(Neue) Arbeitswelt

Personalsuche 2.0 – Wie Bewerber profitieren können

Quelle: ClkerFreeVectorImages/pixabay.com
Geschrieben von Gastautor

Die Suche nach guten Stellenangeboten hat sich in den letzten Jahren enorm verändert. Nicht zuletzt durch die sozialen Netzwerke werden immer mehr Jobs im Web 2.0 ausgeschrieben und auch vergeben. Viele Bewerber fürchten den Umgang mit den sozialen Netzwerken jedoch. Fehlender Datenschutz und mangelnde Seriosität sind vermeintliche Hindernisse in der Jobsuche. Dabei bieten die großen Netzwerke unglaublich viel Potential und können den Erfolg einer Bewerbung maßgeblich beeinflussen.

In diesem Artikel wollen wir den Lesern die Arbeitsweisen großer HR-Abteilungen und Recruiting Agenturen erläutern. Mit hilfreichen Tipps wollen wir allen Interessierten zeigen, wie sich Personalsuche in den sozialen Netzwerken abspielt und wie Bewerber profitieren können.

Einleitung: Was sind soziale Netzwerke und welche sind für die Jobsuche relevant?

Unter sozialen Netzwerken versteht man Internetplattformen, auf welchen eine Vielzahl von Menschen über die unterschiedlichsten Dinge kommuniziert. Die Besonderheit dabei ist, dass diese Diskussionen zumeist öffentlich stattfinden und somit Feedback von allen Seiten zu erwarten ist. Der positive Gedanke: Wir öffnen die Welt und tauschen uns auf friedliche Art und Weise aus. In der Realität scheitert das jedoch manchmal an den Menschen selbst oder an der Tatsache, dass solche Netzwerke eben nur digital existieren und somit Gefühle, Mimik und Gestik schwer zu übermitteln ist. Für die Jobsuche ist dies jedoch wieder von Vorteil, da dieser Prozess meist sehr nüchtern und (zumindest seitens der Personaler) mit wenig Emotionen verbunden ist.

In Deutschland gibt es zwei relevante soziale Netzwerke. Facebook steht dabei unangefochten auf Platz 1. Viele Unternehmen veröffentlichen ihre Stellen bereits auf Facebook und fordern ihre User aktiv zum Teilen auf.

Twitter ist für Jobsuchende noch so etwas wie ein kleiner Geheimtipp. Besonders in der Medienbranche ist Twitter sehr beliebt. Klassische Ausbildungen oder Handwerkstellen wird man eher weniger auf Twitter finden. Die Zielgruppe ist dafür einfach nicht vorhanden.

Wie nutzt man nun die sozialen Medien?

Als Bewerber steht man vor der Herausforderung, dass man eine scheinbar gute Stelle sieht und sich bewerben möchte. Die Konkurrenzsituation ist in dem Fall vollkommen unklar und auch die Kommunikation mit der HR-Abteilung ist schwierig bis meist unmöglich. Doch welches Signal sendet ein Unternehmen, welches Stellen z.B. auf Facebook oder Twitter veröffentlicht? Ganz klar: „Diese Stelle ist uns wichtig, ist schwer zu besetzen und wir suchen noch dringend gute Bewerber!“

Als Bewerber weiß man mit der Veröffentlichung schon darum, dass die Konkurrenzsituation nicht allzu hoch sein wird. Denn kaum eine HR-Abteilung wird es sich erlauben, eine Stelle noch einmal in den sozialen Netzwerken zu veröffentlichen, wenn schon genug gute Bewerber eingegangen sind. Wozu die (sinnfreie) Mehrarbeit?

Der größte Vorteil ist jedoch nicht das Wissen um die Dringlichkeit und Bewerberknappheit. Viel mehr sind die Kontaktmöglichkeiten zu den Personalverantwortlichen viel schneller und unkomplizierter. So lassen sich via persönliche Nachricht Fragen zur Ausschreibung stellen, man kann sich schon einmal vorstellen oder auch konkrete Anfragen zum Unternehmen unterbringen. Personaler mögen diese Art der Interaktion in der Regel sehr gern, da man schon hier sehen kann, mit was für einen Menschen man zu tun hat. Aber Achtung! Als Experten im Bereich Social Media Recruiting wissen wir, dass viele HR-Mitarbeiter ausgesprochene Facebook-Profis sind. Das Profil des Bewerbers wird durchleuchtet und jede Information wird (auch ungewollt) bewertet. Als Bewerber sollte man vor der Kontaktaufnahme auf jeden Fall die Privatsphäre-Einstellungen seines Profils prüfen.

Fazit

Soziale Netzwerke lohnen sich in der Stellensuche definitiv. Mit der richtigen Technik und gesundem Menschenverstand lassen sich große Vorteile gegenüber der Konkurrenz aufdecken. Der Kontakt zu den Personalabteilungen bietet einen enormen Mehrwert für Bewerber und sichert auch bessere Chancen im weiteren Verlauf der Bewerbung.

Über die Autoren:

Die Recruiting Agentur Junges Herz beschäftigt sich mit dem Thema Ausbildungsmarketing und Nachwuchsgewinnung. Besonders bei jungen Menschen sind die sozialen Medien ein sehr wichtiger Einstieg in die Arbeitswelt. Hier berät die Agentur Unternehmen, Verbände und öffentliche Körperschaften.

