Bewerbung & Interview

Vorstellungsgespräch? Wie? Ich schlafe doch noch!

Bewerbungsfrist, Quelle: Basti93/pixabay.com
Geschrieben von Anna M

Eine Einladung zum Vorstellungsgespräch ist schon die halbe Miete. Das heißt, dass man bereits großes Interesse beim Unternehmen geweckt hat und nun muss man sowohl auf der fachlichen als auch auf der persönlichen Ebene eine gute Gesprächsbasis finden und hat die Chance, sich persönlich zu verschiedenen Themen zu äußern, auf Fragen direkt zu reagieren und sich besser kennen zu lernen. Wie kann man das total in Sand setzen?

Vorstellungsgespräch – der erste Schritt in die richtige Richtung

Wenn man die Jobsuche startet, kommen viele Hürden auf, die man nehmen muss. Wo finde ich die passenden Stellen? Welche Fakten müssen in das Anschreiben? Wie strukturiere ich meinen Lebenslauf? Welches Bewerbungsfoto nehme ich und welche Zeugnisse, Referenzen, Zertifikate gehören in eine Bewerbung? Wenn all diese Fragen geklärt sind, kann es losgehen! Oft ist es so, dass man viele Bewerbungen verschickt und nur wenig positive Resonanz bekommt. Das Papier ist geduldig und es ist schwer, den Nerv des Unternehmens zu treffen, wenn man nur Papier und Stift hat. Und wenn dann eine Einladung zum Vorstellungsgespräch reinflattert, steht man bereits mit einem Fuß im Unternehmen. Eine großartige Möglichkeit sich persönlich vorzustellen, den Gesprächspartner zwischen den Zeilen des eigenen Lebenslaufs lesen lassen und mit dem Gespräch zu punkten.

Vorstellungsgespräch verschlafen?!

Was ist also das Wichtigste bei einem Vorstellungsgespräch? Als aller erstes die Pünktlichkeit! Man sollte jedoch nicht schon eine halbe Stunde vorher da sein, fünf Minuten reichen vollkommen. Da kann man im Empfangszimmer etwas runterkommen und sich mit dem Ort des Geschehens vertraut machen. Was ist aber, wenn man überhaupt nicht erscheint? Ein Totalausfall! Diese Situation hatte ich gestern. Ich war beim Kunden und der Bewerber leider in seinem warmen Bettchen. Auf meine unzähligen Anrufe hat er auch nicht reagiert und es war mir sehr unangenehm. Sollte man die Bewerber einen Tag vor dem Vorstellungsgespräch nochmals an den bevorstehenden Termin erinnern? Sind sie nicht alt genug, sich einen Termin fett im Kalender einzutragen? Es geht schließlich um  einen Job und ihre Zukunft, oder nicht? Nachdem 40 Minuten vergangen waren und die Stelle sich für den Kandidaten erübrigt hat, rief er mich total verschlafen an und sagte: „Frau Müller (ich heiße Meier!!!), es tut mir so leid, aber ich habe verschlafen.“ Man bedenke, es war bereits kurz vor 11 Uhr :-)

Leute! Nicht schlafen – zum Vorstellungsgespräch erscheinen! Es hätte so schön werden können…

Über den Autor

Anna M

Anna war von März 2013 bis Ende 2014 im Bereich Recruiting bei uns tätig. Nach ihrem Magisterstudium in Slawistik, Romanistik und Auslandsgermanistik war sie zunächst als Vertrieblerin tätig. Am liebsten berichtete Anna über den Perspektivwechsel vom Bewerber zum Personaler und ihre oft amüsanten Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag.

2 Kommentare

  • „Sollte man die Bewerber einen Tag vor dem Vorstellungsgespräch nochmals an den bevorstehenden Termin erinnern?“

    Der Bewerber kann ja nicht so unzuverlässig sein, wen er von Ihnen zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde, also muss er ja schonmal sehr positiv aufgefallen sein. Ihn dann aber zu unterstellen er bräuchte eine „Gedankenstütze“, dann fragt man sich schon als Bewerber, ob man ernst genommen wird. Das ist meine Meinung und verschlafen kann jeder (wer bitte ist nicht vor einem Vorstellungsgespräch nervös?) Resultat daraus kann auch verschlafen sein.

    Sind sie nicht alt genug, sich einen Termin fett im Kalender einzutragen?

    Auch hier wieder…. er ist (scheinbar) der richtige Kandidat für die Stelle, aber dann werden Ihm doch negative Eigenschaften angehängt, die nicht den Tatsachen entsprechen müssen.

    Leider habe ich ähnliche Erfahrungen im und nach dem Vorstellungsgespräch erleben müssen, wo ich mich gefragt habe, ob der Betrieb mich nun als Mitarbeiter haben wollte oder mich einfach nur vergraulen wollte und sich ein schlechtes Image leisten können.

  • Hallo Marion,
    ich sehe das überhaupt nicht so. Wenn man die Chance bekommt, sich in einem Unternehmen vorzustellen, muss man diese auch nutzen. Natürlich kann jeder mal verschlafen, aber wenn man das Vorstellungsgespräch verschläft, dann hat man einfach Pech gehabt. Ich konnte meinen Kunden total verstehen, dass er diesen Kandidaten nicht mehr sehen wollte. Ich hänge ihm keine negativen Eigenschaften an, sondern bewerte einfach die Situation, die meiner Meinung nach unverantwortlich von Seiten des Bewerbers gestaltet wurde. Und ich kann mich nur wiederholen: Leute! Nicht schlafen – zum Vorstellungsgespräch erscheinen!

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