(Neue) Arbeitswelt

Das Mitarbeitergespräch – sinnlose Zeitverschwendung oder sinnvolle Chance?

Mitarbeitergespräch_Laptop mit Händen
Geschrieben von Angelina

Heute widmen wir uns mal wieder einem recht umstrittenen Thema: dem Mitarbeitergespräch. An diesem Punkt scheiden sich oft die Geister. Ist es wirklich sinnvoll, ist es ein notwendiges Übel, oder sollte man es einfach komplett streichen?

Einige sind in diesem Bereich vielleicht schon alte Hasen und können dabei auf einen großen Schatz eigener Erfahrungen zurückgreifen. Für den ein oder anderen ist es aber Neuland, daher wollen wir euch hier mal ein wenig aufklären und ein bisschen Licht in das Für und Wider bringen:

Was erwartet euch bei einem Mitarbeitergespräch?

Für ein Mitarbeitergespräch gibt es verschiedene Anlässe. Dies können feste Zeitpunkte, wie das Ende der Probezeit, die Kündigung des Mitarbeiters, die Beförderung oder ein Wechsel des Vorgesetzten sein. Die Gespräche können aber auch ohne einen konkreten Anlass stattfinden. Diese können dann entweder in regelmäßigen Abständen, üblich ist einmal im Jahr oder ganz individuell nach Bedarf stattfinden.

Was wird jetzt in diesem Gespräch behandelt? Ein wichtiger Bestandteil ist natürlich das Feedback zur vergangenen Zeitspanne seit dem letzten Mitarbeitergespräch. Hier zählen neben der Arbeitsleistung auch das persönliche Verhalten mit dazu. Probleme werden analysiert und Lösungsvorschläge festgehalten. Ebenfalls ein wichtiger Bestandteil ist die Fixierung von Zielen sowohl für das Unternehmen, also auch für den Mitarbeiter selbst. Zudem werden konkrete Weiterbildungswünsche festgehalten und diese natürlich sowohl auf die persönlichen Ziele des Mitarbeiters, als auch auf die des Unternehmens abgestimmt.

Wenn das Mitarbeitergespräch sehr positiv verläuft und ihr gute Arbeit geleistet habt, kann es nicht schaden, das Thema Gehalt in diesem Rahmen anzusprechen. Anhand eurer Leistungen könnt ihr dann eure Forderungen untermauern und gegebenenfalls eine Gehaltserhöhung erzielen.

 

Vorteile und Kritik des Mitarbeitergesprächs

Wie bereits oben geschildert spaltet das Mitarbeitergespräch ein wenig die Geister. Die Befürworter des regelmäßigen Gespräches führen eine Hand voll Vorteile an, die es ihrer Meinung nach unerlässlich machen. Ein positiver Effekt ist die Verbesserung des Betriebsklimas. Durch die regelmäßigen Gespräche können Probleme gezielt angesprochen, behandelt und behoben werden. Die Gespräche dienen ebenfalls der Verbesserung des Vertrauensverhältnisses zwischen Vorgesetztem und Angestellten und sollen damit einen zusätzlichen positiven Effekt auf die Loyalität und die Identifizierung des Mitarbeiters mit dem Unternehmen haben. Aus diesen einzelnen Vorteilen soll zudem eine Leistungssteigerung des Mitarbeiters resultieren.

Die Gegner des Mitarbeitergespräches stützen sich wiederum auf die Tatsache, dass sich ein „guter“ Chef das ganze Jahr um seine Mitarbeiter kümmern sollte und nicht nur einmal für dieses Gespräch. Gute Führung bedarf mehr als ein Gespräch pro Jahr. Wenn man Hand in Hand mit seinen Mitarbeitern agiert, werden Probleme meist direkt gelöst und müssen nicht bis zum nächsten Termin aufgeschoben werden.

Wichtige Punkte!

Bei einem Mitarbeitergespräch gibt es allerdings einige wichtige Punkte, die ihr nicht verlässigen solltet. Allen voran ist hier die Vertraulichkeit anzuführen. Alles was innerhalb des Gespräches genannt bzw. vereinbart wurde, unterliegt sozusagen einer Schweigepflicht. Dies gilt für alle Beteiligten. Dies soll sicherstellen, dass in diesem Rahmen alle Probleme, Wünsche, Bedenken offen geäußert werden können, ohne Angst haben zu müssen, dass die Informationen ungewollt an Dritte gelangen. Der gegenseitige Respekt ist ausschlaggebend. Zudem sollten Störungen durch Besucher oder Telefonate dringend vermieden werden. Auch das gilt für beide Parteien. Falls aus verschiedenen Gründen die Anwesenheit einer dritten Person nötig oder dringend erwünscht ist, gelten diese Regeln natürlich auch für diese. 🙂

Fazit

Wenn beide Parteien, also Vorgesetzter und Mitarbeiter ein wirkliches Interesse an der Umsetzung haben und vor allem mit gegenseitigem Respekt in dieses Gespräch gehen, ist es im Großen und Ganzen eine sehr positive Sache. Wird es dagegen nur lapidar ohne Struktur und Ziel abgehalten, bringt es für keine Partei eine wirkliche Verbesserung.

Es gilt also: egal ob in regelmäßigen Abständen wie zum Beispiel einmal im Jahr oder flexibel nach Bedarf, es steht und fällt mit den Beteiligten. Das Mitarbeitergespräch ist letztlich das, was man draus macht. Eine Chance, die man nutzen sollte.

Über den Autor

Angelina

Angelina ist seit Juni 2017 unsere neue Mitarbeiterin im Recruiting. Sie hat Biologie in Kombination mit BWL studiert und bringt mit ihrem naturwissenschaftlichen Hintergrund frischen Wind ins Bewerberblog-Team.