Über den Autor

Gastautor

Um unsere Inhalte etwas abwechslungsreicher zu gestalten, lassen wir gern auch andere Autoren zu Wort kommen. Interesse? Einfach Mail mit Themenvorschlag an: presse@towerconsult.de.

7 Kommentare

  • Für mich hat die Medaille immer zwei Seiten. Einerseits finde ich es gut, das Personaler die sozialen Netzwerke nutzen. Andererseits stehen dann persönliche Vorurteile im Raum, ohne dass man die Person kennt. Und bei letzterem sind 99 % der Personaler nicht frei von diesen. Es geht hier um typische Themen wie sexuelle Zugehörigkeit (Oh, mein Gott der ist schwul oder lesbisch*), Hobbys, politische und geistliche Gesinnung (Oh, ein muslimischer Nazi*) usw. . Ebenso ist die „Sippenhaft“ sehr beliebt. Nun weil mein Freund(in)/Bekannte(r) ein Jude, Moslem, Nazi, Fußballfan oder was auch immer ist, muss man seine Einstellung nicht gleich teilen oder befürworten. Dafür kann mit ihm Pferde stehlen und auf ihm/ihr ist verlass. Dieses wird von Personaler ebenfalls gerne außen vor gelassen. Zum Leidwesen beider Parteien. Und ganz ehrlich, wie viele Facebook Nutzer kümmern sich um ihre Privatsphären-Einstellungen? Gefühlte 5 – 10 %!

    * Ironie, Sarkasmus. Das liegt im Auge des Betrachters!

  • Sehr interessanter Artikel!
    Aber ich denke, Recruiter posten gerade auf Sozialen Netzwerken, weil sie wissen, dass sie da leichter Bewerber erreichen und Bewerber bewerben sich gerne übers Internet, weil es schneller und unkomplizierter ist, allein, weil man sich Druck- und Versandkosten spart.

  • Wie bekomme ich denn die Stellenangebote auf z.B. Twitter mit? Muss ich jeder Firma folgen, bei der ich mir vorstellen könnte zu arbeiten? Oder gibt es da einen speziellen Hashtag? Ich denke ähnlich verhält sich das auf Facebook.
    Wenn ich das richtig verstanden habe, ist der Weg über die sozialen Netzwerke der zweite Weg. Wenn ich aber aktiv auf Jobsuche bin, bin ich doch schon bei der ersten Welle, sprich über Jobportale oder Xing, dabei. Oder heißt das, ich sollte lieber warten bis der erste Schwung durch ist und hoffen, das kein geeigneter Bewerber dabei war????

    • Hallo Matthias, mit #job findest du auf Twitter Jobangebote ohne Firmen folgen zu müssen. Ein spezieller Bereich, ein Schlagwort oder eine Berufsbezeichnung mit einem # versehen, kann auch Posts mit Jobangeboten zum Vorschein bringen. Wer aktiv auf Suche ist, sollte die „gewohnten“ Kanäle (Jobbörsen, Messen, Xing etc.) jedoch nicht vernachlässigen. Je nach Branche sind die sozialen Medien derzeit ein zusätzlicher Kanal für die Suche nach Jobangeboten. Davon, diese ausschließlich zu nutzen, würden wir abraten.

  • Ja es hat sich wirklich einiges verändert, ich habe immer gesagt wozu brauche ich Xing , bis ich mich vor 2 Wochen auch angemeldet habe, von meinen Freundeskreis sind auch 80% dort! Toller Bericht ?

  • Interessante Ergänzung die bei der Jobsuche helfen kann, früher hieß dies „Vitamin B“, heute soziale Netzwerke. Die sozialen Netzwerke können sich auch als Bumerang entpuppen, wenn der Benutzer einmal 5 Minuten nichts überlegt und peinliche Bilder oder Texte postet.
    Wer kenn die Geschichte nicht, als eine junge Dame vor dem Abflug in den Urlaub nach Südafrika einen dummen Tweet machte und als Sie 10 Stunden später gelandet ist, wurde Ihr gekündigt weil sich der Tweet so rasch rumgesprochen hat.

  • Ja, die Stellenschaltung auf Social Media Portalen ist wichtig! Grundsätzlich kann das Social Media Portal (Facebook, Twitter, XING etc.) neben den klassischen Jobbörsen eine zusätzliche Möglichkeit sein, um auf eine Stelle aufmerksam zu machen und um (gute) Bewerbungen zu erhalten. Ich finde, dass die Stelle gar nicht mal so schwer zu besetzen sein muss, um sie zu posten. Denn wenn die Stellenbeschreibung neugierig macht, schauen sich die Social Media User vielleicht auch die Unternehmenshomepage an und entdecken ggf. eine Stelle die noch besser zu ihnen passt. Darüber hinaus ist eine Stellenschaltung auf Social Media Portalen auch für die Suchmaschinenoptimierung interessant. Schließlich zählt der Link von einem relevanten Portal als Social Signal und das kann sich wiederum positiv auf das Ranking der Unternehmenshomepage auswirken. Deshalb sollte man beim Posten von Stellen in Social Media Portalen auch auf die Beschreibung und auf die Unterbringung relevanter Keywörter achten. Neben (guten) Bewerbungen gefällt das ja vielleicht auch Google. 😉

Hinterlassen Sie einen Kommentar