Körper, Geist & Job

Großraumbüro = Großbelastung?!

Data Mining, System, Quelle: geralt/pixabay.com
Geschrieben von Anna

Letzte Woche Freitag, Brückentag, die Ruhe. War das schön! Ich konnte fast meine Gedanken hören, das war beinahe schon wieder unangenehm. :) Wir sitzen hier nicht wirklich in einem Großraumbüro, aber durch offene Türen kommen wir auf 7 oder mehr Personen in direkter Sicht- und Hörweite. Klingelt dann, wie gewöhnlich, bei allen gleichzeitig das Telefon, wird’s mit dem klar Denken und Verstehen schon mal schwierig. Allein der Geräuschpegel, wenn alle Tippen und/oder mit Unterlagen „rascheln“ ist für mich manchmal schon störend. Wie muss das erst in einem richtigen Großraumbüro sein, wie es sie in vielen Konzernen gibt? Hat das auch Vorteile so zu arbeiten?

Ich sehe spontan keine Vorteile in Großraumbüros. Die Tatsache, dass Temperatur-, Geruchs- und Lautstärkeempfinden so stark variieren (mir fallen da Kollegen ein, die noch im T-Shirt sitzen, wenn ich schon blaue Finger habe oder Szenarien, von Leuten, die Mettwurstbrote am Platz essen) macht es mir schwer, etwas Positives zu sehen. Ich möchte Großraumbüros jetzt nicht verteufeln. Die Schwierigkeiten, die sich hier ergeben, können auch schon in normalgroßen Büros mit mehr als 2 Personen entstehen.

Nachteile von größeren und Großraumbüros

  • Man hört ALLES mit (auch die privaten Telefonate von Leuten, die da keinen Unterschied machen)
  • Man wird von allen gehört (auf kleine Fehler, wie z.B. Versprecher, weist manch einer gern wieder und wieder und… hin)
  • Mit jeder Person steigt der natürliche Geräuschpegel (ja, atmen und sich bewegen müssen alle)
  • „Kannst du mal hier…“ – Gefallen nehmen schnell mal überhand
  • Alles gehört irgendwie allen (ich teile gern meine Stifte, nicht falsch verstehen, durch Raumgröße und Offenheit sinkt bei manchem aber schnell mal die Hemmung, auch andere Dinge zu nehmen)
  • Letzteres führt nicht zuletzt zu einem Abschirmverhalten (mein Tanzbereich/dein Tanzbereich)
  • … und die psychologische Kiste („ich fühle mich beobachtet“ o_O) spielt bestimmt auch irgendwo mit rein…

Wenn ich mir das so ansehe, frage ich mich, wie ich das überhaupt aushalte?! Scherz! 😀 Bei genauerer Betrachtung gibt es auch Dinge, die ich in meinem Arbeitsalltag nicht mehr missen möchte.

Vorteile der Arbeit in größeren und Großraumbüros

  • Wissensaustausch – je mehr Menschen, desto mehr Ideen
  • kurze Entfernungen –  Probleme können schnell gelöst oder zumindest angegangen werden
  • emotionale Unterstützung – nach einem mies gelaufenen Telefonat wirkt ein „Kopf hoch“ aus der anderen Ecke des Zimmers manchmal Wunder
  • technische Unterstützung – irgendeiner findet das Kabel schon

Mancher Faktor mag banal klingen, aber letztlich muss man das Beste aus der Situation machen. Gerade eigenes Empfinden und Einstellungen bestimmen darüber, ob man im direkten Umfeld von (vielen) anderen arbeiten kann. Sich das positive ab und zu bewusst zu machen, ist also nicht verkehrt. Außerdem kann oder sollte man sich auch selbst etwas anpassen. An einer guten (Arbeits-)Atmosphäre müssen alle mitwirken.

Tipps für ein besseres Arbeiten im Großraumbüro

  • sagen was stört –  es bringt nichts, alles in sich hineinzufressen und dann auszurasten, ein Hinweis genügt manchmal schon und der Brotbelag wird ausgetauscht
  • generell: reden – konkrete Regeln und Zeitpläne zu besprechen (z.B. nach dem Essen lüften oder gar nicht im Büro essen, für Privates den Raum verlassen…), erleichtern die Zusammenarbeit
  • die Ausrüstung macht den Tag – seit ich eine „Büro-Strickjacke“ habe, ist die Temperatur nicht mehr sooo ein Problem und auch Kopfhörer erweisen sich als hilfreich
  • das eigene Verhalten prüfen – ein Gefallen wird nicht nur schnell mal eingeholt, man selbst neigt vielleicht auch unbewusst dazu…

Wenn jeder zum Funktionieren beiträgt, klappt es. Muss es auch. Und mal ehrlich, die eine oder andere lustige Situation wäre uns bestimmt entgangen, wenn jeder allein in einem Zimmer sitzen würde. Höhen und Tiefen gibt es überall, man muss das Beste daraus machen…

Habe ich was vergessen? Habt ihr noch Ideen, die die Zusammenarbeit verbessern oder habe ich vielleicht irgendwelche Vorteile/Nachteile übersehen? Schreibt gern eure Meinung.

Über den Autor

Anna

Anna ist unsere „Frau fürs Schöne“ und war bis November 2016 verantwortlich für alles rund ums Personalmarketing. Als studierte Kommunikationswissenschaftlerin mit Nebenfach Psychologie kam sie 2013 zu uns ins Team. Seitdem berichtete sie über den Weg vom Berufsanfänger zum "Experten" und schrieb mit Einfühlungsvermögen über die Höhen und Tiefen bei der Jobsuche und im Arbeitsalltag. Im Büro versorgte Hobbyköchin Anna uns mit den neusten Rezepten, flotten Sprüchen und viel guter Laune.

2 Kommentare

  • Ich kann dem nur zustimmen. Arbeite als Grafiker in einem Raum mit zwei Verkäufern zusammen, von denen einer ein relativ lautes Organ hat. Dazu hat er 3 Telefone, die natürlich rund um die Uhr bei voller Lautstärke klingeln. Auch mit Kopfhörern kann man sich nur schwer konzentrieren. Habe schon öfters mit meinem Vorgesetzten darüber gesprochen, hat aber bis jetzt nichts genützt. Also drehe ich die Lautstärke beim iPod hoch und freue mich auf die Tage, an denen der Verkäufer ausser Haus ist.

  • Hallo Daniel, das klingt ja gar nicht gut. Gerade Verkäufer müssen ja nicht gerade wenig reden. Ich stelle es mir sehr schwierig vor, sich da zu konzentrieren. Mit Musik kommt man manchmal auch nicht weiter, gerade, wenn man sich stark konzentrieren muss… Ich kann nur hoffen, dass sich deine räumliche Situation doch bald ändert!

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