(Neue) Arbeitswelt

Komm doch auf die Karriereleiter!

Mit der Karriereplanung kann man nicht früh genug beginnen. Z. B. hat ein Schüler der 8. Klasse sicher selten im Kopf mal, Vorstandsvorsitzender zu werden, doch beginnen in diesem zarten Alter schon die ersten Überlegungen – die wesentlich sind für den künftigen beruflichen Weg.

Da heißt es noch nicht Karriereplanung, sondern vielleicht Kompetenzgespräche in der Schule mit Eltern und Lehrern. Hier werden schon die wichtigen Fragen nach besonderen Fähigkeiten und Fertigkeiten gestellt. Die Jugendlichen können dabei gemeinsam mit Menschen, die Ihnen am besten dazu Feedback geben können (nämlich Lehrer und Eltern), über ihre Kompetenzen reflektieren. So ist es zumindest in den Thüringer Schulen zu den Kompetenzgesprächen angedacht. Die qualitative Umsetzung steht auf einem andern Blatt 😉 Leider! Wichtigste und die immer wiederkehrende Frage bei jedem beruflichen Schritt bleibt aber die nach den persönlichen Kompetenzen. Je früher man also damit anfängt, um so geübter wird man mit der Zeit und kann im Personalgespräch dem Chef klarer auf die Frage „Wo sehen Sie sich denn in fünf Jahren?“ antworten.

Karriereplanung – Voraussetzungen

Für eine solide Planung sind ein paar Hausaufgaben nötig. Zunächst muss ich ganz viel über mich selbst in Erfahrung bringen. Dabei ist es völlig unwichtig, wie alt man ist und wie viel Erfahrungen man hat. Mit noch nicht so viel beruflicher Erfahrung kann man gern auch auf Verwandte oder Kollegen beispielsweise aus dem Sport zurückgreifen und diese nach einem Feedback fragen. „Was schätzt ihr an mir? Wo seht ihr meine Fähigkeiten?“ Das klingt vielleicht etwas befremdlich, aber einen Versuch ist es wert. Erstaunliche Sachen können dann zutage kommen, welche dann auf den persönlichen Prüfstand kommen und auch wieder verworfen werden können. Was bleibt, untersucht man nun nach der Eignung im beruflichen Kontext. Wo werden solche Fähigkeiten benötigt und wo sind sie eher hinderlich?

Es ist auch nicht verkehrt sich die Sinnfrage zu stellen. Immer mehr Trends, auch in der Forschung, zeigen, dass die Sinnfrage bei der Berufswahl und vor allem bei der Wahl des Arbeitgebers eine Rolle spielt. „Was will ich tun? Welchen Nutzten bringe ich?“ Non-Profit Organisationen erklären so den Zulauf von Mitarbeitern, obwohl sie oft schlechter bezahlen und auch nicht unbedingt mit sicheren Arbeitsplätzen werben können.

„Was ist mir persönlich wichtig? Und zwar für mein Leben?“ Das sollte man sich auch mindestens einmal gefragt haben, wenn man über Karriere nachdenkt. Denn nicht wenig Gewicht haben später Familie und Familienplanung auf die Karriere. Das oft bemühte Thema „Kind und Karriere“ ist am Ende eine immer sehr individuelle und sehr private Entscheidung, die man, nach eigener Erfahrung, auch immer wieder neu treffen muss.

„Wie wichtig ist mir Geld und damit auch oft verbundener gesellschaftlicher Aufstieg?“ Zugegeben eine unangenehme Frage, die man ja auch in der stillen Ecke seiner Gedanken beantworten kann. Doch je höher man auf der Karriereleiter steigt, desto wichtiger werden Netzwerke im beruflichen und privaten Umfeld. Gleichzeitig kann man für sich ergründen, wie wichtig die materielle Sicherheit ist oder ob man sich auch finanzieller Risiken nicht scheut. Etwas plakativ aber doch treffend, wie ich finde, die Entscheidung zu treffen, gehe ich in die Behörde oder habe ich Lust auf ein Start-Up, bei dem die Chancen ganz schnell Karriere zu machen, um ein Wesentliches höher sind – allerding auch die Chancen zu scheitern 😉

„Wie wichtig ist mir Anerkennung?“ Na ja, noch so eine Frage, die man nun nicht auf dem Banner vor sich her tragen will. Doch auch hier macht es Sinn, mal genauer hinzuschauen. Anerkennung ist ein sehr unterschätzter Motivator, wie ich finde. Der Drang danach kann Karrieren geradezu beflügeln. Die ganze Berufsgruppe der Künstler lebt davon. Oder kennt Ihr einen guten Künstler, der seine Kunst zum Selbstzweck ausführt?!

Wenn man für sich die Fragen mal im Kopf gewälzt hat, kann man die Antworten und gebliebenen Fragezeichen nicht nur zur Karriereplanung nutzen.

Über den Autor

Ina

Ina ist Personalerin mit Leib und Seele und war von Juni 2012 bis Mai 2015 unsere Frau an der “Front”. Sie hat bereits in der Personalentwicklung, als Headhunter und als Personalleiterin gearbeitet. Heute ist sie auch in Sachen systemische Beratung unterwegs, coacht und begleitet Fach- und Führungskräfte. Ina hat viel erlebt, was im Personalwesen passieren kann und ist gespannt auf das, was sie noch nicht erlebt hat. Über ihre Erfahrungen berichtete sie auch hier auf dem Bewerberblog.

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