Bewerbung & Interview

Nebenjob und Reputation – Kann eine Jugendsünde die Karriere kosten?

„Ich war jung und brauchte das Geld.“ Diesen Spruch kennt jeder, aber wie sieht es in der Realität damit aus? Welcher ehemalige Nebenverdienst geht noch als Jugendsünde durch und welcher Job fällt einem später im Beruf auf die Füße? Schließlich ist Reputation bekanntlich alles und mit dem eigenen Ruf ist daher nicht zu spaßen.

Neben den Klassikern unter den Studentenjobs wie kellnern, Regal einräumen oder bei der Inventur helfen gibt es noch diverse andere Möglichkeiten sich einige Euros dazu zu verdienen.Ein recht lukrativer Nebenjob ergibt sich aus einem Trend, der sich erst in den Letzen Jahren entwickelt hat. Vielleicht kennt Ihr ja die spannenden Hochglanzsendungen „Familien im Brennpunkt“ oder „Verdachtsfälle“ die bei RTL den Nachmittag mit prickelnder Fernseh-Unterhaltung füllen. Bei diesen „Scripted-Realiy“-Formaten kommen Laiendarsteller zum Einsatz. Hierzu veranstaltet zum Beispiel der Marktführer „filmpool“ täglich Castings in Berlin, um für ausreichend Nachschub an Schauspieltalenten zu sorgen. Und die Nachfrage wächst. Warum also nicht als TV-Darsteller das nötige Taschengeld  dazuverdienen? Es ist abwechslungsreich und für den einen oder anderen reizvoller als ein 08/15-Routine-Job im Callcenter. Auf den ersten Blick spricht nichts dagegen. Außer vielleicht die Bedenken, ob diese spaßige Jugendsünde bei der späteren Arbeitssuche ein Karrierehindernis bedeutet.

Wie reagiert der zukünftige Chef, wenn er erfährt, dass sein potentieller Mitarbeiter früher in TV-Sendungen mitgewirkt hat, über deren Niveau durchaus gestritten werden kann. Schadet es der Reputation? Ist eine dubiose Rolle in einem Billig-TV-Format ebenso Rufschädigend, wie private Bilder von Alkoholexzessen auf Facebook?

Wenn Ihr uns fragt: Nicht unbedingt. Wie immer, kommt es auch hier auf die Beweggründe und den Betrachter an. Prinzipiell ist nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Mensch (insbesondere in seiner Jugend) Erfahrungen sammelt und sich auch im Bereich Nebenjob ausprobiert (natürlich nur solange Ihr Euch dabei im Rahmen der Legalität bewegt). Aber auch hier können wir keine pauschalen Aussagen treffen. Hat die Person später eine öffentlichkeitswirksame und repräsentative Position inne, so kann ein peinlicher TV-Auftritt natürlich problematischer sein, als bei einem Job im Keller ohne Kundenkontakt.

Wie seht ihr das? Nebenjob und Reputation – kann und darf einen ein Nebenjob später die Karriere kosten? Habt Ihr vielleicht schon Erfahrungen gemacht? Erzählt uns davon – wir sind gespannt!

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5 Kommentare

  • Es ist in der Tat so, dass die Beweggründe vom Bewerber von wichtiger Bedeutung ist!

    Die meisten können auf diese Weise mit Nebenjobs erste Erfahrung in der Wirtschaft sammeln, viele stehen im ersten Moment keine andere Möglichkeiten offen!

    LG Heinz Buser

  • Bei den meisten seltsamen Jobs zur Finanzierung des Studiums muss ja niemand was erfahren. So um 2000 rum, in der Hochzeit der Telefon und SMS Erotik, gab es in einem kleinen Gewerbegebiet unserer Stadt ein Erotik Call Center. Die vielen Studenten die dort fleißig SMS geschrieben haben, werden das sicher nicht in Ihrem LL vermerkt haben.
    Doof ist, wenn man in einer Stadt mit 100 000 Einwohnern zur Finanzierung der gehobenen Studentenansprüche bewußtseinserweiternde Chemikalien vertickt und dann in einem der größeren Unternehmen am selben Ort in der Personalabteilung anheuern will. Alles schon erlebt!

    LG Reinhard

  • Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Personaler sich wenig um die Nebenjobs kümmern, sondern darauf, was der Bewerber wirklich kann. Deshalb ist es wichtig, sich in Personalgesprächen gut zu vermarkten.

  • Hallo,

    der Artikel ist sehr interessant und hat mir sehr gut gefallen. Vielleicht schreiben Sie weitere Artikel zu dem Thema? Ich würde Sie gerne wieder lesen.

    Vielen Dank und weiter so!

    Schöne Grüße

    Raph

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