Bewerbung & Interview

Was du unbedingt über Körpersprache im Vorstellungsgespräch wissen musst

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Geschrieben von Anna

Den Blick zu Boden gesenkt, die Beine unsicher um den Stuhl gewickelt, die Schultern verkrampft und die Stimme piepsig: So geht es vielen jungen Bewerberinnen und Bewerbern bei einem Vorstellungsgespräch. Körpersprache ist einerseits ein Fluch, anderseits ein Segen. Sie sagt viel mehr über uns aus, als es Worte tun. Aber wer Körpersprache und Rhetorik (Redekunst) beherrscht, ist gegenüber Mitbewerbern klar im Vorteil.
Körpersprache kann Gefühle verraten, die wir verstecken möchten oder aber das Gesagte untermauern. Das gesprochene Wort macht meist nur circa 10 Prozent der Wirkung einer Botschaft aus. Die Körpersprache hingegen steuert über 50 Prozent zur Außenwirkung bei, Stimme und Tonlage immerhin knapp 40 Prozent. Erstaunlich, oder?

Wir zeigen dir heute zusammengefasst, wie du deine Körpersprache bewusst einsetzen kannst. Für detailliertere Tipps empfiehlt sich der Blick in ein Fachbuch zum Thema. Tiziana Bruno und Gregor Adamczyk beispielsweise widmen dem richtigen Auftreten im Vorstellungsgespräch, sogar ein komplettes Kapitel in ihrem Exemplar „Körpersprache und Rhetorik“ und beleuchten, welche Rolle die innere Haltung und die inneren Motive des Bewerbers spielen können.

Zur Körpersprache zählen unter anderem:

  • Mimik (Gesichtsausdruck)
  • Gestik (Hand- und Armbewegungen)
  • Tonfall und Stimme
  • Territorien (räumlicher Abstand zwischen Gesprächspartnern)

Tipps für dein Vorstellungsgespräch

Im Gespräch darf dein Gegenüber ruhig eine gewisse Anspannung deinerseits wahrnehmen. Das zeigt ihm, dass dir das Gespräch wichtig ist und du ernsthaftes Interesse an der Stelle hast.

Am besten nimmst du eine aufrechte Sitzhaltung, mit geradem Rücken, ein ohne dabei die Schultern hängen zu lassen oder sie übertrieben hochzuziehen. Nicht gut ist es, die Arme zu verschränken. Das ist eine klassische körpersprachliche Falle, die der Personaler als Ablehnung werten wird.

Die Füße stehen möglichst ruhig und senkrecht auf dem Boden. Du solltest sie nicht unter den Stuhl schieben, da dies schüchtern wirkt. Auch das Ausstrecken der Füße unter den Tisch gibt ein falsches Signal. Dies solltest du in jedem Falle vermeiden, denn dadurch wirkst du zu entspannt.

Mit den Händen verhält es sich ähnlich; auch diese legst du am besten überwiegend ruhig auf dem Tisch oder deinen Beinen ab und fasst dir möglichst wenig oder gar nicht ins Gesicht. Denn auch diese Geste drückt Unsicherheit aus.

Sehr wichtig ist der Blickkontakt mit deinem Gegenüber. Dieser sollte zwar gehalten werden, jedoch nur zu höchstens 80 Prozent der Zeit. Ansonsten empfindet der Personaler deinen Blick als unangenehmes Starren.

Wildes Gestikulieren überzeugt nicht, bewusst eingesetzte Gesten schon. Dabei solltest du aber die Faust und den ausgestreckten Zeigefinger vermeiden. Denn das wirkt zu dominant. Souverän wirken offene Handflächen und entspannte Handbewegungen in Brusthöhe.

Versuche so gut es geht ruhig zu sprechen und deine Stimmte entspannt klingen zu lassen. Dies schaffst du mit einer bewussten Bauchatmung, sodass deine Stimme eine angenehme Tonlage erhält.

Bewusste Körpersprache senkt die Anspannung

Unsere Gefühle beeinflussen zwar unsere Körpersprache, aber auch der umgekehrte Fall trifft zu: Bewusst eingesetzte Körpersprache kann die Nervosität senken. Wenn der Körper Entspannung und Souveränität ausdrückt, überträgt sich das äußere Erscheinungsbild auf die inneren Emotionen: Ruhiges Atmen nimmt die Angst, ein sicherer Stand und eine ruhige Stimme stärken das Selbstvertrauen.

Unser wichtigster Tipp: Bereite dich ausführlich auf das Gespräch vor und setz dich mit deiner Körpersprache auseinander. Und denk daran: Du kannst bei einem Vorstellungsgespräch nur gewinnen, aber nichts verlieren. Wir wünschen dir viel Erfolg.

Über den Autor

Anna

Anna, unsere „Frau fürs Schöne“, war bis November 2016 verantwortlich für alles rund ums Personalmarketing. Als studierte Kommunikationswissenschaftlerin mit Nebenfach Psychologie kam sie 2013 zu uns ins Team. Seitdem berichtete sie über den Weg vom Berufsanfänger zum "Experten" und schrieb mit Einfühlungsvermögen über die Höhen und Tiefen bei der Jobsuche und im Arbeitsalltag. Im Büro versorgte Hobbyköchin Anna uns mit den neusten Rezepten, flotten Sprüchen und viel guter Laune.

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