Bewerbung & Interview

Wie lese ich eigentlich…. – Teil 1: Eine Bewerbung

Bewerbungs als PDF, Quelle: Anton Porsche (superanton.de)/pixelio.de
Geschrieben von Gastautor

Heute möchte ich eine neue Blogartikelreihe anfangen und starte mal mit dem Lesen der Bewerbung an sich. Macht Euch also bereit, in den nächsten Tagen werdet Ihr immer wieder mal von mir und meinem Lesestil lesen 🙂 Aber mal von Anfang an. Nach mehr als zwei Jahren als Recruiterin möchte ich behaupten, dass ich schon einen „Stil“ entwickelt habe, wie ich Bewerbungen, Anschreiben, Lebensläufe und so weiter lese. Das gilt natürlich in der Form nur für mich und ich möchte auch keine Aussagen über andere treffen. Inspiriert hat mich Nadias Artikel vor einer Weile, in dem sie beschrieb, wie sie Bewerbungen liest.

Mir gehts ähnlich wie Nadia. Ich orientiere mich zu allererst am Betreff und daran, wie genau der formuliert ist und wie schnell ich herausfinde, für welche Stelle sich der Bewerber vorschlägt. Ist das dann eine schwer zu besetzende Stelle, bin ich sofort „alarmiert“. Das bedeutet nicht, dass ich alle anderen Bewerbungen nicht genauso aufmerksam lese, aber ich bin natürlich immer erst einmal ganz „juhu“, wenn mich eine eher seltene Bewerbung erreicht. Also öffne ich die Mail und lese mir zuerst den Mailtext durch. Ist der das Anschreiben, dann kanns sein, dass ich entweder schaue, ob der gleiche Text nochmal im Anhang zu finden ist oder nicht. Wenn ja, ist das zwar dann vollständig, aber eigentlich doppelt gemoppelt und das muss ja nicht sein. Steht in der Mail nur eine nette Anrede und zwei Zeilen zur Bewerbung, finde ich das persönlich am allerbesten. Damit habe ich kurz und knapp den ersten Überblick und kann mich weiter nach vorn arbeiten.

Der Lebenslauf ist, wie bei Nadia auch, mein nächstes Ziel. Wir haben den Lebenslauf auch hier im Büro schon viel diskutiert und sehen ihn sowohl als enorm wichtig aber auch als kritisches Tool an, den Bewerber zu „durchschauen“; listet er lediglich die Fakten auf und verrät, zumindest auf den ersten Blick, wenig über die Person hinter dem Geschriebenen. Ich gehe beim ersten Lesen nicht gleich ins Detail, vielmehr möchte ich einen groben Überblick bekommen. Danach gehe ich meinen normalen Prozess durch. Ich sende dem Bewerber eine Eingangsbestätigung und drucke mir die Unterlagen aus. Denn auch wenn wir alle sehr online und modern sind, auf dem Papier liest es sich einfach besser. Aber da ich ja auch umweltbewusst bin, drucke ich nicht alles aus, sondern nur die für mich wichigsten Unterlagen, wie die E-Mail, den Lebenslauf und das Anschreiben. Denn darin kann ich dann auch rumschmieren und Notizen machen. Aber zurück zum Lesen: Dabei fallen mir dann auch Einzelheiten, wie Lücken im Lebenslauf oder Rechtschreibfehler (die ich zugegebenermaßen nur wenig beachte, außer es bewirbt sich eine Teamassistentin oder eine Bürokraft, die definitiv schreiben können sollte) oder Besonderheiten auf, die am Seitenende stehen und über die ich vorher hinweggelesen habe.

Das alles bedeutet aber nicht, dass ausschließlich der Lebenslauf wichtig ist in der Bewerbung. Aber darauf komme ich in den nächsten Beiträgen noch genauer zu sprechen. Ist also eine Bewerbung nach dem ersten Screening als sehr gut und vielversprechend einzustufen, rufe ich den Kandidaten zumeist an und kläre offene Fragen, bevor ich ein Profil erzeuge und es dem passenden Kunden vorlege.

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