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IT-Kenntnisse im Lebenslauf

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Geschrieben von Julia

Jeder, der sich für eine Stelle im IT-Bereich bewerben möchte, kommt um die Frage nicht herum, wie er – oder sie – seine IT-Kenntnisse im Lebenslauf darstellen kann. Leider ist es nicht so einfach wie bei Sprachkenntnissen, bei denen die Niveaus durch den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen von A1 bis C2 festgeschrieben sind. In der IT gibt es weniger Standard-, dafür mehr individuelle und breiter gefächerte Zertifizierungen, vom Informatik-Abschluss an der Universität bis hin zu Online-Zertifikaten von Google & Co. Dementsprechend stellen sich viele Fragen, auf die wir im heutigen Blogartikel näher eingehen wollen:

„IT“, „EDV“ oder „PC-Kenntnisse“ im Lebenslauf?

Im tabellarischen Lebenslauf sollten nach dem bisherigen Werdegang Rubriken mit den besonderen Fähigkeiten des Bewerbers folgen. Doch wie ist die Überschrift am besten zu wählen? Der klassische Begriff ist EDV, „Elektronische Datenverarbeitung“, worunter man in der Regel die Erfahrungen mit Software zur Datenverarbeitung wie Microsoft Word, Powerpoint oder Excel versteht. Da EDV für junge Ohren etwas altbacken klingt, kann man die betreffenden Kenntnisse moderner unter der Bezeichnung „PC-Kenntnisse“ zusammenfassen.

Dem gegenüber steht der mittlerweile häufiger gebrauchte Begriff IT, Informationstechnik oder im Englischen Information Technology. Die IT umfasst neben der Software-Seite auch die Hardware, die physischen Grundlagen der Speicherung, Verarbeitung und Ausgabe von Daten. Man macht also in keinem Fall etwas verkehrt, wenn man „IT-Kenntnisse“ im Lebenslauf ausweist.

Welche IT-Kenntnisse kann man angeben?

Je nach Arbeitsbereich kann man verschiedenste Kenntnisse im Lebenslauf angeben, wobei natürlich die gängigsten Programme nicht fehlen sollten: Als Grafikdesigner werden entsprechende Programme von Adobe aufgenommen, während jemand in der Buchhaltung mit Excel oder Datev vertraut sein sollte. Wer Erfahrungen in verschiedenen Bereichen hat, sollte diese entsprechend bündeln. Mögliche Unterkategorien sind:

  • Betriebssysteme (Windows, Linux)
  • Bildbearbeitungsprogramme (Adobe Photoshop, InDesign)
  • Textverarbeitungsprogramme (Mac OS Pages)
  • Programmiersprachen (Java, C#)

Um ein klares Bild von sich als Bewerber zu vermitteln, sollten jedoch nicht zu viele und auf den ersten Blick wenig zusammenhängende Kenntnisse dargestellt werden. Außerdem ist es, wie bei jedem Kenntnis-Bereich im Lebenslauf, dringend angeraten, rudimentär vorhandene oder jahrelang zurückliegende Computerkenntnisse bei der Bewerbung wegzulassen und nur auf konkrete Nachfrage im Bewerbungsgespräch anzubringen.

 

IT-Kenntnisse im Lebenslauf darstellen

Formulierungen zur Einstufung

Um die einzelnen Fähigkeiten zu bewerten, wird oft empfohlen, sie in Kategorien wie Grundkenntnisse, gute Kenntnisse, sehr gute oder fortgeschrittene Kenntnisse sowie Expertenkenntnisse einzuteilen. Auf diese Art können in der Freizeit erworbene Online-Zertifikate neben einer offiziellen Ausbildung im Lebenslauf auftauchen. Leider kann es vorkommen, dass der zukünftige Arbeitgeber unter dem gleichen Begriff etwas anderes erwartet als der Kandidat, weshalb eine möglichst realistische Einschätzung unter Berücksichtigung der Stellenausschreibung erfolgen sollte.

Aufgrund dieser Schwierigkeiten wird es heute empfohlen, den Zeitraum und die Häufigkeit der Anwendung (häufig oder täglich) von Programmen oder Programmiersprachen anzugeben. So ist beispielsweise die Angabe, „SAP: seit zwei Jahren in täglicher Anwendung“ für den Personaler sicher aussagekräftiger als ein kurzes „SAP: gute Kenntnisse“. Eventuell kann auch die Zahl der Projekte, in denen mit der jeweiligen Technologie gearbeitet wurde, angegeben werden.

Weitere Darstellungsoptionen

Wer im Bereich Grafik und Design arbeitet oder sich bei einem jungen Startup bewirbt, kann die Einstufung auch auf kreativere Art lösen. Möglich sind selbst gestaltete Icons oder eine relative Angabe der Fähigkeiten mit „Ladebalken“ als Diagrammen. Besonders passend ist diese Darstellung der IT-Kenntnisse auf der Dritten Seite der Bewerbung als eine Art Kompetenzprofil. In digitaler Form kann dies auch als Bewerbungshomepage erfolgen. Wichtig ist ein Blick auf den Gesamtkontext sowie eine möglichst genaue Darstellung der bisherigen Erfahrungen, ohne kleinkariert zu wirken oder den Personaler zu erschlagen.

Fazit

Es ist nicht so einfach, seine IT-Kenntnisse im Lebenslauf zur Geltung kommen zu lassen, da es keine Standardlösung gibt. Doch genau darin liegt der Vorteil: Dem Bewerber stehen viele Möglichkeiten offen, um einerseits seine Fähigkeiten optimal zu präsentieren und andererseits seine Bewerbung dem Arbeitgeber, ob Traditionsunternehmen oder Startup, entsprechend anzupassen.

Über den Autor

Julia

Julia hat in Jena, Osnabrück, Nottingham (England) und Trento (Italien) studiert und bringt ihre Erfahrungen seit Ende 2017 im IT-Consulting-Team ein.