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Job-Hopping – gut begründet kein Karriere-Nachteil

Job Hopper - Sprung zum neuen Job
Geschrieben von Susan

Du hast einen neuen Job angetreten und irgendwann stellst du fest, dass du diese Position nicht weiter innehalten möchtest. Doch wenn du jetzt wechseln würdest, giltst du dann als Job-Hopper? Die Antwort darauf ist nicht einfach. Warum? Weil es auf dich ankommt und darauf, was deine Ziele und deine Träume sind, wie es um dein Glücklichkeitslevel bestellt ist und wie sich dein bisheriger Werdegang gestaltet.

Gibt es eine Mindest-Verweil-Dauer bei Jobs?

Heutzutage ist es eher selten, dass man ein Leben lang in ein und demselben Unternehmen tätig ist. Doch nach wie vielen neu angetretenen Jobs und nach welcher Zeit ein Arbeitgeberwechsel als Job-Hopping bezeichnet wird und das Mistrauen der Personaler weckt, ist leider nicht definiert. Es gibt keine pauschale Regel, an welche du dich halten kannst. Abhängig von der jeweiligen Branche und der Position entscheidet letzten Endes jeder Personaler selbst, was in seinen Augen ein zu häufiger Wechsel ist und somit als Job-Hopping bezeichnet wird oder eben nicht.

Der Job-Hopper, ist er unbeständig oder flexibel?

Auch wenn ein häufiger Jobwechsel heutzutage keine Seltenheit mehr ist, wird Job-Hopping in den Augen vieler Personaler als etwas Negatives betrachtet.
Ein häufiger Wechsel erzeugt Mistrauen und Fragen: Fühltest du dich den Aufgaben nicht gewachsen? Konntest du dich nicht ins Team integrieren? Bist du unbeständig, neigst du schnell zu Unzufriedenheit? Eine klassische Stereotypisierung des Job-Hoppers.

Am Ende kommt es doch immer auf die einzelne Person an. Dabei könnten dir bei einem häufigen Jobwechsel auch positive Eigenschaften zugeschrieben werden: Du zeigst Flexibilität und dass du dich nicht vor neuen Aufgaben und Herausforderungen scheust, sondern dich diesen stellst. Du kannst dich verschiedenen Gegebenheiten anpassen und dich auf unterschiedliche Unternehmenskulturen einlassen. Durch das was du in deinen bisherigen Karriere-Stationen erlebt hast, bist du breit aufgestellt.
Die Frage ist, ob du die mögliche Sichtweise auf deinen Werdegang steuern kannst.

Transparenz nimmt Misstrauen beim Jobwechsel

Warum auch immer du deinen Job wechseln möchtest, wichtig ist, dass du bei deinem nächsten Jobwechsel nicht vom Regen in die Traufe kommst. Daher ist es empfohlen, dass du dir Gedanken über die Gründe des angestrebten Jobwechsels machst. Hinterfrage dein ungutes Bauchgefühl. Was genau sind die Gründe für deine Unzufriedenheit? Mache dir ausgiebige Gedanken darüber, was du wirklich willst und brauchst. Welche Aufgaben sollte deine nächste Position mit sich bringen? In welcher Unternehmenskultur würdest du dich wohl fühlen? Was sollte ein zukünftiger Arbeitgeber dir bieten? Die Motivation, welche hinter deinem Arbeitgeberwechsel steckt, musst du begründen können und das am besten auf eine positive Art und Weise.

Neben der eigenen Entscheidung gibt es ebenfalls vertragliche oder unternehmensseitige Gründe, welche zu einem unfreiwilligem Jobwechsel führen können. Gerade in diesem Fall sei es empfohlen dies im Lebenslauf beispielsweise unter dem Punkt „Wechselmotivation“ aufzunehmen. Hier kannst du erläutern, dass es sich beispielsweise um ein Praktikum, Zeitarbeit, befristete Anstellung, ein Projekt, welches nicht wieder bewilligt wurde, ein familiär bedingter Umzug oder die Kündigung aus betriebswirtschaftlichen Gründen handelt. Auf diese Art und Weise nimmst du dem Personaler die Phantasie und beantwortest von vornherein die sich ergebenden Fragen.

Aber Vorsicht, du solltest keine schlafenden Hunde wecken und nur auf Fragen eingehen, welche sich aus deinen Unterlagen ergeben. Also tauche kurz in die Personaler-Rolle und betrachte deine Bewerbung aus einem anderen Blickwinkel heraus.

Tipps für Job-Hopper:

  1. Sortiere deine Unterlagen aus und schicke nur das raus, was für die angestrebte Position relevant ist und keine unnötigen Fragen aufwirft.
  2. Hebe den roten Faden hervor und zeige damit, dass du mit deinem Wechsel deine beruflich gesteckten Ziele verfolgst.
  3. Sind arbeitgeberseitige Kündigungen in deinen Unterlagen sichtbar oder herauslesbar, gehe direkt darauf ein, z.B. im Anschreiben.
  4. Nimm deine Wechselmotivation im Lebenslauf auf.
  5. Sei ehrlich zu dir selbst und gegenüber dem potentiellen neuen Arbeitgeber.

Fazit

Ich würde mir wünschen, dass Bewerber mehr als Individuum betrachtet und ihnen nach häufigeren Jobwechseln nicht gleich Unfähigkeit und Unbeständigkeit zugeschrieben wird. Ist es für Unternehmen nicht besser, wenn der Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, wenn er diese Entscheidung für sich getroffen hat, anstatt die Zeit solange noch abzusitzen bis der Jobwechsel auf dem Papier als angemessen gilt? Solange der Jobwechsel begründet werden kann, sollten auch kurze Stationen und häufigere Wechsel absolut legitim sein.
Denn wie es im Volksmund so schön heißt: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Über den Autor

Susan