Bewerbung & Interview

Wie du im Bewerbungsprozess mit Stil punktest

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Geschrieben von Gastautor

Wenn du mit deiner Bewerbung auf gar keinen Fall erfolgreich sein möchtest, dann musst du nur eine einzige Sache tun! Es ist der einfachste Weg, den du gehen kannst. Deswegen gehen ihn auch so viele Bewerber.

Das Geheimnis ist: Sei nicht authentisch und gib’ dir keine Mühe!

Ja, ganz genau. Vergiss’ deine eigene Persönlichkeit und deinen gesunden Menschenverstand.

Suche dir im Internet Standard-Formulierungen heraus!

Zähle alle Vorzüge auf, die du glaubst zu haben!

Schreibe alles in deinen Lebenslauf hinein, was du seit dem Kindergarten gemacht hast!

Und schicke deine Bewerbung dann ungefragt an möglichst viele Unternehmen!

Vielleicht landest du einen Glückstreffer!

Vermutlich bleibt deine Bewerbung aber erfolglos.

Du willst erfolgreich sein?

Dann gibt es einen anderen Weg für dich, der nicht unbedingt einfacher zu gehen, aber in jedem Fall erfolgversprechender ist!

Er lautet: Mache genau das Gegenteil! Sei authentisch und gib’ dir Mühe!

Versetze dich in die Lage deines Gegenübers! Stelle dir dafür folgendes bildlich vor:

Dir gehört ein kleines Unternehmen. Du brauchst dringend einen neuen Mitarbeiter.
Du arbeitest lange an einer Stellenbeschreibung, um alle Anforderungen unterzubringen. Fehlentscheidungen kosten Zeit und Geld, deswegen gibst du dir viel Mühe.

Deine ganze Existenz hängt an diesem Unternehmen, dein Herzblut steckt darin. Du bist unter Zeitdruck und hoffst, zügig den passenden Mitarbeiter zu finden, der zu dir und deinen Mitarbeitern passt.

Dann schaltest du die Anzeige auf deiner Webseite hoch und wartest gespannt!

Die ersten Bewerbungen treffen ein. Sie sehen alle ähnlich aus, aber was viel schlimmer ist: Sie lesen sich auch alle ähnlich.

Du spürst: Nichts!

Keiner der Bewerber teilt deine Leidenschaft für dein Herzensprojekt. Keiner gibt dir das Gefühl, für deine Idee zu brennen.

Keiner sagt dir, wofür sein Herz schlägt und was er bereit ist, in dein Unternehmen einzubringen.

Du bist enttäuscht und wählst nach zwei Wochen lustlos ein paar Bewerber aus, um sie persönlich kennenzulernen.

Dann kommt ein Anruf.

Eine freundliche und sympathische Stimme berichtet kurz aber hoffnungsvoll, dass Sie deine Anzeige entdeckt hat und sich sehr gerne auf diese interessante Stelle bewerben möchte. Ob das noch Sinn machen würde oder ob es schon zu spät sei.

Du wirst hellhörig und willst gleich mehr über diesen Bewerber wissen. Warum interessiert ihn die Stelle so sehr?

In drei Sätzen berichtet der Anrufer über seine letzten Erfahrungen und seine Leidenschaft für den Bereich, in dem du einen neuen Mitarbeiter suchst.

Er wirkt dynamisch und wach, du forderst ihn sofort auf, seine Unterlagen zu senden.

Schon am nächsten Tag liegt die Bewerbung auf deinem Tisch! Der Bewerber hatte sie persönlich vorbei gebracht und am Empfang abgegeben.

Du bist beeindruckt!

Im ersten Satz seines Anschreibens bedankt er sich für das freundliche Telefonat und die Möglichkeit, sich auf die ausgeschriebene Stelle zu bewerben.

Er geht auf jeden einzelnen Punkt deiner Stellenbeschreibung ein und liefert dazu Beispiele aus seinen bisherigen Arbeitsverhältnissen.

Im Anschreiben findet sich nicht ein einziger Satz den ein anderer Bewerber bereits verwendet hätte. Es liest sich wie ein persönlicher Brief an dich.

Am Ende schreibt der Bewerber, dass er dich gerne persönlich kennenlernen und das Gespräch weiterführen möchte und sendet freundliche Grüße aus dem Nachbarort.

Was tust du jetzt?

Vermutlich lädst du diesen Kandidaten für den ersten Bewerbertermin ein.

Am Tag des Vorstellungsgesprächs trefft ihr euch zufällig bereits im Eingangsbereich. Der Bewerber erkennt dich und stellt sich direkt freundlich vor.

Du fragst ihn reflexartig, wie es ihm geht und er antwortet ungekünstelt: „Bestens, immerhin darf ich heute hier sein!“

Im Konferenzraum schenkst du dir einen Kaffee ein und bietest auch deinem Gast etwas an. Er nimmt auch Kaffee.

Eigentlich hast du dich schon für diesen Bewerber entschieden. Das Gesamtpaket stimmt einfach! Aber du willst die Zeit nutzen und ganz sicher gehen, dass deine Entscheidung richtig ist.

Du bittest ihn, kurz etwas über sich zu erzählen. Und er sagt: „Seit Jahren möchte ich in einem mittelständischen und traditionellen Unternehmen arbeiten! Ich habe in den vergangenen Jahren viel Erfahrungen in großen Konzernen gesammelt und brenne darauf, diese Erfahrungen jetzt in meiner Heimatregion einzubringen. Ihre Produkte kenne ich seit meiner Kindheit und verbinde damit nur gute Erinnerungen. Deswegen ist ihr Unternehmen meine erste Wahl!“

Er stellt noch zwei sehr interessierte Fragen über die Fachabteilung, für die er sich beworben hat und macht sich sorgfältig Notizen in sein mitgebrachtes Notizbuch.

Bevor sich am nächsten Tag ein weiterer Kandidat vorstellt erhältst du eine E-Mail von deinem Bewerber. Er bedankt sich darin für die Einladung und das persönliche Gespräch, das ihn in seinem Wunsch bestärkt hat, für dich zu arbeiten.

Was denkst du? Stellst du diesen Bewerber ein?

Es ist gar nicht so schwer, den Bewerbungsprozess mit etwas Stil anzugehen. Versetze dich dafür in die Lage deines Gegenübers und versuche, wirklich zu verstehen worum es geht!

Wenn du diese Kraft nicht aufbringen kannst, ist das vielleicht ein Zeichen dafür, dass du dich um den falschen Job bewirbst…

Viel Erfolg bei allem, was du anpackst!

Gastautorin: Cathrin Eggers

Gastautorin: Cathrin Eggers

Cathrin Eggers hilft Frauen dabei, sich erfolgreich zu bewerben und den Job zu bekommen, den sie sich wünschen und der zu ihrem Leben passt. Auf ihrem Blog Sternebewerbung veröffentlicht sie regelmäßig Artikel rund um das Thema Standortbestimmung und Bewerbung.

Über den Autor

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