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Abschlussarbeit, Quelle: 1045373/pixabay.com
Geschrieben von Gastautor

Externe Abschlussarbeiten bei Unternehmen und Studierenden beliebt

Noch liegen die meisten Hochschulen in Deutschland im Dornröschenschlaf. Verlassene Mensen, leere Vorlesungssäle. Nur einige wissenschaftliche Mitarbeiter streifen gelegentlich über das Gelände. Doch wenn in einigen Wochen die Semesterferien an den Universitäten und Fachhochschulen der Republik enden, kommt nicht nur ein neuer Jahrgang von Abiturienten an die Hochschulen. Denn mit dem neuen Semester beginnt für mehr als 285.000 Studierende auch die Zeit, sich intensiv mit dem Ende des Studiums zu befassen. Und das heisst in den meisten Fällen: Die Suche nach einem Thema für die Bachelor- oder Masterarbeit beginnt.

Warum wird die Abschlussarbeit im Unternehmen immer beliebter?

Viele Studierende legen dabei großen Wert auf Praxisnähe: die Abschlussarbeit soll auf keinen Fall im Regal des Uni-Archives verstauben. Immer mehr Studierende erkundigen sich dabei auch, ob und wie sie eine externe Masterarbeit schreiben können. Aber was hat es überhaupt mit einer “externen Masterarbeit” auf sich? Der Studierende bearbeitet in einer externen Abschlussarbeit ein Thema, was nicht nur für den Lehrstuhl der Hochschule, sondern auch für ein Unternehmen inhaltlich interessant ist. Dafür bietet das Unternehmen dem Studierenden Zugriff auf Maschinen, Technologie und Datensätze, die für die Abschlussarbeit verwendet werden können, ebenso wie eine Betreuung vor Ort. Die Bewertung der Arbeit und wissenschaftliche Federführung obliegt jedoch weiterhin der Hochschule.

Praxisnahe Themen und Einstiegschancen: Vorteile für Studierende

Während an den Fachhochschulen teils bis zu 80% der Studierenden ihre Abschlussarbeit in Kooperation mit einem Unternehmen schreiben, wird diese Möglichkeit auch an Universitäten immer häufiger nachgefragt.
“Ich suche für meine Abschlussarbeit im Bereich Ressourceneffizienz momentan ein Kooperationsunternehmen”, erklärt Paul Möller, Student des Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Berlin. “Meine Universität ermöglicht es, eine externe Abschlussarbeit zu schreiben, wenn das Thema auch zu den Forschungsaktivitäten des Lehrstuhls passt”, ergänzt der 25-jährige Master-Student.
Ob dies im konkreten Fall möglich ist, hängt oftmals von den jeweiligen Prüfungsordnungen der Fakultäten ab. Einige Universitäten, wie beispielsweise die TU Dresden, begleiten nur in ausgewählten Fällen externe Abschlussarbeiten. Dennoch eignen sich Abschlussarbeiten ideal, um die Verknüpfung zwischen Hochschule und Wirtschaft punktuell zu verbessern. Gleichzeitig freuen sich Studierende, dass ihre Ergebnisse oft direkt angewendet werden: “Ich habe meine Masterarbeit mit einem großen Softwarehersteller geschrieben und dort die Management-Kultur in Deutschland und Asien verglichen. Meine Resultate werden nun tatsächlich im Rahmen einer konzernweiten Initiative umgesetzt”, berichtet Kristina Wendt, die gerade ihr BWL-Studium beendet hat. Praxisnähe und die Option, nach der Abschlussarbeit direkt beim Unternehmen einzusteigen sind für Studierende eine interessante Kombination.

Fokus Fachkräfte: Abschlussarbeiten sind ein beliebtes Recruiting-Instrument

Auch Unternehmen erkennen zunehmend die Attraktivität von externen Abschlussarbeiten. Dazu schreiben Sie gezielt Themenvorschläge in den Bereichen Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Informatik aus.
“Die Fachabteilungen kommen mit Problemstellungen gezielt auf die Personalabteilung zu”, berichtet Franziska Fachet, die für die Voith GmbH in der Personalabteilung arbeitet. Der Technologie-Konzern schreibt jährlich duzende Themen aus und baut so Kontakt zu den besten Absolventen auf. Andere Unternehmen zeigen sich noch skeptisch bezüglich der Ausschreibung von Themen, da man befürchtet, Wettbewerbern zu verraten, in welche Richtung aktuell geforscht wird.
Eine steigende Anzahl an Firmen hingegen begreift ihre Themen als Aushängeschild, mit dem Studierende auf die Tätigkeiten der Firma aufmerksam gemacht werden können. Zudem haben die Abschlussarbeiten einen konkreten Nutzen: “Die Ergebnisse der Abschlussarbeiten werden bei uns aktiv unternehmensintern genutzt und sind von großer Hilfe”, betont Maja Dubrau von envia Mitteldeutsche Energie AG die Vorteile, die über das Recruiting hinaus gehen.

Besonderheit Themenfokus: Woher kommen die Themen?

Für Studierende, die auf der Suche nach einem Thema für die Abschlussarbeit im Unternehmen sind, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Oft besitzt der Professor Kontakte in die Industrie, über die auch ein Thema vermittelt werden kann. Viele Unternehmen schreiben die Stellen auch in den bekannten Stellenportalen wie Stepstone, Connecticum oder Absolventa aus, sodass diese einen guten Anlaufpunkt für Studierende darstellen. Für die Ausschreibung von Abschlussarbeiten sind aber auch Webseiten wie www.die-masterarbeit.de geeignet, wo sich Studierende gezielt nach solchen Optionen erkundigen. Für kleine und mittelständische Unternehmen – die spannende Themen anzubieten haben – ermöglicht die Webseite die einfache und kostenfreie überregionale Präsenz.
Die Suche nach einem Thema für die Abschlussarbeit ist für Studierende ein wirkliches Problem. Unternehmen, die Studierenden diese Suche durch Themenvorschläge erleichtern, erleichtern dem Studierenden auch oft die Suche nach dem ersten Arbeitgeber. Denn in nicht wenigen Fällen bleibt der Studierende im Anschluss direkt im Unternehmen. Die Abschlussarbeit ist für Studierende somit oftmals zwar Ende des Studiums, aber auch direkter Startpunkt für eine Karriere im Unternehmen.

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