Körper, Geist & Job

Endstation Depression – oder doch wieder irgendwie in den Job einsteigen?

Depression, Quelle: Unsplash/pixabay.com
Geschrieben von Angelika

Heute mal ein sehr ernsthaftes Thema. Es geht um Menschen, die an Depressionen leiden und den Wiedereinstieg in ihren Beruf suchen. In meiner Praxis erlebe ich als Heilpraktikerin häufiger, wie sonst sehr starke Persönlichkeiten auf die Frage: „Wie geht es Ihnen?“ in Tränen ausbrechen und erzählen, dass sie an depressiven Verstimmungen, Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit und/oder Überforderung leiden und plötzlich sehr fragil erscheinen. Diese Menschen haben oft noch rechtzeitig erkannt, dass etwas nicht richtig läuft, dass sie Ruhe, Entspannung, Therapien benötigen, um nicht – wie viele andere – längerfristig stationär und medikamentös behandelt werden zu müssen.

Schon fast eine Volkskrankheit?!

Depressionen sind häufige Erkrankungen. Jeder fünfte Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens an einer Depression; diese verläuft meist in Form von Krankheitsphasen (Episoden), die Wochen bis Monate, manchmal auch Jahre anhalten können. Wenn sie unbehandelt bleiben, können die Krankheitsphasen rezidivierend sein, d.h. erneut auftreten. In manchen Fällen können sie auch einen chronischen Verlauf nehmen.Oft vergehen lange Phasen, die mit Ratlosigkeit der Betroffenen, aber auch der Angehörigen einhergehen. Das Wort Depression scheint wie ein Makel. Darüber zu sprechen fällt schwer, Kollegen und Chefs darüber zu informieren fast unmöglich. Was aber, wenn man erst mal richtig draußen ist aus dem Job?

Wie gehe ich meinen (künftigen) Arbeitgeber gegenüber mit einer Depression um?

Hier gibt es leider nicht so viele Möglichkeiten. Ein individueller Plan muss her. Wichtig ist, dass man in der erneuten Bewerbungsphase offen damit umgeht. Ein Unternehmen, welches sich nicht mit der Problematik beschäftigen möchte, wird auch längerfristig nicht der richtige Arbeitgeber sein können. Vielleicht kennt man aus der vorherigen Berufstätigkeit noch Menschen, die Verständnis haben, die Arbeit kennen und wertschätzen, die geleistet wurde und die somit als Referenz dienen können? Sich an solche Personen zu wenden und sie im Bewerbungsgespräch zu erwähnen, ist sicher ein guter Schritt. Des Weiteren sollte man sich zunächst nur auf Stellen bewerben, die zeitlich zu dem eigenen aktuellen Leistungsvermögen passen oder mittelfristig passen können. Oder aber, man geht gleich auf junge Unternehmen zu und bietet Unterstützung an, die stetig – entsprechend der eigenen Gesundheit – wachsen kann.  Zusammen mit dem Arzt wird dann ein Wiedereingliederungsplan – beispielsweise über sechs Monate erstellt -, welcher anschließend von der Krankenkasse geprüft und hoffentlich akzeptiert wird. Die Kosten für die Wiedereingliederung übernimmt nämlich die Krankenkasse. Der Arbeitgeber erhält eine Arbeitskraft, für die er Verantwortung übernehmen und die angebotene Unterstützung nutzen, aber nicht ausnutzen sollte.

Erst kürzlich haben wir bei der TowerConsult einen von der Krankheit betroffenen Arbeitnehmer und einen sehr flexiblen Arbeitgeber zusammen gebracht. Wir wünschen beiden Seiten viel Erfolg und geben nach weiteren gemachten Erfahrungen diese gern im Blog weiter!

Über den Autor

Angelika

Ist der Projekt-Profi unter uns und kümmert sich seit 2010 um die Vermittlung von Freiberuflern. IT- und Optikprojekte stattet sie schnell, unkompliziert und professionell mit den passenden Fachleuten aus - ein Anruf und das Projekt ist gerettet. Angelika hat Betriebswirtschaft studiert und ist zudem ausgebildete Heilpraktikern. Im Büro sorgt sie für unser medizinisches Wohl und außerdem, dank ihres wunderbaren Humors, oft für gute Laune.

1 Kommentar

  • Das wichtigste ist dass man sich irgend jemanden anvertraut und dann aktiv den Weg zur Hilfe (Arzt) sucht. Je früher das passiert umso besser ist die Prognose, leider sind oft besonders bei jungen Leuten mentale Krankheiten ein absolutes Tabuthema da Schwäche zeigen um jeden Preis vermieden wird.

Hinterlassen Sie einen Kommentar