(Neue) Arbeitswelt

Karriereplanung – Wann fange ich an?

Habt Ihr die Hausaufgaben erledigt? Ja!

Wir haben nun also die Vorüberlegungen zu Stärken und Schwächen, Werte, die mir wichtig sind , abgearbeitet, uns die Sinnfrage gestellt und mal mit einem Augenzwinkern überprüft, wie wichtig Anerkennung und Geld sind. Das macht Ihr vielleicht wenn ihr den Artikel lest oder aus einem ganz bestimmten Anlass. Heute wollen wir uns die Ereignisse anschauen, die sich hervorragend für die Fragen der Karriereplanung eignen.

Mit dem Studium oder einer Ausbildung setzt man schon den ersten Meilenstein in der eigenen Karriereplanung. Es beginnt das Berufsleben und man steht vor der Wahl des ersten Arbeitgebers. Naja, eine wirkliche Wahl haben da die meisten Absolventen oder Ausgelernten leider nicht. Auch wenn ganz Deutschland vom Fachkräftemangel spricht, ist es derzeit für Abgänger einiger Fachrichtungen schwer, einen geeigneten Einstieg zu finden. Dabei ist der erste Arbeitgeber wichtig für künftige Karriereschritte. Die etwas ausgeleierte Frage in Bewerbungsgesprächen „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ ist sicher schwer zu beantworten, wenn man die internen Programme nicht kennt. Darum ist es sehr sinnvoll die oben erwähnten Fragen für sich geklärt zu haben. Man muss ja nicht die genaue Position beschreiben, aber man kann zumindest die Eckpfeiler benennen, die einem bei der Karriereplanung wichtig sind. Dann kann man gleich zurückfragen und checken, ob der potentielle Arbeitgeber dazu etwas anzubieten hat.

Stress im Job – Chance zum Überdenken

Viele Leute wenden sich an uns, die sich nach einer besseren Balance zwischen privat und Job sehen. Manchmal sitzen Menschen in den Gesprächen und man hört Zweifel an den Geschäftsmodellen des jetzigen Arbeitgebers, ein Verkauf des Unternehmens steht ins Haus oder neue Investoren klopfen an die Tür. Oft gehen solche Situationen mit Änderungen der Unternehmenskultur einher und das Unternehmen, bei dem man viele Jahre erfolgreich gearbeitet hat, droht sich in Konzernstrukturen zu verheddern. In diesen Momenten kann man wieder seine Antworten auf die Sinnfragen herausholen und neu bewerten. Wobei klar ist: größere Unternehmen bieten wesentlich mehr Chancen die Karriere zu befördern.

Die Arbeitszufriedenheit ist stetig am Sinken (http://www.iaq.uni-due.de/iaq-report/2011/report2011-03.pdf)  Auch die Zufriedenheit mit den Chef lässt zu wünschen übrig. Ursachen dazu können so unterschiedlich sein, wie Blumen auf einer Sommerwiese. Das wäre ein extra Blogartikel. Leider ist auch Mobbing nicht selten ein Grund den Job und das Unternehmen zu wechseln. Alles keine erfreulichen Anlässe, doch immer auch eine Gelegenheit an der Karriereplanung weiter zu feilen. Hier ist es unbedingt erforderlich, klar und aufgeräumt in neue Gespräche zu gehen. Wettern über den alten Arbeitgeber und Frust sind abstoßend und erzeugen die Fantasie, dass der Bewerber an der Situation nicht ganz schuldlos ist. Wer will sich schon Nörgler und ständig unzufriedene Menschen in sein Team holen?

Job-Hopper oder Karrieristen?

Personaler werden skeptisch, wenn jemand alle zwei Jahre das Unternehmen gewechselt hat. Der Wechsel in ein anderes Unternehmen kann immer auch ein guter Katalysator für die eigene Karriere sein. Doch Vorsicht! Das kann auch schnell oberflächig und wenig standhaft wirken. Lebensläufe von Vertrieblern sehen oft so bunt aus. Einige versuchen bei jeder neuen Station noch etwas mehr Prämie, einen größeren Dienstwagen und chiceren Laptop herauszuschlagen.  Dabei brauchen wirklich gute Kundenbeziehungen ein paar Jahre, um wirklich zu fruchten.

Für viele Techniker und Ingenieure stellt sich auch irgendwann die Frage, ob man eine technische oder eine  Managementkarriere einschlägt. Viele Softwareunternehmen stellen so ihre Organigramme auf. „Die Techniker haben dann keine Personalverantwortung“, heißt es. Richtig verstanden habe ich es nie, denn Fachleute sitzen ja nicht in einem luftleeren Raum und müssen oft genug in einer Matrix organisierte Projekt andere Menschen anleiten, kommunizieren und Feedback geben. Eigentlich machen genau das gute Manager?!

Karriereplanung – wer kann mir helfen?

Wir planen Familienfeste, Urlaube und die nächste Tour in die Berge, Karriere planen die wenigsten so genau. Mit der Familie und Freunden steht man nur selten auf der Party und diskutiert über eigene Stärken und Schwächen, den Sinn im Leben und Pläne zu Familie und Karriere. Daher ist es nicht verkehrt sich professionellen Rat zu holen. Es gibt Mentoren, Gönner und auch eigens ausgebildete Karriereberater, die einem mit den gewissen Abstand und Erfahrung dabei helfen können. Demnächst werde ich etwas dazu schreiben, wie man die richtigen Menschen auswählt und auf welche Kriterien man bei der Wahl achten sollte.

Über den Autor

Ina

Ina ist Personalerin mit Leib und Seele und war von Juni 2012 bis Mai 2015 unsere Frau an der “Front”. Sie hat bereits in der Personalentwicklung, als Headhunter und als Personalleiterin gearbeitet. Heute ist sie auch in Sachen systemische Beratung unterwegs, coacht und begleitet Fach- und Führungskräfte. Ina hat viel erlebt, was im Personalwesen passieren kann und ist gespannt auf das, was sie noch nicht erlebt hat. Über ihre Erfahrungen berichtete sie auch hier auf dem Bewerberblog.

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