Bewerbung & Interview

„Sollten Sie noch weitere Bewerbungsunterlagen benötigen…

Bewerbungsunterlagen, Quelle: Efraimstochter/pixabay.com
Geschrieben von Gastautor

… schicke ich Ihnen diese gern noch nach!“

„Danke für das Angebot, aber warum schicken Sie die Bewerbungsunterlagen nicht gleich komplett? Und welche Unterlagen sollte ich denn Ihrer Meinung nach noch gebrauchen können?“

Solche oder ähnliche Gedanken gehen mir immer wieder durch den Kopf, wenn ich diesen Satz in den E-Mails einiger Bewerber lese. Ist die Frage ernst gemeint oder weiß da jemand einfach nicht mehr, was er noch schreiben soll?

Für den Fall, dass erstens zutrifft, gebe ich den gut gemeinten Rat, mal die Stellenausschreibung genau zu lesen. Bei den Stellenausschreibungen, die wir so veröffentlichen, steht immer mit dabei:

„Wenn wir Ihr Interesse wecken konnten, freuen wir uns auf Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen, die Sie uns bitte am besten per E-Mail zusenden.“

Also da hat sich die Frage doch erübrigt, oder? Wenn nicht genau dasteht, welche und wie viele Unterlagen geschickt werden sollen, kann man auch mal anrufen. Wer sich nicht traut zu telefonieren, sollte lieber ein Dokument zuviel mitschicken, als ein wichtiges wegzulassen.

Und wenn man nicht mehr weiß, was man noch so in den E-Mail-Text schreiben soll, der kann es auch ganz kurz halten: Eine kurze Anrede, ein bis zwei Sätze, dass man sich gerade bewirbt und die Bewerbungsunterlagen sich im Anhang befinden, Verabschiedung – Fertig. Im Zweifel ist also weniger mal wieder mehr. 🙂

Mehr interessantes zum Thema Bewerbung haben wir in zahlreichen anderen Artikeln für dich zusammengestellt, etwa über die Angabe von Tätigkeitsbeschreibungen in der Bewerbung, über die optimale Struktur von einem erfolgreichen Lebenslauf, die Angabe von Hobbys im Lebenslauf oder die Erfolgsaussichten Mithilfe von Initiativbewerbungen. Auch über Fragen zur Notwendigkeit von Bewerbungsfotos oder Unterschriften in den Bewerbungsunterlagen, das Fehlen eines Arbeitszeugnisses in der Bewerbung oder Antwort darauf, ob der aktuelle Arbeitgeber in einer Bewerbung besser angegeben werden soll oder nicht, gibt es hier auf unserem Blog. Klicke dazu einfach auf die Links der Artikel.

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9 Kommentare

  • Das hat Datenschutzgründe. Man überlegt sich, ob den Leuten ein Lebenslauf reicht, oder ob sie gleich Zeugnisse/Bestätigungen für ALLES haben wollen. Natürlich schicke ich die besten Zeugnisse mit.
    Aber in großen Firmen bspw. weiß man auch auch nicht, wie sichergestellt wird, dass sich niemand im Personal durch Verkauf von Daten sein Gehalt aufbessert. Das ist keine Unterstellung sondern eine berechtigte Vorsichtsmaßnahme.
    Stellen Sie sicher, das Datenschutz gerade im Personalbereich hohe Qualität wird, leiten Sie entsprechende Maßnahmen (und MA-Fortbildungen) ein und teilen Sie dies den Bewerbern auch mit.

    Anselm

  • Das ist doch eine Standardfloskel. Oft genug wird nicht genau beschrieben was gefordert wird. Es soll Personaler geben, die aus unerfindlichen Gründen ein polizeiliches Führungszeugnis verlangen (mir schon passiert).

    So etwas in der Art schickt man natürlich nicht mit (weiß zum Teil auch gar nicht, dass es gewünscht wird). Folglich diese Standardfloskel.

  • Die Formulierung „vollständige Bewerbungsunterlagen“ ist aber auch zu ungenau spezifiziert. Natürlich könnte ich sämtliche Unterlagen, die ich habe, mitsenden, nur dann wird die E-Mail exorbitant groß, was auch nicht gerne gesehen wird und meiner Meinung nach nicht effizient ist. Zudem kann der Bewerber nicht wissen, wie die Bewertung erfolgt und welche Qualifikationen nicht nur genannt, sondern bspw. durch Urkunde nachgewiesen werden müssen. Zu „vollständig“ gehört sicher Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse. Aber was noch? Als IT-Mensch habe ich den Vorteil, dass ich auf einen passwortgeschützten Bereich im Internet verweisen kann, wo für den Personaler weitere Dokumente bereitliegen. Für alle, die die Möglichkeit nicht haben, sehe ich die Floskel „Sollten Sie noch weitere Unterlagen benötigen…“ aufgrund der ungenauen Spezifikation der benötigten Unterlagen als notwendig an.

  • Ich schreibe den Satz dazu, allerdings schreibe ich dann auch direkt hin, was für Unterlagen ich noch so zu Hause habe (z.B. Arbeitszeugnisse aus Bereichen, die für den Job nicht relevant sind). Wenn sie davon noch was sehen wollen, sende ich es nach, aber ich will die Personaler doch nicht mit Papieren „zumüllen“, die sie gar nicht interessieren.

  • @Anselm: Ich denke, wer soviel Skepsis und Misstrauen dem Unternehmen gegenüber hat, sollte sich ganz generell überlegen, ob er in diesem Unternehmen arbeiten möchte. Wenn man nämlich erstmal dort arbeitet, offenbart man ja noch ganz andere Details. Dann weiß die Personalabteilung auch, wie viel man verdient, wie oft man krank war usw.
    @die Anderen: Klar, das Zeugnis von vor 20 Jahren ist vielleicht nicht mehr so relevant, wie das letzte Arbeitszeugnis. Die Lösung von canac finde ich daher noch am sinnvollsten. Und noch mal: Im Zweifel kann man ja anrufen.

  • Ich stimme dem Text zu, mit Ausnahme dieses Satzes:

    „Eine kurze Anrede, ein bis zwei Sätze, dass man sich gerade bewirbt und die Bewerbungsunterlagen sich im Anhang befinden, Verabschiedung – Fertig.“

    Ich empfehle Bewerbern, das Anschreiben oder eine gekürzte Fassung davon auch schon in die E-Mail zu tun. So ist er mit seinen wichtigsten Argumenten (die stehen ja im Anschreiben) gleich im Blickfeld des Arbeitgebers. Der muss nicht erst PDF öffnen und ausdrucken (wenn er das seltene Glück hat, dass nur ein PDF anhängt, geht das etwas schneller). Der Personaler erfährt schon beim Überfliegen der E-Mail etwas über den Bewerber und kann, wenn der Bewerber z.B. gleich super passt, sofort reagieren (bevor es vielleicht zu spät ist). S. auch hier: https://www.e-fellows.net/show/detail.php/1048

  • … wenn man bei Bedarf noch weitere Unterlagen von Fortbildungen / Weiterbildungen zuschicken könnte.

    Ich habe bislang immer die höchsten Abschlüsse von Weiterbildungen beigefügt bzw. da ich ganz ganz viele berufsrelevante VHS-Kurse besucht habe und dazu eine allgemeine Bescheinigung habe und für jedes der einzelnen Seminare eine detaillierte Bescheinigung hätte.

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