(Neue) Arbeitswelt

Die 4-Tage-Woche –
Arbeitszeitmodell der Zukunft?

4-Tage-Woche, Quelle: Dave Meier/stocksnap.com
Geschrieben von Marie

Das Thema Work-Life Balance steht schon seit Längerem im Fokus der Öffentlichkeit. Die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben nimmt zunehmend einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Für Arbeitnehmer spielt dies vor allem bei der Arbeitsplatzsuche eine wichtige Rolle. Aber auch Unternehmen realisierten in den letzten Jahren, dass überlastete und ausgebrannte Mitarbeiter niemandem nutzen, sondern sogar imageschädigend sein können. Ausgeglichene Mitarbeiter sind hingegen kreativer, können mehr leisten und arbeiten insgesamt produktiver.

Im „War for Talent“ müssen sich Unternehmen schon einiges einfallen lassen, um für High Potentials langfristig attraktiv zu bleiben. Neben kostenlosem Essen und Bonuszahlungen locken Unternehmen Mitarbeiter seit Neuestem mit flexiblen Arbeitszeitmodellen. Lange Zeit waren diese Modelle vor allem Frauen vorbehalten, doch nach und nach wird dieser Trend nicht nur für Arbeitnehmerinnen immer attraktiver. Besonders die 4-Tage-Woche, die seit einiger Zeit in den Medien diskutiert wird, könnte die Arbeitswelt revolutionieren. Eine japanische Modekette, sowie Firmen aus dem Silicon Valley probieren sich bereits daran. Deutsche Unternehmen verhalten sich diesbezüglich noch zurückhaltend. Bis jetzt haben nur einige, wenige Start-Ups die Vorteile der 4-Tage-Woche für sich entdeckt.

Vorteile für Mitarbeiter und Unternehmen

Was versteht man unter dem Begriff eigentlich? Für den Arbeitnehmer bedeutet es, dass er in 4 Tagen bei effektivem Arbeiten die Aufgaben von 5 Tagen erledigt und danach 3 Tage zur Erholung hat. Die Umsetzung und Vergütung ist dabei von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich und hängt u.a. vom Umfeld und der Branche ab. Manche Firmen schichten die 40-Stunden-Arbeitswoche einfach auf 4 Tage um, sodass an 4 Tagen ca. 10 Stunden gearbeitet wird, bei gleichem Gehalt. Andere Unternehmen reduzieren die Wochenarbeitszeit auf 32 Stunden und damit auch das Gehalt.

Die Vorteile sind jedoch bei allen Ansätzen gleich: Mitarbeiter sind laut einer Studie des Faculty of Public Health weniger gestresst und dadurch seltener krank. Zusätzlich haben sie mehr Zeit sich außerhalb der Arbeit sozial zu engagieren und weiterzubilden, was letztendlich der Arbeitsmoral zu Gute kommt.

 

Gründe gegen die 4-Tage-Woche

Warum sich in Deutschland dieses neue Arbeitszeitmodell noch nicht durchsetzen konnte, hat vor allem wirtschaftliche Gründe. Besonders im produzierenden Gewerbe würde den Unternehmen ein ganzer Arbeitstag verloren gehen. Im Vergleich zur Konkurrenz können sie an diesem zusätzlich freien Tag weder Produkte herstellen und verkaufen, noch neue Geschäftsbeziehungen knüpfen.

Eine Möglichkeit dem Problem entgegenzuwirken ist die Schichtarbeit. Auf diese Weise hätten zwar nicht alle Mitarbeiter den gleichen Wochentag frei, aber kompletter Leerlauf ließe sich vermeiden. Alternativ könnte die Anzahl von Mitarbeitern in Teilzeit erhöht werden. In jedem Fall erfordert das von Unternehmen ein hohes Maß an Koordination und Kommunikation.

Fazit

Prinzipiell ist das Modell für Arbeitnehmer, wie auch für Arbeitgeber vorteilhaft, leider konnte es sich bis jetzt auf Grund des hohen Konkurrenzdrucks in der Wirtschaft noch nicht durchsetzen. Das ist aber meiner Ansicht nach nur noch eine Frage der Zeit.

Über den Autor

Marie

Marie ist unsere Neue im Team und kümmert sich um alle Themen, die für das Personalmarketing von Interesse sind. Während ihres internationalen BWL-Studiums lebte sie in China und Großbritannien, wo sie auch ein Praktikum absolvierte. Im Blog wird sie uns daher u.a. die Arbeitswelt anderer Länder vorstellen. Außerhalb des Büroalltags backt sie gern Kuchen und ist ein Fan der internationalen Küche.

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