Ratatouille

Wieviel Abwechslung braucht der Mensch?

Abwechslung_roteTuer
Geschrieben von Fabian Schäfer

Abwechslung ist der Schlüssel zu einem erfüllten Leben. Darüber hinaus formt Abwechslung den Lebenslauf und die Karriereziele. Daher habe ich bisher versucht, mein Studium so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten.

Von einer Ecke Deutschlands in die andere

Während meines Abiturs im freundlichen Rheinland entwickelte sich mein Wunsch, Psychologie zu studieren. Damals inspirierten mich vor allem die soziale Orientierung, meine Neugierde für ein völlig unbekanntes Themenfeld und ein Mangel an gleichwertig interessanten Alternativen. Der Kompromiss aus Offenheit für neue Erfahrungen und den allseits beliebten NC führte mich in meinem Fall an die TU nach Chemnitz. Einmal die ganze A4 entlang.

Zur Überraschung meiner Eltern blieb der Kulturschock aus. Stattdessen erwarteten mich in Chemnitz prägende Jahre für meine charakterliche Bildung, meine Individualität und nicht zuletzt meine berufliche Orientierung. In meinem Privatleben setzte ich mich mit dem Leben alleine, anschließender WG-Suche und zwischendrin der Untermietersuche auseinander und bildete eine grundlegende Aversion gegen Mietangelegenheiten aus. In meiner Freizeit arbeitete ich in vielfältigen Umgebungen: in einem Projekt mit Kindergartenkindern, einem Schlaflabor mit Senioren und Seniorinnen, einer Rehabilitationsklinik mit Patienten und Patientinnen sowie zu guter Letzt am Computer mit Daten. Langeweile blieb dadurch absolut aus!

Arbeit macht das Leben süß

Als jedoch eine Sättigung von den Chemnitzer Erfahrungen einsetzte, passte es mir gut, dass sich mein Studium dem Ende neigte. Deshalb zog es mich für diverse Praktika aus Chemnitz hinaus. Nach Dresden zur Bundesagentur für Arbeit, nach Frankfurt zur Lufthansa AG und nach Stuttgart zur Daimler AG. Denn Erfahrungen in der Wirtschaft hatte ich bisher noch nicht gesammelt. Nebenbei wurden auch zweistündige Pendlerfahrten Bestandteil meines Alltags. Auf der Arbeit fühlte ich mich von den vielfältigen Anwendungen für meinen Fachbereich, wie Recruiting, Personal- und Organisationsentwicklung, regelrecht gefesselt. Ich lernte kontrastreiche und monochrome Arbeitswelten kennen, die Trägheit und zugleich den Charme von Großunternehmen sowie die Relevanz und Komplexität von Unternehmenskultur. Um mir danach einen langen Urlaub zu finanzieren, arbeitete ich anschließend in einem Daimlerwerk am Fließband und trug Sprintertüren durch die Gegend. So schafft man also richtig.

 

Warum nicht mal nach Thüringen?

Nach Zwischenstationen in Malaysia und Indonesien kam ich leider nicht ganz so braun gebrannt wie erhofft für mein Masterstudium in Jena an. Einige Bekannte haben mir von dem idyllischen Studentenstädtchen erzählt und es mir sehr schmackhaft gemacht. Darüber hinaus fand hier neben mir auch meine Freundin einen Studienplatz, was die Wahl sehr erleichterte. Ich entschied mich bei der Studienwahl für den Schwerpunkt „Psychologie in Arbeit, Bildung und Gesellschaft“ wegen der Bandbreite an Inhalten. Neben einem enormen Statistikanteil lerne ich viel Neues über Arbeitsbedingungen, den gesellschaftlichen Wandel und die Rolle des Individuums in Gruppen.

Persönlich kannte ich Jena bis dahin nur vom unattraktiven Blick von der A4 auf den Fahrten zwischen Bonn und Chemnitz. Ich sollte von der gemütlichen und persönlichen Kleinstadt positiv überrascht werden. Besonders die Grünflächen und Hügel um Jena kreieren eine angenehme Wohlfühlatmosphäre für mich. Und nach Wanderungen durch das Grün laden die Wagnergasse und der Marktplatz auf einen guten Kaffee ein. Faszinierend ist auch das Sportangebot der FSU. Neben den üblichen Verdächtigen im Bereich Sport wird hier sogar ein Quidditch-Kurs (ja genau, der Mannschaftssport aus Harry Potter) angeboten. Vielleicht ist es ja mal einen Versuch wert, ein unentdecktes Talent zu erforschen

Praktische Abwechslung bei der TowerConsult

Da ich praktische Erfahrungen bisher als sehr bereichernd empfunden habe, möchte ich mein aktuelles Masterstudium ähnlich gestalten. Deshalb bewarb ich mich im Dezember 2017 bei der TowerConsult. Recruiting hat mir bisher viel Spaß gemacht und deshalb möchte ich mich dem auch weiterhin widmen. Aktuell genieße ich die persönliche Zusammenarbeit im kleinen Team der TowerConsult sehr, weil sie sich sehr vom theoretischen Studienalltag unterscheidet. Darüber hinaus engagiere ich mich bei p:act – Projekt Assessment Center Training e. V. Als Mitglied des Vereins helfe ich Studierenden bei ihren Bewerbungen und bereite sie im Rahmen von Assessment Center Trainings auf den Berufseinstieg vor.

Abwechslung habe ich demnach aktuell genug. Und falls sich doch Monotonie einstellt, bietet Jena eine Vielzahl an Lösungsmöglichkeiten. In den zahlreichen tollen Vereinen werden regelmäßig Mitglieder gesucht und auch der Quidditch-Verein freut sich sicherlich über Verstärkung. Auch ein Auslandssemester ist für mich noch eingeplant. Daher lasse ich mich gern überraschen, welche Inspirationen mir auf meinem Weg noch begegnen.

Über den Autor

Fabian Schäfer

Hinterlassen Sie einen Kommentar