(Neue) Arbeitswelt

Studium in Jena, Berufseinstieg in London

Quelle: Lara Dengs/pixelio.de
Geschrieben von Gastautor

Christina Brunn erzählt uns heute von ihrem Berufseinstieg in London und zeigt die Unterschiede zu den deutschen Einstellungskriterien. Als ehemalige Jenaer Studentin haben wir ihr gern die Möglichkeit gegeben, einen Gastartikel für uns zu verfassen. Vielleicht hat der eine oder andere auch Lust, auf die Insel zu fliegen und von der britischen Luft zu schnuppern? Jetzt aber erst einmal viel Spaß beim Lesen…

„Und was macht man dann damit?“ Diese Frage habe ich während meines Studiums der Anglistik an der Uni Jena immer wieder gehört. Wer fünf Jahre ein geisteswissenschaftliches Fach studiert, der gewöhnt sich mit der Zeit an Rechtfertigungen. Aus dem diffusen „was mit Medien“ wurde während eines Praktikums in einer jungen Design-Agentur schnell der Plan, mich gezielt für Jobs bei Internet Startups zu bewerben. – London? – Obwohl ich hier in der Vergangenheit liebend gern Urlaub gemacht habe, muss ich doch zugeben, dass die Englische Hauptstadt nicht unbedingt auf Platz 1 meiner Liste stand. Hohe Lebenshaltungskosten, astronomische Mieten und die schiere Größe der Stadt schreckten mich am Anfang ab. Hier einige Gründe, weshalb ich meine Meinung schließlich doch geändert habe.

Deutsche Sprachkenntnisse im Ausland sehr gefragt

Vor allen Dingen deutsche Muttersprachler haben im Ausland gute Karten. Dank der guten wirtschaftlichen Lage in Deutschland selbst, fassen immer weniger Berufseinsteiger den Entschluss beruflich ins Ausland zu gehen. Das bedeutet: Allerbeste Aussichten für jene, die den Schritt dennoch wagen. Dies gilt sicherlich nicht nur für Großbritannien, sondern auch für viele andere Länder, in denen Deutsch nicht zu den beliebtesten Fremdsprachen gehört. Viele Firmen, die ihre Produkte auf dem deutschen Markt absetzen wollen, sind auf Muttersprachler angewiesen, die Verhandlungen führen, Partnerschaften herstellen und den Kundenservice in die Hand nehmen. Wer außer Deutsch noch weitere Fremdsprachen verhandlungssicher beherrscht, hat hervorragende Argumente für die nächste Gehaltsverhandlung.

Unternehmenskultur? – Meetings enden schon mal im Pub

Ich arbeite mit Psychologen, Juristen, Literatur- und Wirtschaftswissenschaftlern. Im Arbeitsalltag spielt die unterschiedliche Studienbiographie überhaupt keine Rolle. Schon beim Vorstellungsgespräch hieß es, dass gerade für die kreativeren Bereiche Bewerber aus allen Richtungen willkommen sind und hauptsächlich praktische Erfahrung und Motivation zählen. Ich weiß aus dem Kreis meiner ehemaligen geisteswissenschaftlichen Kommilitonen, dass diese Einstellung bei Arbeitgebern in Deutschland leider seltener ist.

Auch die Unternehmenskultur unterscheidet sich deutlich. In Bleistiftrock und Blazer zur Arbeit? Klar hätte ich mich angepasst, aber ein spezieller Dresscode wurde noch nie von mir erwartet. Dies mag zwar damit zusammenhängen, dass ich in England bisher nur für zwei Startup Unternehmen gearbeitet habe und nicht für eine Bank, aber aus meiner Zeit in Deutschland kenne ich durchaus ein allgemein förmlicheres Arbeitsklima. Hier enden Meetings nicht selten im Pub.

Rückkehr nach Deutschland? – Nicht ausgeschlossen.

Gerade für Alumni, die während der Studienzeit keinen Auslandsaufenthalt eingelegt haben, kann erste Berufserfahrung im Ausland enorm wertvoll sein. Allerdings haben die Wenigsten der deutschen Expats den Plan, Deutschland für immer den Rücken zu kehren. Ein, zwei, möglicherweise fünf Jahre Erfahrungen sammeln. So lautet der Plan vieler junger Deutsch-Londoner.

Was eine mögliche Rückkehr in die Heimat betrifft, sind sich die Meisten einig: Auslandserfahrung, gerade berufliche, ist bei vielen internationalen Arbeitgebern extrem gerne gesehen und ein großer Pluspunkt im Lebenslauf. Viele meiner ehemaligen Kollegen arbeiten inzwischen bei namhaften Unternehmen in Deutschland.

Christina Brunn hat in Jena studiert. Sie arbeitet inzwischen im Bereich Marketing für vomFachmann.de und
UmfragenVergleich. Das Londoner Unternehmen expandiert derzeit stark und ist gezielt auf der Suche nach deutschsprachigen Bewerbern. Zurzeit werden vor Allem freie Redakteure gesucht.

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