(Neue) Arbeitswelt

Dual Career – Karriere im Doppelpack

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Geschrieben von Marie

Wenn der Partner in einer anderen Stadt ein vielversprechendes Jobangebot erhält, heißt es meist: Umzug für die ganze Familie. Nicht selten muss der mitziehende Partner dabei zurückstecken – auch in Bezug auf die eigene Karriere. Um auch Karrieren im Doppelpack zu ermöglichen, bieten insbesondere Universitäten einen Service an, der einen Umzug auch für die PartnerInnen der meist berufenen ProfessorInnen attraktiver machen soll. Denn die Zeiten des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels sind nun auch in den Personalabteilungen der Hochschulen angekommen.

Was bedeutet Dual Career?

Doch fangen wir noch mal von vorn an: als Dual Career Couples werden Paare bezeichnet, die gleichermaßen hoch qualifiziert sind und beide Partner eine eigene Karriere verfolgen. In den meisten Fällen ist dies mit einem häufigen Wechsel der Arbeitsplätze und Wohnorte verbunden. Neben den eigenen Karriereplänen sind hierbei auch die Karrieremöglichkeiten des Partners und die familiären Rahmenbedingungen (u.a. Kinderbetreuung) für sie von Relevanz bei der Auswahl von Jobalternativen.

Wo kommt Dual Career eigentlich her?

Die Idee beide Partner bei der Jobsuche zu unterstützen hat sich vor mehr als 20 Jahren an amerikanischen Universitäten herausgebildet, da man den berufenen ProfessorInnen, PostdoktorandInnen, DoktorandInnen und anderen MitarbeiterInnen sowie ihren PartnerInnen langfristige Perspektiven zum Bleiben schaffen wollte. Nach amerikanischem Vorbild, gibt es die sogenannten Dual Career Service Center nun schon seit mehr als 5 Jahren an deutschen Universitäten. In der Regel werden von den Zentren zwischen 10 und 30 Personen betreut, an größeren Universitäten wie München sogar bis zu 60.

Dual Career Netzwerk Deutschland

Im Jahr 2010 wurde das Dual Career Netzwerk Deutschland mit damals noch 20 Mitgliedern gegründet. Seit Frühjahr 2017 zählt das Netzwerk 43 Hochschulen als Mitglieder. In einigen Bundesländern wie z.B. Thüringen haben sich auch lokale Netzwerke gebildet, in denen besonders lokale Unternehmen, Forschungszentren (auch außerhalb von Hochschulen) und weitere Einrichtungen verbunden sind.
Diese Netzwerke sind der erste Ansprechpartner vor Ort und bieten besonders den mitreisenden PartnerInnen eine erste Orientierungshilfe und wichtige Hilfestellungen bei der beruflichen und familiären Integration. Auf diese Weise wird besonders hochqualifizierten Bewerbern aus dem Ausland der Einstieg erleichtert und der Kulturschock ein wenig abgemildert.
Der Austausch zwischen den Netzwerkmitgliedern zu Best Practices in Bezug auf Arbeits- und Organisationsweisen ist dabei essentiell. Daher finden regelmäßige Treffen meist aller 9 Monate im Rahmen von themenverwandten Konferenzen und Tagungen statt. Die nächste Tagung ist noch in diesem Jahr im November geplant.

Beispiel: Dual Career Netzwerk in Jena

In Jena gibt es den Dual Career Service an der Friedrich-Schiller-Universität und der Fachhochschule Jena. In enger Zusammenarbeit mit JenaWirtschaft und dem Jenaer Bündnis für Familie wird so zukünftigen Neuankömmlingen der Start in der ostthüringischen Stadt an der Saale erleichtert. Der Arbeitskreis Führungskräfte in Familie hat dabei ein Netzwerk geschaffen, was aus Unternehmen und Organisationen der Region besteht. Ein erster Anlaufpunkt ist beispielsweise der Jenaer Salon, der vom Arbeitskreis veranstaltet wird. Dieser Treffpunkt, der einmal pro Monat (meist am ersten oder zweiten Dienstag des Monats) stattfindet, dient Neuankömmlingen als Möglichkeit „Insider-Informationen“ zu Kultur- und Freizeit-Veranstaltungen, zur richtigen Kindergartenwahl bis hin zu den besten Einkaufsmöglichkeiten zu sammeln. Auf diese Weise werden erste Kontakte geknüpft, sodass das Eingewöhnen von Anfang an leicht fällt und erste Hürden schnell überbrückt werden.

Seid auch ihr schon mit dem Thema Dual Career in Berührung gekommen? Dann teilt eure positiven oder vielleicht auch negativen Erfahrungen mit uns 🙂

 

Über den Autor

Marie

Marie ist seit November 2016 im Team und kümmert sich um alle Themen, die für das Personalmarketing von Interesse sind. Während ihres internationalen BWL-Studiums lebte sie in China und Großbritannien, wo sie auch ein Praktikum absolvierte. Im Blog wird sie uns daher u.a. die Arbeitswelt anderer Länder vorstellen. Außerhalb des Büroalltags backt sie gern Kuchen und ist ein Fan der internationalen Küche.

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