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Agiles Arbeiten mit SCRUM – Was, wie und warum überhaupt?

SCRUM_Handschlag
Geschrieben von Julia

Agiles Arbeiten ist bereits seit Längerem in aller Munde und gehört heute zu den grundlegenden Voraussetzungen für alle, die in der Softwareentwicklung arbeiten wollen. Erfahrungsgemäß hört man aber in der Universität oder in anderen Branchen nichts davon. Daher stellen sich die Uneingeweihten viele Fragen: Was ist das überhaupt und wieso sollte ich mich damit auseinandersetzen? Hat das Ganze auch Nachteile? Im Folgenden soll ein kurzer Einblick zum Thema SCRUM gegeben werden.

Was ist dieses „SCRUM“?

SCRUM ist ein Vorgehensmodell des Projektmanagements und gehört zu den agilen Methoden. Das heißt, der Flexibilität in Bezug auf auftretende Probleme und Veränderungen wird großen Wert beigemessen, was durch größere Autonomie des Projektteams und kurze Entwicklungsphasen mit aufeinander aufbauender Zielsetzung ermöglicht werden soll. Im Gegensatz zu früher üblichen Methoden wie dem Wasserfallmodell kann damit schneller auf Veränderung der Kundenwünsche und andere im Projektverlauf auftretende Probleme reagiert werden.

SCRUM besteht aus kurzen Arbeitsabschnitten fixer Länge (1-4 Wochen), sogenannten Sprints, die sich kontinuierlich wiederholen. Innerhalb dieser finden bestimmte Aktivitäten statt, die zur Überprüfung sowohl der Produktanforderungen als auch der Arbeitsweise des Teams dienen. Pro Sprint gibt es verschiedene Aktivitäten:

  • ein Planungsmeeting am Anfang, um festzulegen, was getan werden soll
  • tägliche 15-minütige „daily“ Meetings zum Informationsaustausch und Synchronisation
  • ein Review am Ende, bei dem die erweiterte Funktionalität, die das Ergebnis des Sprints darstellt, vorgestellt und übergeben wird
  • eine Retrospektive, die das Team zur Selbstanalyse und -verbesserung nutzt

Um zu wissen, was während des Sprints erreicht werden soll, bedient man sich aus einem Backlog, das die Anforderungen an das Produkt, geordnet nach Wichtigkeit bzw. Dringlichkeit der Umsetzung, beinhaltet. Im offiziellen SCRUM-Guide wird das Ganze festgehalten.

Welche Schwierigkeiten gibt es?

Da agile Vorgehensmodelle des Projektmanagements wie SCRUM verhältnismäßig jung sind, ergibt sich oft die Situation, dass bestehende Unternehmen Schwierigkeiten bei der Einführung haben. Das liegt zum einen an den etablierten Unternehmensstrukturen, die steif und bürokratisch sein können, und zum anderen an den menschlichen Herausforderungen, die SCRUM aufwirft: Um die Autonomie des Projektteams zu gewährleisten, müssen Chefs Verantwortung und damit Macht abgeben, sich frühzeitig Fehler eingestehen, und dem Team viel Vertrauen entgegenbringen. Außerdem ist die Betonung der Teamleistung mit einem Boni-System, dass die besondere Anstrengung einzelner belohnt, schlecht zu vereinbaren.

 

Und was macht SCRUM besser als andere Methoden?

Trotz dieser Herausforderungen wird SCRUM von zahlreichen großen internationalen Unternehmen angewandt, z.B. IBM; nationale Größen sind unter anderem die Deutsche Bahn, die Allianz-Versicherung oder Sennheiser. Sucht man jedoch nach unabhängigen, repräsentativen Studien zum Thema SCRUM anstatt nach Fallstudien, wird es erstaunlich schwierig. Einfacher ist es, Ergebnisse zum agilen Arbeiten allgemein zu finden, unter das auch andere Methoden wie Kanban fallen. Eine Umfrage der Boston Consulting Group mit über 1000 Teilnehmern kam zu dem Ergebnis, dass Unternehmen, die agile Methoden anwenden, eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, schnell zu wachsen und überdurchschnittliche Umsätze zu erzielen. Tatsächlich ist es schwierig, den Erfolg von Softwareprojekten anders zu operationalisieren. Um beispielsweise zu sehen, ob Projekte signifikant schneller abgeschlossen werden oder die Kundenzufriedenheit erhöhen, wenn sie agil anstatt klassisch umgesetzt werden, müsste man dieselben Projekte parallel mit beiden Methoden umsetzen, und davon so viele, dass eine statistisch auswertbare Menge zusammenkommt.

Mit der Entscheidung zu SCRUM scheinen viele Unternehmen auf jeden Fall subjektiv irgendetwas richtig zu machen. Nur 3% der Befragten einer Studie der SCRUM Alliance mit über 2000 Teilnehmern aus 91 Ländern, die SCRUM genutzt haben, sagen, dass sie SCRUM wahrscheinlich in Zukunft nicht mehr anwenden werden. Und über 80% der Befragten sagen, ihre Lebensqualität habe sich verbessert.

Fazit

Wer einmal mit agilen Methoden wie SCRUM anfängt, kommt davon also so schnell nicht wieder los. Laut einer Umfrage der Plattform TechBeacon unter 601 Softwareentwicklern und IT-Arbeitern haben dies bereits über die Hälfte der befragten Unternehmen getan. Auch außerhalb der IT sind einige Techniken nützlich, so hilft ein tägliches kurzes Standup-Meeting dem Recruiting-Team der TowerConsult zur besseren Zusammenarbeit. Selbst, wenn man aus einer anderen Richtung kommt oder gerade erst in den Beruf einsteigt, ist die Beschäftigung mit SCRUM also sehr lohnenswert!

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Über den Autor

Julia

Julia hat in Jena, Osnabrück, Nottingham (England) und Trento (Italien) studiert und bringt ihre Erfahrungen seit Ende 2017 im IT-Consulting-Team ein.

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