Bewerbung & Interview

Geheimcode im Arbeitszeugnis – Die Erste

Wenn man als Arbeitnehmer das Unternehmen verlässt, um sich einer anderen Aufgabe zu widmen, hat man grundsätzlich immer Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Unterschieden wird zwischen dem einfachen und dem qualifizierten Arbeitszeugnis.

Einfaches Arbeitszeugnis

Dieses Zeugnis beinhaltet lediglich Angaben zu den Personalien sowie zur Art und Dauer der Beschäftigung.

Qualifiziertes Arbeitszeugnis

Neben den Informationen, die im einfachen Arbeitszeugnis stehen, enthält das qualifizierte Arbeitszeugnis detaillierte Angaben zu den Aufgaben und Tätigkeiten und der Leistungs- und Verhaltensbeurteilung.

Arbeitszeugnisse klingen meist gut formuliert.  Tatsächlich ist es aber so, dass  die Vorgesetzten einen sogenannten Geheimcode verwenden, um das wirkliche Auftreten des Mitarbeiters nett zu verpacken.

 Arbeitszeugnis Formulierungen

Gerade die Leistungsbeurteilung ist ein wesentlicher Bestandteil in Arbeitszeugnissen. Um einen Einblick in die wichtigsten Formulierungen der Leistungsbeurteilung zu erhalten, habe ich nachfolgend eine Auflistung, nach Schulnoten, erstellt. Diese soll euch dabei helfen, eure Leistungen selbst zu beurteilen.

Sehr gut

  • „Die Leistungen haben in jeglicher Hinsicht unsere vollste Anerkennung gefunden.“
  • „…erledigte die zugeteilten Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.“
  • „…verfügt über hervorragende und fundierte Fachkenntnisse.“

 Gut

  • „…hat unseren Erwartungen in jeder Hinsicht und bester Weise entsprochen.“
  • „…erledigte Aufgaben stets selbstständig mit großer Sorgfalt und Genauigkeit.“
  • „…verfügt über umfassende Fachkenntnisse.“

 Befriedigend

  • „…hat unseren Erwartungen in jeder Hinsicht entsprochen.“
  • „…führte die zugeteilten Aufgaben systematisch aus.“
  • „…verfügt über solide Fachkenntnisse.“

 Ausreichend

  • „…hat unseren Erwartungen entsprochen.“
  • „…hat die übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit ausgeführt.“
  • „…verfügt über solides Basiswissen.“

Mangelhaft

  • „…hat im Allgemeinen den Anforderungen entsprochen.“
  • „…hatte die Gelegenheit, alle zu erledigenden Arbeiten kennen zu lernen.“
  • „…hat die Aufgaben im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit erledigt.“

 Ungenügend

  • „Die Arbeitsqualität entsprach meistens den Anforderungen.“
  • „…hat nach Kräften versucht, die geforderten Leistungen zu erbringen.“
  • „…war um eine zuverlässige Arbeitsweise bemüht.“

Wie ihr nun seht, ist es nicht einfach zu entscheiden, ob die Formulierungen im Arbeitszeugnis positiv oder negativ gemeint sind. Ich hoffe, dass ich euch mit diesem Artikel einen Einblick in die Leistungsbeurteilung und den Geheimcode der Vorgesetzten geben konnte. Vielleicht hilft es euch ja ein bisschen, bei eurem nächsten Arbeitszeugnis.

In meinem nächsten Blogartikel werde ich euch die Verhaltensbeurteilung etwas näher bringen, sodass ihr auch diesen Teil des Arbeitszeugnisses optimal beurteilen könnt.

 

Über den Autor

Lisa

Lisa war von Anfang 2014 bis Herbst 2015 BA-Studentin bei uns. Sie hat Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Personalwirtschaft/Personaldienstleistungen studiert und erprobte ihr theoretisches Wissen bei uns in der Praxis. Noch am Beginn des Berufslebens, berichtete Lisa über Erfahrungen aus dem Unialltag sowie die Herausforderungen bei der Arbeit in einer Personalagentur und zeigte uns dabei ihre Sicht eines Berufsanfängers.

1 Kommentar

  • Tatsächlich ist es so, dass die Verwendung von Geheimcodes vom Gesetzgeber verboten ist. Daher sind diese auch kaum in Zeugnissen zu finden.
    Was hier gemeint ist ist die codierte Zeugnissprache, eine positiv lobende Sprache, die sich aus dem Gebot des verständigen Wohlwollens in der Bewertung der Mitarbeiter entwickelt hat. Eben diese Art der Bewertung macht es für Laien eben auch so schwer, Formulierungen in Zeugnissen zu bewerten. Zu den häfugtsten Auffälligkeiten gehört in Zeugnissen insbesondere die Technik des beredten Schweigens, indem man auf leistungsrelevante Bewertungen verzichtet und damit eine Leerstelle erzeugt (Note: mangelhaft). Darüber hinaus werden immer wieder folgende Techniken verwendet: die Negationstechnik („Das Verhalten gab keinen Anlass zu Beanstandungen“), die Passivierungstechnik („Er wurde eingesetzt“), Die Ausweichtechnik („Hervorzuheben ist seine Pünktlichkeit“) sowie die Widerspruchstechnik: (Sehr gute Gesamtnote aber z.B. fehlende Dankes- und Bedauernsformel.)

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