Arbeitsrecht

Kein Arbeitszeugnis, was nun?

Arbeitszeugnis, Quelle: RainerSturm/pixelio.de
Geschrieben von Gastautor

Dank eines treuen Lesers bekam ich den Hinweis, dass wir uns noch nie mit der Frage beschäftigt haben, was zu tun ist, wenn man aus irgendwelchen Gründen kein Arbeitszeugnis bekommen hat und sich dann bewerben muss/will.

Einen Rechtsanspruch hat man auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, das ist klar. Und der Anspruch bleibt auch drei Jahre bestehen, man könnte also auch nachträglich eines verlangen. Manchmal geht das aber nicht. Entweder, der Vorgesetzte arbeitet nicht mehr beim alten Arbeitgeber oder man mag aus irgendwelchen Gründen nicht mehr dort aufkreuzen (was ehrlich gesagt nicht der beste Zustand ist). Jedenfalls bekommt man dann spätestens ein Problem, wenn man sich bewerben will und der zukünftige Arbeitgeber völlig berechtigterweise ein Zeugnis verlangt.

Also Plan B: Man erklärt so wahrheitsgemäß wie möglich und so angemessen wie nötig, dass es kein Zeugnis gibt, man aber gern Referenzen in Form von ehemaligen Kollegen oder Vorgesetzten liefern kann. Und dann gibt man die Kontaktdaten eines oder mehrerer Leute an, mit denen man beim alten Arbeitgeber zusammengearbeitet hat. Die sollten natürlich davon wissen, damit sie im Falle eines Anrufs (und der wird recht wahrscheinlich auch kommen) nicht aus allen Wolken fallen.

Haben die Referenzkollegen dann keine Horrorgeschichten zu erzählen, sondern können authentisch, sachlich und gut gesinnt über Deine Arbeit sprechen, ist die Sache mit dem fehlenden Arbeitszeugnis schon (fast) vergessen.

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10 Kommentare

  • Empfehlungen der alten Kollegen und Geschäftspartner wirken oft Wunder.
    Alles oben Beschriebene gilt übrigens genauso, wenn zwar ein Arbeitszeugnis ausgestellt wurde, dieses aber nicht vorzeigbar ist, weil die Bewertung nicht zufriedenstellend war. Dann lässt man es besser weg und verweist stattdessen auf die Referenzen.

    Lars Hahn

  • Aber das ist denk ich eher bei qualifizierten Stellen anzuwenden, bei Stellen mit „Massenbewerbungen“ ist man dann denk ich ruck zuck auf dem Absagenstapel.

  • Aber das ist meiner Meinung nach eher eine Maßnahme für qualifizierte Stellen, bei Stellen mit „Massenbewerbungen“ ist man bei fehlendem Zeugnis ruck zuck auf dem Absagenstapel.

  • Aber das ist meiner Meinung nach eher eine Maßnahme für qualifizierte Stellen, bei Stellen mit „Massenbewerbungen“ ist man bei fehlendem Zeugnis ruck zuck auf dem Absagenstapel.

  • was macht man eigentlich, wenn man mit dem zeugnis nicht einverstanden ist? hab mein ausbildungszeugnis vor 2 wochen bekommen und das entspricht ca. der Note 3. was ich einfach für ungerechtfertigt halte. Gibt es da überhaupt noch die möglichkeit was zu ändern?

  • Guter Tipp mit den „Referenzkollegen“. Da ich beruflich sehr häufig Arbeitszeugnisse von Kunden ins Englische übersetzen muss kann ich den Vorschlag für Personen, die sich im Ausland bewerben natürlich nicht gut heißen. Hier sollte auf jeden Fall eine Niederschrift vorliegen…

  • Hier spricht jemand aus Erfahrung und ich kann diese Erfahrung ebenfalls nur teilen. Ich denke auch, dass hier der potentielle Arbeitgeber sehr entgegenkommend reagiert, denn immerhin ist dieser ja auf der Suche nach Personal und ist sicher sehr interessiert die offene Stelle so schnell wie möglich zu besetzen.

  • Diese Frage stellt sich immer wieder und wieder für Unternehmer, die dann ein Job in ein Großunternehmen suchen…Manchmal können die Beweise für ihre Tätigkeiten mitbringen, wie z.B. Websites, Kundenreferenzen, usw.

  • Bitte beachtet unbedingt, dass ein Anspruch auf Erteilung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses in einigen Fällen keine drei Jahre besteht. Je nach Arbeitsvertrag oder eventuell geltendem Tarifvertrag kann sich eine andere – insbesondere kürzere – Frist ergeben.

  • Genau der Fall liegt bei mir vor. Nach einer falschen und schlechten Bewertung, kann ich das Zeugnis nicht mit in die Bewerbung mit einfließen lassen. Ich habe in einem großen Unternehmen gearbeitet, was darauf deutet, das es Probleme gab., Wie kann ich die jetzt schon schön verpacken. Ich habe keine Idee. Ich habe so angegangen „Leider habe noch kein qualifiziertes Arbeitszeugnis von meinem letzten Arbeitgeber vorliegen. Was ich bedenkenlos erklären kann.“.
    Diesen Satz habe ich in meine Bewerbung eingefügt. Wie könnte ich jetzt schön verpacken, dass ich in einem Gespräch dem Geschäftsführer auf Aufforderung offen und direkt zu sprechen sein Ego versehentlich getroffen habe und darauf fies gemobbt wurde, was ich mir nicht gefallen lassen habe. Selbst nach einer Kündigung ohne Grund , habe ich meine Stelle wieder angetreten. Dann wurde es noch schlimmer bis ich nicht einen Aufhebungsvertrag unterschreiben musste mit Einhaltung der Kündigungsfrist. Im Arbeitszeugnis steht aber „Das Arbeitsverhältnis endet mit dem heutigen Tage“ und die Beurteilung meiner Fachlichen Qualifikation fehlt. Wie mache ich nett auf meine stärke aufmerksam, dass bedingungslos direkt und ehrlich sein kann, natürlich auf Aufforderung, dass mein neuer AG sich auf mich verlassen kann, leider mein alter AG nicht damit klar kam. So wüsste man, warum ich kein Zeugnis erhalten habe, eigentlich ist das menschlich und nur ein AG mit Rückgrat und Selbstbewusstsein würde das auch würdigen.

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