(Neue) Arbeitswelt

Richtig Netzwerken, aber wie?

Guerilla-Bewerbung, Quelle: pexels.com
Geschrieben von Anna

11 Tipps zum 11.11.

Ich muss gleich vorwegnehmen, mein heutiger Artikel entsteht nicht ganz uneigennützig. Ihr wisst ja bereits, dass ich mit einem Jahr noch die geringste Berufserfahrung bei uns besitze. Ich habe hier schon viele meiner neuen Erfahrungen „verarbeitet“ – ich sage nur freundliche Anrufer oder Visitenkarten (das mit diesen Dingern finde ich immer noch aufregend :)). Nun beschäftigt mich ein weiteres, für das Berufsleben nicht unerhebliches Thema: Netzwerken oder Networking. Worum es sich hierbei handelt, steht außer Frage. Aber was muss man beachten, wenn man sich ein  Kontaktnetzwerk aufbauen möchte?

Um ehrlich zu sein, es steht bald eine Veranstaltung für mich an. Mein Interesse liegt also in einem akuten „Problem“ begründet. Problem? Ja, Problem. Bei bisherigen Veranstaltungen schwang im Voraus immer irgendwie ein „dann lernt Anna gleich mal alle kennen“ mit. Und wie sah dann die Realität aus? Ich stand am Rand und wusste erstmal nicht, wen ich wie ansprechen sollte. Als hätte ich meine Stimme verloren. Ich musste feststellen, auf beruflicher Ebene fällt es mir schwer, Kontakte zu knüpfen. Dabei ist es ja eigentlich etwas Natürliches, sich mit Leuten zu unterhalten und dabei auch mögliche Gemeinsamkeiten zu finden, die in der Zukunft vielleicht sogar zu gegenseitiger Bereicherung führen könnten.

Um künftig zumindest besser vorbereitet zu sein (manchmal hilft es ja schon zu wissen, wie andere so etwas angehen, um Mut fassen zu können), habe ich mich mal zum Thema Netzwerken umgehört. Das Ergebnis möchte ich euch in 11 Tipps präsentieren, die auch ich künftig versuche anzuwenden. Passt ja ganz gut, schließlich ist heute der 11.11.. 🙂

11 Tipps für ein leichteres Netzwerken

  1. Strategie – eigentlich ist es bei konkreten Fragen/Probleme meist schon zu spät, ein Netzwerk aufbauen zu wollen. Ein strategisches Netzwerk – rechtzeitig und in Ruhe angegangen – bringt mehr. Bereits als Student sollte man Augen und Ohren offen halten und versuchen, Kontakte zu knüpfen. Natürlich hört man damit nie auf, also lest ruhig weiter. 😉
  2. Klarheit – bevor man überhaupt eine Strategie zum Kontaktknüpfen plant, sollte man sich bewusst machen: was will ich eigentlich? Einen Hinweis/Tipp, der sich auf eine konkrete Frage bezieht oder eine Weiterempfehlung der eigenen Person, sei es für einen Job oder ein Geschäft? So erkennt man erst, wen man eigentlich kontaktieren sollte.
  3. Recherche – hat man es auf eine bestimmte Person bei einer bestimmten Veranstaltung „abgesehen“, empfiehlt es sich, Informationen über diese einzuholen. Dies erleichtert nicht nur den Gesprächseinstieg, sondern verringert auch die Gefahr ein Fettnäpfchen zu erwischen.
  4. Einstieg – es ist nicht ganz einfach, jemand Fremden direkt anzusprechen – das weiß ich aus eigener Erfahrung. Mit Offenheit und einem freundlichen Auftreten, kann man aber schon viel erreichen. Also Augenkontakt aufnehmen und den passenden Moment abpassen. Es kochen alle nur mit Wasser.
  5. Humor – bitte nur vorsichtig anwenden. Die Zielperson kennt euch nicht und könnte was falsch verstehen.
  6. Fragen – Interesse für den Gegenüber und Offenheit für dessen Mitteilungen zu zeigen, ist schon die halbe Miete. Dadurch fühlt sich dieser ernst genommen und erinnert sich vielleicht auch eher an die Person hinter dem „netten Gespräch“. Außerdem erfährt man so noch mehr, was für das eigene Netzwerk hilfreich sein könnte. Aber Vorsicht: geheucheltes Interesse fliegt schnell auf!
  7. Anteile – zum vorherigen Punkt zählt auch, dass man sich zurück nimmt und nicht nur vom Glanz der eigenen Person berichtet (also im Rahmen der Jobsuche nicht gleich den ganzen Lebenslauf aufzeigen!). Lasst auch den anderen zu Wort kommen, das zeugt von Interesse. Versucht aber auch eigene Kontakte und Informationen preiszugeben, bzw. mögliche Hilfe zu signalisieren. Nicht nur fordern, sondern auch Gegenleistungen anbieten. Eine solche kann schon das Bekanntmachen einer Person des eigenen Netzwerkes sein.
  8. In der Kürze – gerade bei Veranstaltungen hat man nicht ewig Zeit für Gespräche. Man sollte sich also auf die wesentlichen Punkte konzentrieren und niemandem ein Ohr abkauen. Ein guter Zuhörer merkt, wann es Zeit wird, eine Unterhaltung zu beenden. Seid also sensibel, wann ihr euren Gesprächspartner ziehen lasst.
  9. Ausstieg – ein freundliches „Danke für das Gespräch und Ihre Zeit“ ist nie verkehrt. Und nicht vergessen: übergebt eine Visitenkarte. Auch das ist eine Gedankenstütze.
  10. Und danach? – Wichtig ist, der Zielperson im Gedächtnis zu bleiben, ohne aufdringlich zu wirken. Innerhalb der ersten 24 Stunden eine kurze Nachricht zu verschicken, in der man sich für das Gespräch bedankt, zeugt von Interesse und Anstand. Netzwerke wie z.B. XING erleichtern diesen Schritt und erinnern auch daran sich kurz zu fassen.
  11. Pflege – Vertrauen schafft man nicht in einem einzigen Gespräch. Etwas Geduld sollte man schon haben und auch an die Pflege seines Netzwerkes denken. Hier gelten erneut: Ausgewogenheit (nicht nur nehmen, auch geben) und Vertrauen schaffen. Je mehr Kontakte man hat, desto schwerer wird die Pflege. Also lieber weniger, dafür aber sinnvolle Kontakte, die man regelmäßig pflegt.

Eigentlich gar nicht so schlimm, oder? Ein paar Regeln menschlicher Kommunikation beachten und etwas Mut aufbringen, dann steht einem Netzwerk nichts mehr im Wege.

Über den Autor

Anna

Anna, unsere „Frau fürs Schöne“, war bis November 2016 verantwortlich für alles rund ums Personalmarketing. Als studierte Kommunikationswissenschaftlerin mit Nebenfach Psychologie kam sie 2013 zu uns ins Team. Seitdem berichtete sie über den Weg vom Berufsanfänger zum "Experten" und schrieb mit Einfühlungsvermögen über die Höhen und Tiefen bei der Jobsuche und im Arbeitsalltag. Im Büro versorgte Hobbyköchin Anna uns mit den neusten Rezepten, flotten Sprüchen und viel guter Laune.

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