(Neue) Arbeitswelt

Generation Y – Welche Ansprüche sie an Unternehmen stellt

Generation Y, Quelle: bewerberblog.de
Geschrieben von Viktoria

Eine neue Generation erobert die Arbeitswelt. Sie will anders sein, anders leben und auch anders arbeiten. Man nennt sie die Generation Y, die Generation „Why“. Jene, die zwischen 1980 und 1997 geboren sind und nun nach und nach die Arbeitswelt erobern. Und sie haben einiges vor: sich selbst verwirklichen, nach dem Sinn des Lebens suchen und nebenbei noch die Welt retten. Doch ist diese Generation so innovativ wie sie selbst von sich behauptet? Und was erwartet sie dafür von ihren Arbeitgebern?

Was in der Generation Y steckt

Die Generation Y ist mit unzähligen Optionen und Möglichkeiten aufgewachsen. So zum Beispiel mit dem Internet und der mobilen Kommunikation. Diese Technologieaffinität gibt ihr Auftrieb. Möglichst schnell vorwärts kommen, keine Zeit verlieren, das ist das Ziel! Charakterisiert wird sie häufig als weltoffen und kreativ, selbstständig und engagiert. Diese Qualitäten spiegeln sich häufig in ihren vollen Lebensläufen wieder. Für die Unternehmen sind sie ein Zugewinn. Die neue Generation hat Ideen! Sie will etwas verändern, macht sich Gedanken um die Zukunft und ist bereit ihr Herzblut zu investieren. Nicht vorrangig an der eigenen Karriere interessiert, arbeitet sie bewusst lieber im Team, mit dem Ziel, gemeinsam etwas zu erreichen. Sie bringt die notwendigen Qualifikationen mit und ist darüber hinaus ambitioniert, zielstrebig und unglaublich selbstbewusst.

Marcel Schütz schreibt in der Zeitung „Der Freitag“ über die „Eingebildete Generation“. In der Tat ist fraglich, ob die neue Generation ihr Selbstbewusstsein in jeder Hinsicht mit Wissen und revolutionären Gedanken begründen kann. Vielleicht rühren ihre Theoriefeindlichkeit und ihr Zweifel an Autoritäten auch schlichtweg aus dem Versuch, einen Weg zu finden, mit weniger Aufwand zum selben Ziel zu gelangen. Wird vermieden, was keinen Spaß macht? Wird vertuscht, dass man von der Schnelllebigkeit gestresst ist?

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Was auf die Unternehmen zukommt

Was die neue Generation am Ende wirklich leistet wird sich zeigen. So oder so hat sie in jedem Fall Ansprüche, die die Wirtschaft verändern und auf die die Arbeitgeber reagieren müssen. Damit fangen sie am besten am Arbeitsplatz an. „Der feste Arbeitsplatz ist out“, so die FAZ in einem Artikel über die neue Arbeitswelt.
Ebenfalls müssen Unternehmen sich darauf einstellen, dass auch vor Wechsel des Arbeitsplatzes nicht zurückgeschreckt wird. Das ist übrigens einer der Gründe, warum der Job, den man schon immer haben und sein Leben lang behalten wollte, langsam ausstirbt. Laut Statistik haben mehr als 60 % der Deutschen schon mehrmals ihren Arbeitsplatz gewechselt. Und das, obwohl häufige Jobwechsel bisher immer als eher negativ im Lebenslauf galten. Auch daraus macht sich die Generation Y nicht viel. Auf einen guten Posten im Unternehmen wird längst nicht mehr so viel Wert gelegt, wie auf die eigene Persönlichkeitsentwicklung und den Erfahrungszugewinn. Im Beruf selbst wird außerdem erwartet, dass die eigene Leistung genügend Anerkennung findet. Die neue Generation definiert Arbeit nicht mehr unbedingt als Tausch „Lebenszeit für Geld“. Vielmehr soll der Job so gut es geht mit dem Privatleben und der eigenen Persönlichkeit verknüpft sein, Stichwort „Work-Life-Balance“. Dazu zählt natürlich auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Für die Unternehmen bedeutet das also Überzeugungsarbeit. Sie müssen sich den Anforderungen in gewissem Maße anpassen und Arbeitnehmer statt mit Gehaltserhöhungen und Beförderungen wohl eher mit familienfreundlichen, flexiblen Arbeitszeiten und der Möglichkeit zur Selbstverwirklichung locken. Die folgende Grafik veranschaulicht noch einmal, worauf Arbeitnehmer wirklich Wert legen und gibt Tipps zur gezielten Rekrutierung der Generation Y.

