Bewerbung & Interview

Wie das Bewerbungsfoto aussehen sollte,

wenn man einen Job nicht haben möchte…

Auch nach einem Jahr in der Human Ressources Branche bin ich immer noch überrascht, was man in einer Bewerbung so alles offensichtlich falsch machen kann. Es gibt so viele Ratgeber und Karriereblogs. Ich selbst fühle mich immer mehr dazu gezwungen, intensiver darüber nachzudenken,  was ich schreiben könnte, was einen Informationsgehalt für die Leser haben könnte oder um es auf den Punkt zu bringen: was nicht schon einmal jemand anderes, auf einem anderen Portal, bereits in ähnlicher Weise formuliert hat. Augenscheinlich ist dieser Ansatz falsch. In meinem Berufsalltag werde ich immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, dass es wohl trotzdem noch Informationsbedarf gibt, z.B. was das Bewerbungsfoto angeht…

Ok, diese Erkenntnis ist jetzt nicht neu. Ich habe ja schon mal festgestellt, dass der gemeine Bewerber nicht hören will. 😀 Natürlich ist es letztlich der Inhalt einer Bewerbung, der für oder gegen einen Bewerber spricht. Dennoch wirkt auch das Foto nicht unerheblich auf den Gesamteindruck. Es geht hier nicht um Oberflächlichkeiten. Mit einem Bewerbungsfoto hat der Personaler/Chef schon mal ein Gesicht zum Bewerber und erinnert sich vielleicht auch eher an diesen, als an einen Kandidaten ohne Bild. Ich möchte deshalb heute wiederholt die Gelegenheit nutzen und schreiben, was man alles machen sollte, um durch das Bewerbungsfoto NICHT positiv aufzufallen.

Aktualität
Bitte bloß kein aktuelles Foto nehmen. Dann bleibt es spannend, wie der Bewerber letztlich wirklich aussieht. Alles ab 12 Monate und älter ist gut, Kinder- und Jugendfotos veranlassen den Empfänger zu Luftsprüngen.

Ansicht
Sehr gut sind Ganzköperaufnahmen. Da sieht man gleich, wo man den künftigen Mitarbeiter hinsetzen kann, so platzmäßig bzw. tritt das Gesicht dann etwas in den Hintergrund. Kleine Passfotos, am besten aus dem Bahnhofsautomaten, lassen ebenfalls noch viel Raum für Spekulationen zum Aussehen. Ausschnitte aus Familienfotos erfüllen zur Not auch ihren Soll.

Aussehen
Wie wäre es mit einer Verkleidung oder Typveränderung nach der Aufnahme des Bewerbungsfotos? Wird der Personaler im Bewerbungsgespräch zum Gedanken „Ist der/die das wirklich oder war das auf dem Foto jemand anderes?“ angeregt, kann sich das nur positiv auf den Gesamteindruck auswirken.

Blickrichtung/Gesichtsausdruck
Es empfiehlt sich, nicht direkt in die Kamera zu gucken sondern den Blick in die Ferne schweifen zu lassen – pseudo-intellektuell kommt immer gut an. Auch gut sind Schuten oder Grimassen, das weiß man gleich ob man Clown oder „Etagengirl“ einstellt.

Frisur
Sollte das Gesicht verdecken, wie schon gesagt, der Betrachter soll ja interpretieren können. Gern könnt ihr auch eine Hut aufsetzen.

Größe
Extravaganz ist an dieser Stelle angebracht. Wie wäre es mit einem A4 großen Ausdruck oder, wie bereits erwähnt, einem Bewerbungsfoto aus dem Automaten am Bahnhof – bitte die kleinste Größe dann. Gleiches gilt ebenso für die Datenmenge. Schöne große Fotos (extra Datei) erfüllen das Herz jeden HR-Menschens.

Kleidung/Accessoires
Der Position angepasst, sollte die Klamotte auf dem Bewerbungsfoto sein. Mit Blümchendruck und viel Haut liegt man nie daneben. Auch Accessoires sollten in Hülle und Fülle angelegt werden.

Kulisse
Ein Urlaubsfoto vom letzten Strandurlaub eignet sich sehr gut oder gern auch ein Foto im heimischen Wohnzimmer, da kann der Personaler mit den Kollegen gleich „ich sehe was, was du nicht siehst“ spielen. Wer es nicht so verspeilt mag, kann den Körper auch aus dem Foto ausschneiden. Dann sieht der künftige Arbeitgeber gleich wie es um die Photoshop-Kenntnisse steht.

Position
Als extra Datei der Bewerbung per Mail oder lose in der Bewerbungsmappe. Das sind die richtigen Positionen für das Foto. Kommt bitte nicht auf die Idee, das Bild auf das Deckblatt oder rechts auf den Lebenslauf zu packen. Tipp meiner Kollegin für die Bewerbungsmappe: bitte holt euch den flüssigsten Flüssigkleber, den ihr finden könnt. Dann suppt die ganze Geschichte schön durch die gesamten Bewerbungsunterlagen.

Ich denke, das wären so die wichtigsten Punkte, die ihr berücksichtigen müsst, um negativ aufzufallen mit eurem Bewerbungsfoto bzw. überhaupt aufzufallen. Zum Thema erster Eindruck: meine heutigen Kollegen waren im Vorstellungsgespräch überrascht, wie groß ich tatsächlich bin. Offensichtlich wirkte ich auf dem Foto kleiner…

Über den Autor

Anna

Anna, unsere „Frau fürs Schöne“, war bis November 2016 verantwortlich für alles rund ums Personalmarketing. Als studierte Kommunikationswissenschaftlerin mit Nebenfach Psychologie kam sie 2013 zu uns ins Team. Seitdem berichtete sie über den Weg vom Berufsanfänger zum "Experten" und schrieb mit Einfühlungsvermögen über die Höhen und Tiefen bei der Jobsuche und im Arbeitsalltag. Im Büro versorgte Hobbyköchin Anna uns mit den neusten Rezepten, flotten Sprüchen und viel guter Laune.

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