IT & Technik

Fachkräftemangel in der IT – Neue LinkedIn Studie

LinkedIn Studie; Quelle: MariHelin-Tuominen/stocksnap.io
Geschrieben von Viktoria

Der Wettbewerb verlagert sich ins Ausland

Immer mehr mittelständige Unternehmen widmen sich der Rekrutierung von Fach- und Führungskräften aus dem Ausland. Das Businessnetzwerk LinkedIn führte dazu im vergangenen Jahr eine Studie durch. Damals haben wir diese kurz angekündigt und inhaltlich aufgegriffen. Aufgrund der Präsens des Themas schauen wir uns die drei entscheidenden Erkenntnisse noch einmal genauer an. Verbildlicht findet ihr alle Inhalte in der Infografik ganz unten.

Vor allem in IT und Controlling herrscht zunehmend nicht gedeckter Bedarf an Fachkräften

Was mittlerweile aus dem Jahresbericht 2017 der IHK zum Fachkräftemangel in der IT-Branche hervorgeht, wird durch unsere im letzten Jahr vorgestellte Studie komplettiert: Vor allem nach Mitarbeitern in IT, Telekommunikation und Controlling scheint man sich intensiv im Ausland umzusehen. Unternehmen wollen neue Stellen schaffen, doch der Mangel an Fachkräften setzt Grenzen.
Am heimischen Markt finden 61 % der in der Studie befragten Mittelständler nicht ausreichend qualifizierte Mitarbeiter. Auch planen 42 % der Großunternehmen, mehr ausländische Mitarbeiter einzustellen. Der Grund? Die Digitalisierung, durch die Unternehmen ihre Kompetenzen erweitern müssen und deren Mangel ihnen zu schaffen macht. Hauptgrund jedoch sind Fähigkeiten in Wissens- und Veränderungsmanagement sowie Programmierverständnis, welches sich im Ausland schlicht leichter finden lässt. Inländische Fachkräfte hingegen punkten laut Befragung mit Unternehmergeist, Netzwerkfähigkeit und Führungskompetenz.

In West-und Südeuropa wird man auf der Suche fündig

Die Mehrheit der Befragten Unternehmen rekrutiert aus Ländern wie Frankreich, Großbritannien und Belgien. Doch auch Nicht-EU-Länder wie die Türkei, die Schweiz oder Norwegen sind entscheidend bei der Suche nach geschultem Fachpersonal. Zunehmend geplant, so geben die Unternehmen an, sind weiterhin Einstellungen aus EU-Ländern. Dabei werden in erster Linie Berufseinsteiger oder Bewerber mit 1-5 Jahren Berufserfahrung herangezogen.

Die wichtigste Quelle zur Rekrutierung sind soziale Netzwerke

Erstaunlich große Bedeutung kommt dabei den sozialen Netzwerken zu. Facebook, Google+, LinkedIn oder Xing sind jetzt und in Zukunft der meist genutzte Weg, Fachkräfte auf sich aufmerksam zu machen und Zusammenarbeit zustande zu bringen. Dabei profitieren beide Seiten auch von der Schnelligkeit der Kontaktaufnahme. Im Durchschnitt kommt eine Vermittlung so innerhalb von 3-5 Monaten zustande.

LinkedIn Studie, Migration Study, Infografik

Die Pressemeldung zur Studie findet ihr hier.

Eine weitere Grafik zu den Top-Fähigkeiten der Länder in Europa findet ihr außerdem bei LinkedIn. Deutschland ist hier vor allem im Projektmanagement und (Online) Marketing führend, weniger im IT-Bereich. Letzteres deckt sich wiederum mit den Studienergebnissen.

 

Wie ist euer Empfinden? Deckt die Studie ab, was sich in euren (Berufs-)Umfeld abspielt?

Wir freuen uns auf eure Kommentare.

Über den Autor

Viktoria

Viktoria ist seit September 2015 Praktikantin bei uns. Sie studiert im Bachelor Wirtschaftswissenschaften und Soziologie. Vicki, wie wir sie nennen dürfen, unterstützt uns im Recruiting und im Personalmarketing - und versorgt uns natürlich mit Blogartikeln, in denen sie ihre Sicht der Dinge auf Studium, Informatik und Arbeitswelt schildert.

6 Kommentare

  • Das Problem ist doch nicht, dass es keine Fachkräfte per se gibt, sondern deren Verteilung. Noch dazu möchte ich als potentieller Arbeitnehmer eine angemessene Stelle haben. Wenn mich ein Mittelständler trotz jahrelanger Erfahrung in dem Bereich, den er sucht, mit bspw. 40-50k€ p.a. abspeisen will, brauche ich dort nicht anzufangen. Offenbar wird meine Arbeit dort nicht wertgeschätzt.
    Weiter sollte sich ein AG in Teilen auch selbst an die Nase fassen, wenn es um Fachwissen geht. Wenn ich nicht bereit bin meine Mitarbeiter weiterzuentwickeln, brauche ich mich nicht zu wundern, wenn ich kein Know-How in der Firma habe oder gar es nach und nach abfließt.

    Sicherlich kann man dem AG nicht allein die Schuld zuweisen, das wäre ja auch zu schön. Einen wirklichen „Mangel“ an Fachkräften, wie er gern propagiert wird, gibt es aber nicht.

  • Guten Morgen, Viktoria!
    Ich finde dieses Thema sehr interessant und überaus wichtig. Leider kann ich die Links nicht öffnen. Wäre es für dich vielleicht möglich, einen anderen Link zur Studie einzustellen, Viktoria? Das wäre ganz toll!

    Ich bin dir im Voraus dankbar!

    Mit freundlichen Grüßen

    Marina Decker

    • Hallo Marina,

      wir haben die Links noch einmal angeschaut. Eigentlich müssten jetzt alle funktionieren, wenn du deinen Browser aktualisierst. Die Studie selbst kann man bei LinkedIn unter dem angegebenen Link downloaden. VG

  • Ein weiteres Problem ist doch sicherlich, was die Unternehmen wollen. Die Universitäre Ausbildung in Deutschland wird selbst von Ausländischen Studenten aus vielen Herkunftsländern sehr geschätzt. Wenn dann im Ergebniss die Unternehmen die Fachkräfte aus dem Ausland anwerben, dann läuft hier etwas gewaltig schief. Dann wird nicht nur die langjährige Erfahrung von Mitarbeitern, sondern auch die Qualität der Universitären Ausbildung nicht wertgeschätzt.

  • Kleiner Tipp , der Preis , in diesem Fall Lohn regelt die Nachfrage , wenn ich Löhne in Jena zahle, wo ein Mitarbeiter in Frankfurt und Hamburg nur müde lächelt , dann muss man versuchen Ausländer zu rekrutieren, die man aber langfristig auch nicht halten wird höchstens ausbilden, denn die sind sehr mobil .

  • Mondlöscher, die universitäre Ausbildung bei uns ist 1. ein Geschäftsmodell und ohne hatte man noch weniger Fachkräfte . man kalkuliert immer das 10% bleiben . wenn die Hälfte der jungen Leute studiert, muss man auch mehr aussieben, um die klügsten versuchen halten zu können .

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