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Über den Autor

Viktoria

Viktoria ist seit September 2015 Praktikantin bei uns. Sie studiert im Bachelor Wirtschaftswissenschaften und Soziologie. Vicki, wie wir sie nennen dürfen, unterstützt uns im Recruiting und im Personalmarketing - und versorgt uns natürlich mit Blogartikeln, in denen sie ihre Sicht der Dinge auf Studium, Informatik und Arbeitswelt schildert.

6 Kommentare

  • Es gibt aus meiner Sicht keine Generation Y. Alles was Viktoria an Eigenschaften und Verhaltensweisen beschreibt, finde ich generationsübergreifend bei vielen Menschen wieder. Das Thema Selbstverwirklichung war Credo der Hippies in den 60er Jahren.

    Das wirklich unterschiedliche ist, dass junge Menschen zum ersten Mal in Deutschland von Eltern aufgezogen wurden, die in einer intakten Demokratie und Zivilgesellschaften leben.

    Davor waren junge Menschen gegenüber ihren Eltern damit konfrontiert, was diese im Krieg und Faschismus gemacht haben. Diese Eltern waren in der Regel keine Vorbilder. Abgrenzen und Konfrontation gehörte zur Identitätsfindung. Heute haben junge Menschen ganz andere historische und aktuelle Rahmenbedingungen, aus dem sich spezielle Trends und Fragestellungen ableiten lassen. Aber bitte nicht in Form einer Personalisierung.

    • Hallo Herr Pächnatz.
      Weshalb fragen Sie nicht nach der versprochenen Grafik? Ich kann sie nicht finden. Ihre Argumente sind gut Herr Pächnatz. Nur Viktoria ist viel Jünger als wir, nehme ich an, und will mit diesem Artikel ihre Meinung mitteilen. Meine Hypothese.
      LG Uwe Henschen

    • Hallo Peter,
      danke für deinen Kommentar zu diesem Thema! Auch ich finde, dass diese weltverbessernden und selbstverwirklichenden Gedanken nun mal etwas mit der Jugend an sich zu tun haben und sich nicht alles in Generationsschemata packen lässt. Diese Einteilungen sind lediglich ein Versuch Tendenzen, wie hier in puncto Arbeitswelt, früh zu erkennen und reagieren zu können. Was das am Ende wirklich bringt wissen wir nicht. Mir gefällt dein Gedanke von einer möglicherweise erstmals intakten Demokratie und Zivilgesellschaft auszugehen, statt immer mit den Veränderungen durch moderne Technik und Innovation zu mutmaßen.

  • Ob es nun eine Generation Y gibt, oder nicht, es zeichnet sich ein gesellschaftlicher Werte-Wandel ab. Der zwar ständig stattfindet und nun zeigt sich, dass eine junge Generation nachrückt. Es zeigen sich andere Wünsche, Bedingungen oder Vorlieben – und auch hier ist erkennbar – es wird bunter in der Welt.
    Letztlich macht jeder Einzelne seinen Weg, sammelt Erkenntnisse darüber was funktioniert in meinem Leben und was nicht.

  • Hallo Viktoria,

    ich finde Deinen Artikel sehr gut geschrieben und die Diskussion über einen (eventuellen) Wertewandel zwischen den Generationen, der jungen Fachkräfte und der jetzt in den Unternehmen sitzenden Personalentscheiden/innen wichtig.
    Natürlich hat Peter Pächnatz recht, dass das Individuelle, das Persönliche immer schwerer wiegt, als soziologische Tendenzen. Aber, ich sehe diese Werteverschiebung in der Generation Y, die Du beschrieben hast an vielen Stellen schon.
    Ich bin selbst 46 Jahre und deswegen quasi die andere Seite der Medaille. Ich glaube, dass die Generation Y das wirklich ernst nimmt, was die Generationen vorher erarbeitet und vorbereitet haben (Work-Life-Balance, transparente Kommunikation, flache Hierarchien, Selbstverwirklichung,…). Interessant ist, dass viele betriebliche Entscheider/innen jetzt so schlecht mit diesen Ideen zurecht kommen. Zumindest erlebe ich es, dass die jungen Fachleute mit diesen Ansprüchen schnell als faul und überheblich wahrgenommen werden.
    Hier braucht es tatsächlich Aufklärungsarbeit.
    Liebe Grüße

    Alexander Höfer

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