Bewerbung & Interview

Das perfekte Anschreiben: Worauf Personalchefs achten

Anschreiben; Quelle: Sascha Hübers/pixelio.de
Geschrieben von Reinhard Hoffmann

Auch wenn der Fachkräftemangel in vielen Branchen befürchtet wird: Üblicherweise haben die Personalchefs noch eine üppige Auswahl an Bewerbern, um eine offene Stelle zu besetzen. Die eigene Bewerbung ist die Visitenkarte, die vor allem durch ein aussagekräftiges Anschreiben überzeugen muss. Worauf bei dem Motivationsschreiben geachtet werden muss, damit die Bewerbung nicht bereits bei der ersten Durchsicht aussortiert wird:

Aufbau von Anschreiben: formale Kriterien sollten eingehalten werden

Selbstverständlich ist bei einem korrekt formulierten Anschreiben eine perfekte Rechtschreibung. Personalchefs lassen einen Flüchtigkeitsfehler üblicherweise durchgehen; jeder Fehltritt, der darüber hinausgeht, hinterlässt hingegen einen äußerst negativen Eindruck. Es ist durchaus möglich, dass die Rechtschreibung für die zu besetzende Stelle keine wichtige Rolle spielt. Eine schon formal fehlerhafte Bewerbung lässt allerdings Rückschlüsse auf die Arbeitseinstellung zu. Auch hinsichtlich der Struktur sind gewisse Regeln einzuhalten, um die Chancen auf die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch zu erhöhen. Viele Bewerber versuchen, sich auch in dieser Frage von den Konkurrenten abzusetzen; Fachleute schätzen eine Abweichung vom bekannten Muster allerdings negativ ein. Neben der persönlichen Anrede und Einleitung sollte das eigene Profil dargestellt werden. Im weiteren Verlauf sollte der Grund der Bewerbung dargelegt und die persönlichen Stärken herausgehoben werden. Abgeschlossen wird das Schreiben, indem der Bewerber zum Ausdruck bringt, dass er sich über die Einladung zu einem persönlichen Gespräch freuen würde. Wer sich an dieses typische Muster hält, kann kaum einen Fehler begehen – anders sieht es hingegen inhaltlich aus.

Die eigene Person in den Vordergrund rücken

Im HR-Bereich werden ausgiebige Lobeshymnen auf das eigene Unternehmen nicht gerne gelesen. Wichtiger ist die Beantwortung der Frage, was der Bewerber dem Unternehmen bieten kann und wo die persönlichen Stärken gesehen werden. Hierbei ist es besonders wichtig, die aufgestellten Behauptungen auch nachvollziehbar begründen zu können. Wer sich selbst Teamfähigkeit oder Belastbarkeit attestiert, sollte auch entsprechende Stationen in seinem Lebenslauf vorweisen können oder andere bestätigende Beispiele finden – ansonsten bleibt es bei einer floskelhaften Behauptung. Auch die Frage nach der Motivation für diese Bewerbung sollte glaubwürdig beantwortet werden.

 

Schreibstil: Eine Frage der angestrebten Stelle

Ob das Schreiben betont sachlich oder werbend gehalten ist, hängt immer auch von der jeweiligen Stelle ab. Wer sich beispielsweise auf einen Posten im Vertrieb bewirbt, sollte seine Fähigkeiten als Verkäufer durchaus bereits im Anschreiben darlegen, in welchem er seine eigene Person offeriert. In gewisser Weise handelt es sich also schon hier um eine kleine Arbeitsprobe. Grundsätzlich ist es ratsam, sich die Frage zu stellen oder Informationen darüber einzuholen, welche Fähigkeiten für den angestrebten Beruf in besonderem Maße gefordert sind. Mitarbeiter im Vertrieb zeichnen sich durch eine „Macher-Mentalität“ aus – was sich im Anschreiben natürlich widerspiegeln sollte. Lange Schachtelsätze sind zu vermeiden, der Bewerber sollte schnell zum Punkt kommen.

Keinen zweiten Lebenslauf verfassen

Was hingegen in jedem Fall und unabhängig von der ausgeschriebenen Stelle vermieden werden sollte, ist eine Wiederholung des Lebenslaufs. Das Anschreiben stellt die Persönlichkeit und die ganz individuellen Eigenschaften in den Vordergrund. Ausbildungen und Weiterqualifikationen dürfen Bewerber durchaus erwähnen, wenn diese als Bestätigung der getätigten Aussagen verwendet werden können. Ein weiteres Herunterbeten sämtlicher Stationen der eigenen Biografie ist allerdings vollkommen unnötig, dafür genügt der ohnehin beigefügte Lebenslauf vollkommen.

Hochwertige Unterlagen lassen Rückschlüsse auf die Arbeitseinstellung zu

Auch wenn es sich hierbei nicht um einen inhaltlichen Aspekt handelt: Der erste Eindruck entscheidet auch beim Anschreiben. In jedem Fall sollte der Bewerbung ein aussagekräftiges Bewerbungsfoto beiliegen, welches den eigenen Charakter noch unterstreicht. Es ist ebenso ratsam, in hochwertiges Briefpapier zu investieren: Nicht nur Personalchefs erfühlen sofort, ob für die Bewerbung edles Material verwendet wurde. Anbieter wie Flyeralarm vertreiben hochwertige Bewerbungsunterlagen ganz unkompliziert online; dabei ist sogar eine Individualisierung durch entsprechende Vordrucke möglich. Die Bedeutung ist dabei dieselbe wie bei der Rechtschreibung: Eine perfekte Optik der Unterlagen lässt auch generell darauf schließen, dass der Bewerber auf optimale Arbeitsergebnisse Wert legt – und das gefällt wiederum jedem Unternehmen.

Über den Autor

Reinhard Hoffmann

Mit einem Lebenslauf, wie er nicht im Buche steht, und der eigenen Erfahrung, nach dem Zweitstudium eine längere Bewerbungsphase durchgestanden zu haben, ist Reinhard nicht der Standard-Personaler. Typische Fragen, Zweifel und Unsicherheiten eines Bewerbers kennt er gut und sieht seine Mission darin, zu berichten, worum es bei der Personalarbeit tatsächlich geht. Uns steht die Tür zum Chefbüro immer offen, mit Rat und Tat unterstützt uns Reinhard nicht nur bei der Bewerbersuche.

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