(Neue) Arbeitswelt

Jobsharing – geteilte Arbeit,
doppelter Aufwand?

Jobsharing; Quelle: jill111/pixabay.com
Geschrieben von Marie

Die Entschleunigung im Berufsleben steht schon seit mehreren Jahren im Fokus der Medien. Mit einer guten Work-Life-Balance soll man im Berufs- wie auch im Privatleben ausgeglichener werden. Es haben sich bereits unterschiedliche Formen der flexiblen Arbeitszeitmodelle herausgebildet. Im Blog haben wir dazu u. a. schon die 4-Tage-Arbeitswoche unter die Lupe genommen. In diesem Blogartikel soll es um Jobsharing gehen.

Was ist Jobsharing?

Jobsharing – Was übersetzt so viel heißt wie Arbeitsplatzteilung – beschreibt ein Arbeitszeitmodell bei dem sich mind. zwei Mitarbeiter eine Vollzeitstelle teilen. In diesem Blogartikel gehen wir erstmal von zwei Mitarbeitern aus. Die beiden Arbeitnehmer arbeiten dabei als Team und teilen die Aufgabengebiete selbständig untereinander auf. Jetzt fragen sich die meisten wie kann das funktionieren?

Was sind die Vorrausetzungen für das Modell?

Meist wird das Arbeitszeitmodell mit einem Tandem verglichen. Beide Partner müssen sich aufeinander verlassen können. Jeder hat seine Stärken, der eine kann vielleicht schneller treten und der andere besser lenken. Das setzt natürlich eine Sympathie zwischen den beiden Tandempartnern voraus, ohne die die überlebenswichtige Kommunikation und Kooperation innerhalb des Teams gar nicht möglich wäre. Die Jobsharer teilen sich somit die Ziele und die damit verbundene Verantwortung. Wie und in welcher Zeit sie diese erreichen, bleibt ihnen selbst überlassen.

Für welche Arbeitsbereiche und Berufe ist Jobsharing geeignet?

Das Modell kann in verschiedenen Branchen und Berufen eingesetzt werden. In einigen Krankenhäusern ist es schon bei Pflegejobs und Ärzten verbreitet. Aber auch in Führungspositionen, wie bei Team-, Gruppen-, oder Abteilungsleitern fand das Modell bereits Anwendung.

Vorteile für Unternehmen

Unternehmen können bei diesem Arbeitszeitmodell nur gewinnen:

  • doppelte Power auf einer Stelle –> größere verfügbare Kapazität bei Auftragsspitzen
  • höhere Konzentration und Fokus durch geringere Arbeitsbelastung
  • neue Ideen, mehr Kreativität durch weniger Druck und bessere Work-Life-Balance
  • Arbeitsaufteilung liegt beim Jobsharing Team, Vorgesetzter sieht lediglich die Ergebnisse
  • gegenseitige Vertretung bei Krankheit oder Urlaub, sowie ständige Verfügbarkeit eines Ansprechpartners
  • neue Blickwinkel und Ideen durch unterschiedliche Perspektiven –> Diversität
  • ständige Arbeit im Team schult Teamfähigkeit besser als jedes Teambuilding
  • der eine kann die Schwächen des anderen abfedern
  • erweiterter Kompetenzbereich, den 1 Mitarbeiter selten mitbringen kann

 

Vorteile für Jobsharer

Die Vorteile für die Arbeitnehmer decken sich ja teilweise schon mit den Vorteilen des Unternehmens. Der Vollständigkeit halber, wollen wir diese hier aber noch einmal auflisten:

  • bessere Work-Life-Balance –> größere Ausgeglichenheit für Beruf- UND Privatleben
  • Erweiterung des Horizontes durch enge Zusammenarbeit mit Jobsharing-Partner
  • Möglichkeit eines neuen Zugangs zum Arbeitsmarkt z.B. für Mütter nach der Elternzeit für die Teilzeitstellen meist die einzigen Möglichkeiten sind
  • kein schlechtes Gewissen gegenüber Arbeitgeber in Krankheit oder Urlaub –> für Backup ist gesorgt
  • einzige Option bei der eine Führungsposition in Teilzeitarbeit möglich ist
  • eigene Schwächen werden durch Jobsharing-Partner abgefangen
  • Erweiterung des eigenen Kompetenzfeldes durch Jobsharing-Partner

Natürlich lässt sich die Liste noch weiter fortführen, das sollen aber erstmal die wichtigsten Aspekte gewesen sein.

Beispiele für das Jobsharing in der Praxis

In Deutschland bietet bereits jedes 5. Unternehmen das Jobsharing-Modell an. Viele Unternehmen kennen das Modell noch gar nicht und werden erst aufmerksam, wenn sich ein Jobsharing-Team bei Ihnen für eine offene Stelle bewirbt.

Viele Unternehmen in Deutschland wie die KKH, Metro oder auch Unilever haben das Jobsharing-Modell bereits für sich entdeckt. Wie das in der Praxis ablaufen kann, könnt ihr euch im Video anschauen. Um den ganzen Prozess zu vereinfachen gibt es auch die Tandemploy-Plattform, sowohl für Unternehmen, als auch für Jobsharer, auf denen der passende Partner zur passenden Stelle gefunden werden kann.

Und nun seid ihr dran. Was denkst ihr, kann das Jobsharing Modell tatsächlich funktionieren oder  ist das alles nur heiße Luft?

Über den Autor

Marie

Marie ist unsere Neue im Team und kümmert sich um alle Themen, die für das Personalmarketing von Interesse sind. Während ihres internationalen BWL-Studiums lebte sie in China und Großbritannien, wo sie auch ein Praktikum absolvierte. Im Blog wird sie uns daher u.a. die Arbeitswelt anderer Länder vorstellen. Außerhalb des Büroalltags backt sie gern Kuchen und ist ein Fan der internationalen Küche.

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