

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